Aktuelles

04.12.2017 - Digitalisierung auch für die Agrar- und Ernährungswirtschaft ein brennendes Thema

Konstituierende Sitzung des AEF-Expertenkreises im Hause Kotte

Foto AG Digitalisierung - KopieAuf Einladung des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland (AEF) mit Sitz in Vechta unter Vorsitz von Uwe Bartels kamen am 04.12.2017 Vertreter der Mitgliedsunternehmen und – institutionen zur ihrer konstituierenden Sitzung in Rieste zusammen. Der neu gegründete Expertenkreis will sich dem digitalen Transformationsprozess innerhalb der Agrar- und Ernährungswirtschaft stellen.

Die digitale Transformation ist ein zentraler Erfolgsfaktor nicht nur für das einzelne Unternehmen, sondern für die gesamte Wertschöpfungskette der Agrar- und Ernährungs-wirtschaft. „Gerade für den Erhalt der Wirtschaftskraft dieser Branche im Oldenburger Münsterland gilt es, den Prozess in die Landwirtschaft 4.0 pro-aktiv mitzugestalten und die Branche bei dem Sprung in die digitale Ära zu unterstützen“, so der AEF-Vorsitzende Bartels.

Traditionelle Unternehmen und gesamte Branchen würden durch gänzlich neue Konzepte und Ansätze hinterfragt. Hier müsse sich die Agrar- und Ernährungsbranche zum Teil neu erfinden, so der neu gewählte Sprecher des Expertenkreises, Dr. Henning Müller von der Firma Kotte. Doch welche Potentiale bietet die Digitalisierung und welche Risiken gilt es zu beachten? Welche operativen Prozesse lassen sich durch neue Technologien transformieren? Und was passiert mit den abgerufenen Daten und wem gehören sie?

Der Expertenkreis will sich künftig diesen Fragen widmen und gezielte Lösungen für die Branche aufbereiten.

16.11.2017 - Niedersächsische Kooperation vertieft fachübergreifende Zusammenarbeit für Innovationen und nachhaltige Entwicklungen

PM 154 2017-11-09 Akzeptanz und gute Ideen sind Grundlage fr zukunftsfhige Agrarwirtschaft neuAkzeptanz und gute Ideen sind Grundlage für zukunftsfähige Agrarwirtschaft 

Die Agrarwirtschaft in landwirtschaftlichen Intensivregionen muss in den kommenden Jahren einen großen Veränderungsdruck bewältigen. Das hat der Fachbeirat der „Kooperation zur Transformationswissenschaft für die agrarische Intensivregion im Nordwesten Niedersachsens“ gestern auf seiner jüngsten Sitzung in Vechta bekräftigt. Die teilnehmenden Fachleute sind sich darin einig, dass Wissenschaft, Nichtregierungsorganisationen und Wirtschaft bei der Lösung der anstehenden Aufgaben noch enger zusammenarbeiten müssen. Ebenso wichtig sei aber auch der Dialog mit der Bevölkerung. Gute Ideen für eine zukunftsfähige Agrarwirtschaft hätten es leichter, wenn sie eine breite Akzeptanz fänden. Dies könne nur mit einem übergreifenden Forschungsansatz erreicht werden, d.h. wenn Meinungen aber auch Wissen aller Akteure bereits bei der Entwicklung von Maßnahmen einbezogen werden. Der Fachbeiratsvorsitzende Professor Hans Schulte-Nölke, Universität Osnabrück, betonte, die Notwendigkeit, fachliche und institutionelle Grenzen zu überwinden. Er sagte: „Isolierte Fachdisziplinen können auf die drängenden Fragen zum Tierwohl, zum zukunftsfähigen Nährstoffmanagement oder zu neuen Gesamtansätzen für die Vereinbarkeit von Landwirtschaft und Umwelt immer nur Teilantworten geben. Wir bündeln in unserer Kooperation exzellente Forschung an niedersächsischen Universitäten und Hochschulen und erarbeiten daraus mit der regionalen Wirtschaft und der Zivilgesellschaft Lösungen für eine zukunftsfähige Agrarwirtschaft.“

An der „Kooperation zur Transformationswissenschaft für die agrarische Intensivregion im Nordwesten Niedersachsens“ beteiligt sind die Universität Göttingen, die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, die Hochschule Osnabrück, die Universität Osnabrück sowie die Universität Vechta. Auf Seiten der Wirtschaft engagieren sich die Oldenburgische IHK, die IHK Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim, die Landwirtschaftskammer Niedersachsen, das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland e.V. und der Kleine Kreis e.V. Außerdem dabei sind der WWF Deutschland, der BUND Landesverband Niedersachsen sowie das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur und das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Die Kooperation wird jährlich mit 150.000 Euro finanziert. Die Mittel werden von Wissenschaft und Wirtschaft zu gleichen Teilen bereitgestellt.

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01.11.2017 - AEF nimmt Ernährungstrends unter die Lupe

PB010002 WebsiteWie entwickelt sich der gegenwärtige Trend in der Ernährungsbranche zu mehr vegetarischen und veganen Fleischersatzprodukten und welche neuen Trends zeichnen sich schon jetzt im Markt ab? Was bedeutet das für die konventionell erzeugten Fleischprodukte im Wettbewerb? Und worauf haben sich Tierhalter künftig einzustellen? Diesen Fragen stellten sich am 01.11.2017 in Vechta auf Einladung des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterlandes unter Vorsitz des Ex-Agrarministers Uwe Bartels vier Branchenexperten aus Unternehmen, Verbänden und Wissenschaft. Moderiert wurde die Veranstaltung von Dietrich Holler, vox viridis.

„Food Trends entspringen zwar meist in den Großstädten, ihre Wirkung zeigen Sie aber auch im ländlichen Raum. Und, sie bieten wichtige Orientierungshilfen für unternehmerische Entscheidungen“, so das Eingangsstatement des Vorsitzenden Bartels. Er unterstrich die Auswirkungen des Ernährungswandels auf einzelne Bereiche der Ernährungswirtschaft und insbesondere auf die Herzkammer der Tierproduktion im Oldenburger Münsterland.

Das nichts so beständig ist wie der Wandel, hat auch die traditionsreiche Wurstbranche erkannt und auf die verändernden Verbraucherwünsche reagiert. Mit großem Erfolg und hoher Medienpräsenz habe die Rügenwalder Mühle seit 2014 zahlreiche Fleischersatzprodukte auf den Markt gebracht, so berichtete Jörg Bunk aus dem Bereich Markenführung des Unternehmens. Nicht mehr das Kernprodukt stehe für die Kaufentscheidung im Mittelpunkt, sondern insbesondere der Wunsch des Verbrauchers nach nachhaltigem Mehrwert.

Diese Aussage wurde unterstützt von Dr. Ingo Stryck, Marketing-Geschäftsführer bei Wiesenhof. Ernährung sei heute ein Stilelement der individuellen Abgrenzung. In Zeiten des Wohlstandes sei es angesagt, auf Fleisch zu verzichten. Allerdings, so waren sich beide Unternehmensvertreter einig, habe sich die Marktdynamik für Fleischersatzprodukte nach einem ersten „Hype“ deutlich stabilisiert.

Von einer neuen Verbraucherspezies der „Reduzierer“ sprach Matthias Rohra, Vertreter des Vereines PROVEG (vormals Vegetarierbund). Viele Menschen reduzieren zunehmend ihren täglichen Anteil an tierischen Produkten, nicht nur aus gesundheitlichen Gründen, sondern so Rohras Ansicht, um Probleme dieser Welt zu lösen. Sein Verein habe es sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahre 2040 den Fleischkonsum weltweit um 50% zu senken. So sieht Rohra dieses als probates Allheilmittel gegen Volkskrankheiten, mögliches Tierleid, weltweiter Ernährungssicherung und Umweltschutz. In Sachen Kaufentscheidungen für Fleischersatzprodukte müssen Vegetarier und Veganer nicht erst überzeugt werden; diese würden grundsätzlich nicht zu diesen Produkten greifen.

In seinen Ausführungen bezweifelte Dr. Volker Heinz, Leiter des Institutes für Lebensmitteltechnik aus Quakenbrück (DIL), dass der Verzicht auf Fleisch sämtliche Umweltprobleme lösen könne. Heinz machte dieses anhand der Proteinversorgung deutlich. Diese werde künftig sowohl aus tierischen als auch aus steigenden pflanzlichen Alternativen gedeckt werden müssen. Beide Komponenten seien notwendig, um künftig 9 Mrd. Menschen zu ernähren. In vielen Regionen der Erde müsse der Mensch jedoch noch überzeugt werden, auf pflanzliche Proteine umzuschwenken. Grundsätzlich, so Heinz, sei Fleisch aufgrund des Vitamins B12 und seiner löslichen Proteine, ein sehr wertvolles Lebensmittel. Von einem Schwarz-Weiß-Denken bei dem Verzehr von Fleisch riet er ab. „Wenn es dem Verbraucher schmeckt, wird das Produkt gekauft“, so seine Kernaussage.

Bartels mahnte, dass eine Region, die auch künftig im Ernährungssektor eine führende Rolle spielen will, sich rechtzeitig auf neue Nachfragetrends einstellen müsse.

„Vegetarismus – Veganismus – ein langfristiger Ernährungstrend?“

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Fristeten vegetarische und vegane Produkte jahrelang in den Regalen des Lebensmitteleinzelhandels ein Schattendasein, suchen deutsche Verbraucher heute zunehmend nach pflanzlichen Varianten für ihre Ernährung. Dies nicht nur aus gesundheitlichen Gründen, sondern insbesondere auch aus Aspekten der Nachhaltigkeit. „Diese Entwicklung betrifft in besonderem Maße die fleisch- und lebensmittelverarbeitenden Betriebe in Südoldenburg“, erklärte der Vorsitzende des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland (AEF), Uwe Bartels.

Ist dieser Trend zum Verzehr pflanzlicher bzw. Fleischersatz-Produkte ein Zeitgeistphänomen, das mit der Zeit abbaut, oder bleibt diese Nachfrage dauerhaft? Welche Produktions- und Kaufimpulse setzt diese Marktentwicklung und wie ordnen sich die Unternehmen selbst in diese Entwicklung ein?

Diese Fragen sollen auf Einladung des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland

am Mittwoch, 01. November 2017 um 17:00 Uhr im Gasthof Sextro, Oythe 21, 49377 Vechta,

von Branchenexperten beantwortet und diskutiert werden. Auch wollen wir einen Ausblick in die Zukunft unserer Ernährung werfen. Vertreter der Rügenwalder Mühle, der Wiesenhof-Gruppe, des Deutschen Institutes für Lebensmitteltechnik sowie des Vereins ProVEG sind als Referenten geladen. Moderiert wird diese Veranstaltung von Dietrich Holler, vox viridis.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei.

Anmeldungen dazu – auch von Nichtmitgliedern - nimmt die Geschäftsstelle des AEF per E-Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! entgegen.

Kontakt:
Agrar- und Ernährungsforum
Oldenburger Münsterland e.V.
Driverstraße 18 ▪ 49377 Vechta
Tel. 04441.85389-10, Fax. 04441.85389-20
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.aef-om.de
Vorsitzender: Uwe Bartels Min.a.D.
Büroleitung: Ruth Overberg

10.10.2017 - Afrikanische Schweinepest steht faktisch vor der Haustür

IMG 0321 - KopieWirtschaftliche Schäden für Südoldenburg wären verheerend.

Rund 120 Vertreter der Fleischbranche, der Landwirtschaft und Veterinärmedizin fanden auf Einladung des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland (AEF) am 10.10.2017 im Kreishaus Cloppenburg zusammen, um sich über die Folgen einen Seucheneintritts der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu informieren. Vertreter des Friedrich-Loeffler-Institutes, des LAVES, des Landkreises Cloppenburg sowie der Gesellschaft für Seuchenvorsorge (GESEVO) diskutierten, wie die Seuche ferngehalten werden kann.

Landrat Johann Wimberg dankte in seinen Begrüßungsworten dem AEF, dass es sich diesem sensiblen Thema stelle. Die Region dürfe die Augen vor dem Risiko eines Seucheneintritts nicht verschließen, da die wirtschaftlichen Folgen für die gesamte Branche verheerend seien.

Auch Uwe Bartels, Vorsitzender des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland und Exminister, machte deutlich, dass Deutschland vor einem hohen Einschleppungsrisiko der Afrikanischen Schweinepest stehe. Noch vor Augen hatte Bartels den Ausbruch der Klassischen Schweinepest im Jahre 1993. Diese hatte bereits volkswirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe ausgelöst. Die Folgen eines ASP-Ausbruches im Oldenburger Münsterland wären noch gravierender. Bartels unterstrich auch die Erfahrungen, die die Region mit der Seuchen-bekämpfung vorweise. Er forderte alle Beteiligten auf, jedwedes Risiko einer Einschleppung zu minimieren.

Die Virologin des Friedrich-Loeffler-Institutes, Dr. Sandra Blome, beschrieb das Virus als hochkomplex Die Anzeichen der Erkrankung sind nur durch labordiagnostische Methoden von anderen Infektionen zu unterscheiden. Für die Bekämpfung stehen – in Ermangelung eines Impfstoffes – nur drastische veterinärhygienische Maßnahmen zur Verfügung. Bei mehr als 90% der infizierten Schweine führe das Virus zum Tod. Die Seuche grassiere sowohl bei Wildschweinen als auch in Schweine haltenden Betrieben. Ein Impfstoff, der das Virus eindämme, sei vermutlich auch innerhalb der nächsten 5 bis 10 Jahre nicht verfügbar. Als Grund nannte sie u.a. die fehlende Grundlagenforschung. Diese stecke leider noch immer in den Kinderschuhen.

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