24.04.2018 - AEF-Mitglieder diskutieren über die neue Datenschutzregel

IMG 4550 websiteAm 25. Mai 2018 wird die Datenschutzgrundverordnung, kurz DSGVO, für alle Unternehmen verbindlich. Mit welchen Konsequenzen die Umsetzung der Verordnung verbunden ist, darüber referierte am 24.04.2018 der Rechtsexperte Prof. Klaus Gennen von der Kanzlei LLR Legerlotz Laschet und Partner mbB aus Köln vor den Mitgliedsunternehmen des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland bei der Firma Bröring GmbH & Co. KG in Dinklage.

AEF-Vorsitzender und ehemaliger niedersächsischer Landwirtschaftsminister bezeichnete in seinem Eingangsstatement die Region Oldenburger Münsterland als das Kraftzentrum der Agrar- und Ernährungswirtschaft, das sowohl das Potenzial hat, den digitalen Transformations-prozess aktiv und gewinnbringend mitzugestalten, als auch in hohem Maße negativ davon betroffen zu sein. „Wir wollen die Möglichkeiten und Chancen, die sich durch die Digitalisierung für das gesamte Cluster ergeben, pro-aktiv mitgestalten und Handlungsempfehlungen erarbeiten“, so Bartels.

Dazu habe das AEF bereits im vergangenen Jahr einen Expertenkreis unter Leitung von Dr. Henning Müller von der Firma Kotte, etabliert. Dieser sprach von einer Umwälzung der gesamten Geschäftsprozesse und -strukturen innerhalb der Agrar- und Ernährungsbranche. „Gerade die einzigartige Dichte der Wertschöpfung im Oldenburger Münsterland unterstreicht auch die Wichtigkeit der Unternehmen, sich für das Thema „Digitalisierung“ zu öffnen“.

Prof. Gennen bezog sich in seinem Vortrag zunächst auf die Definition von personenbezogenen Daten. Diese unterteilten sich in bereits identifizierte oder identifizierbare Daten, die konkrete Rückschlüsse auf Personen zulassen. Dabei werde die DSGVO die Rechte der Personen, deren Daten in Unternehmen oder Vereinen verarbeitet würden, erheblich stärken. Für die Unternehmen bedeutet diese Verordnung jedoch eine Vielzahl von Informationspflichten. Sie müssen künftig Auskunft darüber geben, welche personenbezogenen Daten erhoben werden, warum und auf welcher Rechtsgrundlage sie erhoben werden, wie lang sie gespeichert und wie sie wieder gelöscht werden. Er wies darauf hin, auch auf entsprechend aktualisierte Software mit entsprechenden Funktionen zu setzen und riet grundsätzlich von einer Drop-Box-Nutzung oder von geschäftlichen WhatsApp-Mitteilungen ab. Allerdings, so Prof. Gennen, seien viele Fragestellungen zur Umsetzung der Verordnung noch offen. Er geht von einem Zeithorizont von bis zu zehn Jahren aus, bis alle Zweifelsfälle rechtlich geklärt seien.

Was die Rolle der Datenschutzbeauftragten in den Unternehmen anbelange, so Prof. Gennen, müssten die Unternehmen prüfen, ob sie mit dieser Aufgabe einen Mitarbeiter betrauen oder ob sie alternativ auf einen externen Berater setzen; damit sei man immer auf der sicheren Seite. Grundsätzlich riet er den Unternehmern, sich dieser Thematik nicht zu verschließen, sondern sich sukzessive mit der neuen Verordnung vertraut zu machen.

In der vorher stattgefundenen Sitzung des AEF-Expertenkreises legten die Teilnahme darüber hinaus Themen für die nächsten Veranstaltungen fest. Wer Interesse an einer Mitarbeit im Expertenkreis hat, kann sich direkt mit der Geschäftsstelle des AEF in Verbindung setzen.