05.04.2018 - Ministerpräsident Weil lobt das AEF als verlässlichen Partner der Politik

 F3A8241 websiteMinisterpräsident Weil hat es sich bei seinem Besuch im Oldenburger Münsterland am 05.04.2018 nicht nehmen lassen, im Rahmen der Mitglieder- versammlung des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland (AEF) ein spontanes Grußwort an die rund 160 Vertreter der Branche bei der Big Dutchman AG in Vechta zu richten. Er blickte zurück auf fünf Jahre erfolgreiche und vertrauensbildende Zusammenarbeit mit dem AEF. Dieses werde, so seine Worte, bundes- und landesweit als Ideengeber für politische Rahmen-bedingungen sehr geschätzt. Diese Zusammenarbeit wolle die Landesregierung unbedingt fortsetzen.

In seinem Jahresbericht informierte der Vorsitzende und ehemalige Landwirtschaftsminister Uwe Bartels über die zahlreichen Aktivitäten und Veranstaltungen des AEF, die nur aufgrund der Unterstützung aus den Reihen der Unternehmerschaft realisiert werden konnten. Er lobte insbesondere das nun abgeschlossene Projekt „aniplus-Informationsplattform zur Optimierung der Tiergesundheit im Oldenburger Münsterland“, welches 2014 als „Bottom-up“ aus der Region initiiert wurde und bundesweite Strahlkraft ausübt. Diese Plattform sei nun ein wichtiger Baustein für das Projektvorhaben der Landwirtschaftskammer Nds. und dem AEF als Partner für ein geplantes „Fachzentrum für nachhaltige Nutztierhaltung. Ebenso habe das AEF mit seinem veröffentlichten Aktionsplan den Anstoß für eine Nationale Nutztierstrategie auf Bundesebene gegeben. Er mahnte in diesem Zusammenhang die fehlende finanzielle Honorierung des Mehraufwandes für höhere Umwelt- und Tierwohlstandards an. Bis heute sei diese nicht gesichert und führe damit zu einer Beschleunigung des Strukturwandels innerhalb der Agrar- und Ernährungswirtschaft.
Er unterstrich in seinen Ausführungen die Zustimmung des AEF zu den 2017 veröffentlichten 10-Thesen der DLG; dazu zählen primär der Umgang mit Nährstoffüberschüssen, Artenrückgang, Klimawandel, Tierwohl, der Zukunftsfähigkeit der Nutztierhaltung sowie mit dem wichtigen Thema „Digitalisierung“. Das AEF habe dazu einen Expertenkreis ins Leben gerufen, der den dringenden Handlungsbedarf für die Agrar- und Ernährungswirtschaft bereits skizziert habe. Bislang, so Bartels, sei im niedersächsischen Koalitionsvertrag nur das Thema „Smart Farming“ verankert. Digitalisierung jedoch bedeute einen grundlegenden Wandel innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette und dürfe ganze Teilbereiche nicht ausklammern. Dieses Aktionsfeld werde flankierend von der Transformationsstelle „Agrar“ unter Leitung von Dr. Barbara Grabkowsky an der Universität Vechta bearbeitet. Vor dem Hintergrund des kürzlich veröffentlichten Nährstoffberichtes habe das AEF, so Bartels, gemeinsam mit betroffenen Akteuren, einen bundesweit beachteten Masterplan für eine nachhaltige Nährstoffkreislaufwirtschaft in Niedersachsen auf den Weg gebracht. 

Dr. Cord Stoyke vom Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, der kurzfristig für die erkrankte Ministerin Otte-Kinast eingesprungen war, benannte in seinem anschließenden Vortrag die Herausforderungen der für Niedersachsen so wichtigen Agrar- und Ernährungswirtschaft, insbesondere für das Oldenburger Münsterland. Er wies im Hinblick auf die Nährstoffsituation auf den Aufbau einer effektiven und risikoorientierten Überwachung des Düngerechts hin. Zum Stichwort Tierhaltung nehme das Land Niedersachsen eine bundesweite Vorreiterrolle ein und stehe einem staatlichen Tierwohllabel offen gegenüber.

In seinem Abschlusswort forderte Bartels die Landesregierung auf, in Bezug auf das Baurecht den vor zwei Jahren eingerichteten Interministeriellen Arbeitskreis (IMAK) stringent weiterzuführen, um vorhandene Konflikte zwischen Bau-/Umweltrecht und Tierwohl zu benennen und praxisnahe Lösungen zu erarbeiten. Er unterstrich nochmals die Notwendigkeit einer Förderung des Landes für den Lagerstättenbau von Wirtschaftsdüngern. Bartels bot der Landesregierung für alle Themenfelder weiterhin die uneingeschränkte Unterstützung des AEF und seiner Mitglieder an.