Aktuelles

05.11.2015 - "Markt und Tierschutz" unter der Lupe

Zu einer weiteren Netzwerkveranstaltung lädt das Agrar- und Ernährungsforum am 05.11.2015 um 17:00 Uhr seine Mitgliedsunternehmen und Förderer in die Volksbank Vechta ein. Eingeladen dazu hat der Vorsitzende, Uwe Bartels, Mitarbeiter des Bonner Lehrstuhls für Marktforschung der Agrar- und Ernährungswirtschaft, Dr. agr. Johannes Simons, aus Bonn.

Im Rahmen dieser Sitzung wird der Experte unter dem Motto „Markt und Tierschutz - ein schwieriges Paar" den Widerspruch aufgreifen, warum die Gesellschaft und der LEH verstärkt Investitionen zu dem Thema „Tierwohl" einfordern, diese aber in Form von Preisaufschlägen im Markt nur in minimal durchzusetzen sind.

Anmeldungen dazu können an die AEF-Geschäftsstelle unter 04441.85389-10 (R. Overberg) oder unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! gerichtet werden.

27.10.2015 - Kauf dient jungen Konsumenten zur Selbstdarstellung

Bild1 27 10 2015Vechta – 27.10.2015. Wie kann sich der Handel künftig den jungen Konsumenten zuwenden? Und welche Konsummuster lassen sich in der Zukunft abbilden? Zu diesen Fragestellungen nahm der REWE-Marktforschungsexperte, Olaf Gens, vor ca. 40 Teilnehmern der Ernährungswirtschaft Stellung. Eingeladen dazu hatte der Expertenkreis des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland „Zukunftsstrategien für die Lebensmittelverarbeitung" unter Leitung von Johannes Eiken am 27.10.2015 in Vechta.

Der ehemalige niedersächsische Landwirtschaftsminister und AEF-Vorsitzender, Uwe Bartels, mahnte in seiner Eingangsrede, dass sich die Ernährungswirtschaft rechtzeitig auf die neuen Trends und Erwartungen der Gesellschaft an die Branche einlassen müsse, um ihre bedeutende Marktfähigkeit langfristig zu erhalten.

Dieses wurde auch in dem Vortrag des REWE-Experten Gens deutlich. Richteten die Konsumenten in den 80er-Jahren ihre Bedürfnisse eher auf Statussymbole aus, so herrsche heute vielmehr – speziell bei der jungen Käuferschicht – ein starker „Less-is-more"- oder ein „Sharing-Economy"-Gedanke vor. Konsummuster ließen sich aufgrund der hohen Diversifizierung der Zielgruppen nicht immer eindeutig festlegen. Zahlreiche Lebens- und Ernährungsstile, z.B. „Kochen ohne Knochen" machten die Eingruppierung der Konsumenten zunehmend komplexer. Ein Trend jedoch, so Gens, lässt sich eindeutig feststellen: Käufe dienen heute vielfach zur Selbstdarstellung und zur Inszenierung.

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19.06.2015 - AEF wirbt für Transparenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette

Mit welchen innovativen Ansätzen begegnet die Agrar- und Ernährungsbranche im Oldenburger Münsterland ihren zentralen Herausforderungen? Diese Fragestellung stand im Fokus einer Pressebereisung mit Fachjournalisten entlang der Wertschöpfungskette Schwein vom 17. Juni 2015 bis zum 19. Juni 2015. Besichtigt wurden landwirtschaftliche Betriebe sowie Unternehmen in der Region Südoldenburg. Dazu eingeladen hatte das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland mit Sitz in Vechta.

Im Mittelpunkt dieser Bereisung wurden die aktuelle Entwicklung der Landwirtschaft sowie insbesondere die Themen Tierwohl und Tiergesundheit im Rahmen einer Podiumsdiskussion unter Moderation von Ludger Abeln mit Experten aufgegriffen. Es diskutierten Dr. Maria Gellermann (Projektleiterin aniplus), Uwe Bartels (Vorsitzender des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland), Prof. Dr. Thomas Blaha, der Tierhalter Thomas Gardewin (ISN) sowie Gregor Sieve von der Firma Atka.

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05.06.2015 - Trends in der Lebensmittelwirtschaft

IMG 4539 2 - KopieVertreter des AEF-Expertenkreises trafen sich unter Leitung von Johannes Eiken am 05. Juni 2015 im Hause Wernsing in Addrup. Eingeladen hatte das Agrar- und Ernährungsforum den Zukunftsexperten, Dr. Alexander Fink, von der SCMI-Scenario Management International aus Paderborn. Diskutiert wurden mögliche Zukunftsstrategien für die lebensmittelverarbeitende Branche im Oldenburger Münsterland.

Welche strategischen Maßnahmen kann die Branche ergreifen, um sich auf die zu erwartenden Veränderungen des Kauf- und Essverhaltens der Verbraucher vorzubereiten? Das war die zentrale Frage, zu der sich die Experten im Rahmen der Sitzung austauschten. Bereits durch eine Studie, die das BVL zur ANUGA 2011 in Auftrag gegeben hatte, wurden seitens der SCMI sieben Zukunftsszenarien für die Agrar- und Ernährungswirtschaft aufgezeigt. Wird es z.B. eine Renaissance der Eigenversorgung geben oder tritt individuelles Fastfood seinen Siegeszug an? Wie nachhaltig ist der Trend zu vegetarischen und veganen Lebensmitteln oder wird die Regionalisierung ein globaler Lösungsansatz sein? Dabei werden Faktoren, wie Zuwanderung und demografischer Wandel, ebenfalls eine nicht unerhebliche Rolle spielen. Diesem Veränderungsprozess müsse sich die Branche stellen, so Dr. Fink.

„Das vorrangige Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der hiesigen Unternehmen zu erhalten und zu stärken", konstatierte der Sprecher der Arbeitsgruppe, Johannes Eiken. Aufgabe des Expertenkreises ist es nun, Wertschöpfungsstrategien für die Region erarbeiten.

08.06.2015 - Gemeinsame Eckpunkte zur Tierwohlförderung“ unterzeichnet

PK Eckpunkte-Papier WebsiteAls „herausragendes Engagement" für mehr Tierwohl und Tierschutz hat Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer die heute präsentierte gemeinsame Erklärung mit den Schweinehaltern Deutschlands sowie Vertretern der Agrar- und Ernährungswirtschaft gewürdigt. Die „Gemeinsamen Eckpunkte zur Tierwohlförderung" sind neben dem Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium von der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) sowie vom Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland (AEF) unterzeichnet worden. „Ich bin sehr beeindruckt von der Unterstützung dieser beiden Organisationen", sagte Niedersachsens Landwirtschaftsminister. „Was wir hier vereinbart haben, ist wegweisend – für das Land, für den Bund und hoffentlich eines Tages auch für Europa."

Ähnlich positiv bewerten die Vertreter von ISN und AEF das gemeinsame Eckpunkte-Papier: „Wir Tierhalter arbeiten mit Hochdruck an Lösungen der für die Gesellschaft relevanten Themen. Der Verzicht auf das Kupieren der Schweineschwänze ist ein Paradebeispiel dafür", sagte ISN-Vorsitzender Heinrich Dierkes. AEF-Vorsitzender und Minister a.D. Uwe Bartels betonte: „Das konstruktive Mitwirken des AEF beim Verzicht auf nicht kurative Eingriffe wie das Schwänzekupieren bei Schweinen beweist ein weiteres Mal die Ernsthaftigkeit der Bemühungen der Region Oldenburger Münsterland, mehr Tierwohl in der Nutztierhaltung umzusetzen." Dierkes ergänzte, trotz vieler Bemühungen, auf das Schwänzekupieren bei Schweinen zu verzichten, gebe es hierfür „noch keine Patentlösung". Diese zu finden, sei eine „Herkulesaufgabe, die nur gelingen wird, wenn alle Aktivitäten der Tierhalter, der Wirt-schaft und der Politik in die gleiche Richtung laufen". Dierkes' Fazit: „Die Voraussetzungen dazu, wie das funktionieren kann, sind in dem Eckpunkte-Papier beschrieben."

Bartels sprach von einer großen Herausforderung für alle Akteure, „weil bisher trotz aller Bemühungen noch keine für die breite Nutztierhaltung in Deutschland umsetzbare Lösung verfügbar ist". Zum Nachteil der Tiere sollten keine Maßnahmen ergriffen werden, so der AEF-Vorsitzende. Gleichwohl biete die im intensiven Dialog mit dem Ministerium erreichte Vorgehensweise „die Voraussetzung, zeitnah echte Fortschritte im Sinne des Tierwohls zu erreichen, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Schweinehaltung zu sichern und den Strukturwandel nicht zu beschleunigen". Welche Bedeutung das nun unterzeichnete Eckpunkte-Papier für mehr Tierschutz und Tierwohl hat, erläuterte ISN-Vorsitzender Dierkes: „Der Weg bis zu diesem Eckpunkte-Papier war sehr steinig. Umso mehr freut es mich, dass wir uns nun nach solch zähem Ringen auf die Voraussetzungen für eine effektive und prakti-kable Tierwohlförderung im Sinne aller Beteiligten – vor allem der Tiere – einigen konnten." Das Papier sei „ein wichtiges Signal für uns Schweinehalter, dass unsere intensiven Bemü-
hungen berücksichtigt werden. Jetzt muss das Papier in der Umsetzung von allen Seiten auch tatsächlich mit Leben gefüllt werden."

Niedersachsens Landwirtschaftsminister zollte ISN und AEF großes Lob: „Dass Politik, Schweinehalter und Ernährungswirtschaft diesen Schulterschluss zeigen, spiegelt die aktuel-le gesellschaftliche Debatte wider und zeigt, dass die Anliegen der Verbraucherinnen und Verbraucher ernst genommen werden", resümierte Meyer. „Die ,Gemeinsamen Eckpunkte' bringen uns bei der sanften Agrarwende für mehr Tierschutz und Tierwohl ein gutes Stück voran."
Landwirtschaftsministerium, ISN und AEF verfolgen mit den „Gemeinsamen Eckpunkten" mehrere Ziele: erstens eine effektive und praktikable Tierschutzförderung, um auf das bisher übliche routinemäßige Kürzen von Schweineschwänzen zu verzichten. Dabei spielt die von Agrarminister Meyer auf den Weg gebrachte Förderung für mehr Tierschutz im Schweinestall (Ringelschwanzprämie) eine Rolle. Zweitens wird ein „Expertennetzwerk Tierschutz und Tiergesundheit" aufgebaut. Dem Gremium sollen unter anderem Tierärzte, Fütterungsexperten, produktionstechnische Berater und Vertreter von Schlachtunternehmen angehören. „Das wird bundesweit eine Premiere sein", so Meyer. „Denn ein koordiniertes Vorgehen zum Ver-zicht auf das Schwanzkupieren bei Schweinen existiert bislang nicht." Ein ganzheitliches Förder- und Beratungskonzept sei jedoch „unverzichtbar".


Drittens verfolgen die Unterzeichner der „Gemeinsamen Eckpunkte zur Tierwohlförderung" das klare Ziel, „wirksame Anreize für reale und machbare Verbesserungen in der Tierhaltung zu erreichen" – und zwar so, „dass der Strukturwandel nicht verschärft wird". Viertens ist für alle Beteiligten eines wichtig: Staatliche Förderprogramme sollen nicht gegensätzlich konzi-piert werden, sondern sich ergänzen, entweder mit anderen Aktivitäten auf Bundesebene oder auch mit privatwirtschaftlichen Vorhaben wie der „Initiative Tierwohl" zwischen Handel und Landwirtschaft. Dies wird nun mit der Tierwohl-Förderung des Landes und den gemein-samen Gremien gewährleistet.

Der besondere Stellenwert des Eckpunkte-Papiers liegt nach den Worten von Landwirtschaftsminister Christian Meyer auch darin begründet, „dass Niedersachsen insbesondere in der Schweinehaltung bundesweit eine besondere Verantwortung hat". Dies zeige allein ein Blick in die Statistik: „Der Schweinebestand umfasst rund zehn Millionen Tiere – also mehr als ein Drittel der etwa 28 Millionen Schweine bundesweit", so der Minister. „Gemeinsam wollen wir beim Tierschutz vorn sein – ökonomisch verträglich, wissensbasiert und nachhaltig."

Quelle Pressetext und Foto: 
Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Hannover