Aktuelles

14.01.2016 - Forderung nach einem nationalen Konsens von Bund und Ländern in der Nutztierhaltung

148384HANNOVER/BERLIN. Um das Tierwohl in der Nutztierhaltung zu verbessern, liegen mittlerweile viele Studien und Pläne vor. Indes fehlt ein Agrar-Konsens von Bund und Ländern mit allen gesellschaftlich relevanten Gruppen – von Landwirten bis hin zu Tierschützern. Zu einem solchen Konsens haben heute (Freitag) in einem bemerkenswerten parteiübergreifenden Bündnis Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer sowie frühere niedersächsische Agrarminister und der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes in Berlin aufgerufen. „Wir brauchen eine gemeinsame Nutztierstrategie von Bund und Ländern – für schrittweise Veränderungen in der Tierhaltung mit rechtsverbindlicher Planungssicherheit für die Landwirte und mehr Akzeptanz in der Bevölkerung“, sagte Meyer, der 2017 den Vorsitz der Agrarministerkonferenz (AMK) innehat.

Auch Minister a.D. Uwe Bartels, heute Vorsitzender des Agrar- und Ernährungsforums (AEF) Oldenburger Münsterland, Minister a.D. Gert Lindemann, Vorsitzender des vom Bundeslandwirtschaftsministerium eingerichteten „Kompetenzkreises Tierwohl“, sowie Tierschutzbund-Präsident Thomas Schröder mahnten ein Umdenken an. Wichtig war allen: Schluss mit dem Klein-Klein und Start einer gemeinsamen Bund-Länder-Tierwohlstrategie. Dazu Meyer: „Derzeit wird in jedem Bundesland eine andere Debatte über Tierhaltung geführt. Das nützt niemandem etwas, am wenigsten den Tieren. Wir dürfen uns beim Tierschutz nicht länger verzetteln.“ Allen müsse aber klar sein: „Mehr Tierschutz gibt es nicht zum Nulltarif. Die Verbraucher werden mehr zu bezahlen haben, zugleich müssen Bund und Länder Anreize für mehr Tierwohl schaffen.“

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25.11.2016 - CETA als Chance für die niedersächsische Agrar- und Ernährungswirtschaft

IMG 0071 kleinRund 50 Vertreter des südoldenburgischen Agrar- und Ernährungssektors folgten am 25.11.2016 der Einladung des Agrar- und Ernährungsforums OM in das Rathaus der Stadt Vechta. Thema des Nachmittags war das CETA Handelsabkommen zwischen der EU und Kanada. Unter dem Titel „CETA auf der Zielgeraden – ein Fluch oder Segen“, referierte der Vorsitzende des EU-Handelsausschusses und Mitglied des europäischen Parlamentes, Bernd Lange.

Gleich zu Beginn kam Uwe Bartels, der Vorsitzende des AEF und ehemalige niedersächsische Landwirtschaftsminister, auf die gescheiterten Verhandlungen in Sachen TTIP zu sprechen. „Die Ängste der Bevölkerung wurden durch Geheimniskrämerei und Verhandlungen hinter geschlossenen Türen noch zunehmend geschürt“. Begriffe wie „Chlorhühnchen“ und „Hormonfleisch“ hätten sich in den Köpfen der Verbraucher manifestiert. Nun, nach Ausgang der Präsidentschaftswahlen in den USA, sei TTIP wohl nicht mehr zu retten. Gerade vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden Veränderungen in den USA, habe das CETA-Handels-abkommen eine noch größere Bedeutung, so Bartels.

Auch Lange bezeichnete die gescheiterten TTIP-Verhandlungen als einen „Kommunikations-Supergau“. Die Gespräche um CETA hingegen liefen bis dato sehr erfolgreich. Das liege wohl auch daran, so Lange, dass bereits seit 1976 eine faire Handelspartnerschaft mit Kanada bestehe und das Land immer ein enger politischer Verbündeter der EU (z.B. in Sachen Friedenspolitik) mit ähnlich gesellschaftlichen Strukturen war.

Die Verhandlungen erstrecken sich über die Bereiche „Marktzugang“, „Das Setzen von Standards“ sowie „handelbegleitende Maßnahmen“. Verhandelte man in der Vergangenheit vorrangig nur um den Abbau von Handelszöllen, so seien es heute vielmehr die Standards, die es abzugleichen und zu unterscheiden gebe; dieses sei für die Exportindustrie ein nicht unerheblicher Aspekt. In Kanada habe nach wie vor die Prozessqualität eine hohe Bedeutung, die Waren in der EU hingegen werden nach dem Vorsorgeprinzip hergestellt.

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17.11.2016 - AEF bringt nationalen Aktionsplan für die Agrar- und Ernährungswirtschaft auf den Weg

Deckblatt WebsiteHannover – 17.11.2016. Schon seit langem stehen sich die Akteure aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft kritisch gegenüber, welchen Weg die Agrar- und Ernährungswirtschaft in Deutschland einschlagen sollte. Dieser seit langem schwelende Dauerkonflikt wird auf Kosten der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der hiesigen Landwirtschaft ausgetragen. Das Agrar- und Ernährungsforum (AEF) will – auch im Interesse einer nachhaltigen Entwicklung der ländlichen Räume – diesen Konflikt beenden und hat eigens dafür einen „Nationalen Aktionsplan als Grundlage einer zukunftsfähigen Agrar- und Ernährungswirtschaft in Deutschland“ erarbeitet.

Dieser Aktionsplan wurde gestern auf der EUROTIER im Rahmen des Parlamentarischen Abends, der von dem AEF und dem Verbund Oldenburger Münsterland ausgerichtet wurde, an den Niedersächsischen Landwirtschaftsminister Christian Meyer und an die weiteren Podiumsteilnehmer überreicht. Passend gewählt war das Diskussionsthema der diesjährigen Podiumsdiskussion „Gesellschaftliche Anforderungen an die Nutztierhaltung – Wer unterstützt die Tierhalter bei der Umsetzung und welche Auswirkungen haben nationale Eingriffe in einem globalen Markt“. Unter Moderation von Dr. Ludger Schulze Pals bezogen Minister Christian Meyer, Prof. Dr. Folkhard Isermeyer, Heinrich Dierkes, Dr. Alexander Hinrichs, Landrat Herbert Winkel sowie der AEF-Vorsitzende Uwe Bartels auf dem Podium Stellung zu diesem Thema.

 

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26.10.2016 - Bartels mit dem Oldenburger Wirtschaftspreis ausgezeichnet

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Für seine Verdienste um die Entwicklung der Region ist der Vorsitzende des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland und ehemalige Minister Uwe Bartels am 26. Oktober 2016 mit dem Oldenburger Wirtschaftspreis ausgezeichnet worden. Dieser Preis wird jährlich im Gedenken an den einstigen Vorsitzenden des Vorstandes der Wirtschaftlichen Vereinigung, Dr. Hubert Forch, an Persönlichkeiten, Unternehmen oder Institutionen verliehen, die durch ihr außergewöhnliches Wirken die Entwicklung der Region maßgeblich gefördert haben. Das Preisgeld in Höhe von 5000 Euro spendete Bartels der Bürgerstiftung Vechta.

17.10.2016 - Mit „Aniplus“ den Antibiotika-Verbrauch im Stall senken

PK aniplus kleinDie nachhaltige Reduzierung des Antibiotika-Einsatzes in der Tierhaltung gelingt nur durch eine Verbesserung der Tiergesundheit. Um die Landwirte bei diesem Ziel zu unterstützen, wurde heute im Landwirtschaftsministerium die Internet-Plattform „Aniplus“ freigeschaltet. Die Webseite bietet Landwirten erstmals die Möglichkeit, ein konkretes, auf ihren Betrieb individuell zugeschnittenes Maßnahmenpaket zusammen zu stellen. Daneben hält das Portal breitgefächerte Informationen zu den einzelnen Tierarten bereit und erläutert das Beratungsangebot zu Tierwohl und Tiergesundheit. Das Projekt „Aniplus“ unter Federführung des Agrar- und Ernährungsforums Olden-burger Münsterland e.V. (AEF) hat bundesweiten Pilotcharakter.
„Das Konzept des Landes zur Minimierung des Antibiotika-Einsatzes zeigt bereits Wirkung, denn die in den Mastställen eingesetzten Mengen gehen zurück. Das ist ein großer gemeinsamer Erfolg von Landwirten, Tierärzten, Beratung und Behörden“, sagte Agrarminister Christian Meyer bei der Vorstellung des neuen Portals. „Aber es gibt noch viel zu tun. Denn wir müssen der wachsenden Gefahr resistenter Keime noch stärker begegnen. Das Portal ´Aniplus´ bietet eine gute Grundlage, die Haltungsbedingungen in den Ställen individuell zu verbessern, denn kein Betrieb ist wie der andere. Eine verbesserte Tiergesundheit ist auch im Sinne des Tierschutzes“, so der Minister.
Die vielfältigen Informationen des Portals wurden in einer zweijährigen Aufbauphase durch Unternehmen, Behörden – darunter das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) – Wissenschaftler, Tierärzte sowie aktive Landwirte der Region Oldenburger Münsterland zusammen getragen. Das Landwirtschaftsministerium fördert das laufende AEF-Projekt mit rund 200.000 Euro und das Anschlussprojekt mit 80.000 Euro. Daneben wird das Projekt von der Metropolregion Nordwest, der Landwirtschaftskammer Niedersachsen sowie den Landkreisen Cloppenburg und Vechta unterstützt. Zielgruppe der Internetplattform sind neben Landwirten auch Tierärzte und landwirtschaftliche Berater.
„Gesunde Tiere brauchen keine Antibiotika“, sagte der AEF-Vorsitzende und ehemalige Agrarminister Uwe Bartels. Das Portal „Aniplus“ sei ein echtes Leuchtturmprojekt über Niedersachsens Grenzen hinaus. „Die Unternehmen im Oldenburger Münsterland, die für das Wohlbefinden und die Gesundheit der Nutztiere zuständig sind, haben gemeinsam ihre Expertise für die Informati-onsplattform unentgeltlich zur Verfügung gestellt und damit die Grundlage für eine einzigartige Hilfestellung für den Tierhalter ermöglicht“, so Bartels. Die fachlichen Inhalte des Portals beschränken sich zunächst auf die Tierarten Rind, Schwein, Pute und Masthuhn.

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