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01.09.2022: Podiumsdiskussion zur Landtagswahl: "Wege in eine zukunftsfähige Agrar- und Ernährungswirtschaft"

2021 01 30 AG Screenshot WebsiteDer Verbund Transformationsforschung agrar Niedersachsen (trafo:agrar) hat in Kooperation mit dem Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland und dem Niedersächsischen Geflügelwirtschaftsverband am 1. September 2022 zu einer Podiumsdiskussion mit den agrarpolitischen Sprecherinnen und Sprechern der vier Landtagsfraktionen zum Thema „Wege in eine zukunftsfähige Agrar- und Ernährungswirtschaft in Niedersachsen“ in die Universität Vechta eingeladen. Rund 120 Gäste aus der Branche waren der Einladung in Präsenz gefolgt.

In ihrer Begrüßung ging die Präsidentin der Universität Vechta, Prof.in Dr.in Verena Pietzner auf die zahlreichen, aktuellen Herausforderungen der für Niedersachsen so wichtigen Branche ein. Der Wirtschaftszweig Agrar- und Ernährungswirtschaft erlebe derzeit einen Transformationsprozess von ungeheurer Dynamik. Neben der Geflügel- und Afrikanischen Schweinepest in Niedersachsen stünden mehr Tierschutz, mehr Arten-, Klima- und Umweltschutz auf der Agenda. Gleichzeitig stehe nicht nur diese Branche, sondern das ganze Land angesichts des Kriegsgeschehens in der Ukraine steigenden Energiekosten, Wasser- und Personalmangel gegenüber. Bereits im Corona-Geschehen – und erst recht durch den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine – befinde sich die Ernährungssicherung im Fokus von Politik und Gesellschaft. Die fehlende Wertschätzung für die Land- und Ernährungswirtschaft und der gesellschaftliche Wandel würden die Liste an Herausforderungen und Aufgaben für Politik, Betriebe und Unternehmen erweitern. In Kooperation mit weiteren Hochschulen und Institutionen in Niedersachsen sei die Universität Vechta über den Verbund Transformationsforschung agrar Niedersachsen an zahlreichen, zukunftsweisenden Projekten beteiligt und lege als Hochschule in Verantwortung mit vier neu eingerichteten Stiftungsprofessuren und dem Institut VISTRA einen besonderen Fokus auf die Erforschung von Transformationsprozessen in ländlichen Räumen.

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15.08.2022: AEF begrüßt Bekenntnis der FDP-Landtagsfraktion zur niedersächsischen Tierhaltung

2021 05 04 SG WebsitePositiv hat das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland (kurz: AEF) auf das heute im Rahmen einer Pressekonferenz in Hannover vorgestellte Positionspapier der niedersächsischen FDP-Landtagsfraktion zur Zukunft der Tierhaltung in Niedersachsen reagiert.

Damit, so wertete das AEF zustimmend, habe die FDP sich nunmehr für eine zweckgebundene Tierwohlabgabe auf Fleischprodukte ausgesprochen. Genau wie das AEF sieht die FDP darin eine verlässliche Möglichkeit, nicht nur die notwendigen Investitionen, sondern auch die Mehrkosten auf den landwirtschaftlichen Betrieben langfristig zu finanzieren und abzusichern. Auch dass sich die FDP für eine verpflichtende Haltungs- und Herkunftskennzeichnung, die auch die „Außer-Haus-Ware“ einbeziehen soll, ausspricht, wird vom AEF positiv bewertet. Gleiches gilt für die Angleichung von Tierwohlstandards im Rahmen der EU sowie für die Anpassung des gültigen Rechtsrahmens beim Bau- und Planungsrecht, für das sich die FDP stark macht.

„Mit diesem Papier hat sich die FDP eindeutig zur Nutztierhaltung, insbesondere für die im Nordwesten Niedersachsens ansässige Veredlungswirtschaft mit ihren vor- und nachgelagerten Branchen, bekannt“, so der AEF-Vorstandsvorsitzende Sven Guericke. „Nun liegt es an der Bundesregierung, mit den richtigen Partnern die Zielsetzungen der Borchert-Kommission umzusetzen und den Gesetzesentwurf für das staatliche Tierhaltungslabel noch tragfähiger auszugestalten.“, so Guericke. Das AEF kritisiert, dass der Gesetzesentwurf des BMEL andere Absatzkanäle als den LEH sowie die Produktbereiche Geflügel und Rind komplett ausklammere. Auch könne es nicht sein, dass Fleischprodukte aus dem Ausland, die zu geringeren Standards erzeugt werden, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Tierhaltung unterwanderten.
Mit dem nun vorliegenden Positionspapier, so konstatiert Guericke, könne der Transformationsprozess für die deutsche Nutztierhaltung wirtschaftsverträglich und nachhaltig gelingen und damit ein drohender Strukturbruch im Nordwesten Niedersachsens verhindert werden. Die FDP habe - vor dem Hintergrund der anstehenden Landtagswahl in Niedersachsen am 09.10.2022 – nunmehr noch rechtzeitig die richtigen agrarpolitischen Akzente gesetzt.

 

13.07.2022: Regionale Agrar- und Ernährungswirtschaft Transformation durch Innovation

2022 07 Deckblatt TRAIN bildAuf die Agrar- und Ernährungswirtschaft in Nordwest-Niedersachsen kommen in den nächsten Jahren erhebliche strukturelle Veränderungen zu. Das zeigt das Projekt „Transformationsszenarien der Agrar- und Ernährungswirtschaft in Nordwest-Niedersachsen (TRAIN)“, das von der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer initiiert und mit einer Vielzahl an Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung umgesetzt wurde.

Im Rahmen eines partizipativen Prozesses wurden verschiedene Szenarien entworfen, die mögliche Entwicklungen der Agrar- und Ernährungswirtschaft und ihrer Umfelder aufzeigen. Für drei Szenarien hat das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) untersucht, welche Auswirkungen eine Reduktion der Viehaltung auf die regionale Bruttowertschöpfung und Beschäftigung im Betrachtungszeitraum 2020 bis 2030 hätte. Das Ergebnis: In jedem Szenario kommt es zu – teils erheblichen – Einbußen.
Schon im Szenario „geringer Rückgang der Viehhaltung“ geht die Bruttowertschöpfung in der Agrarwirtschaft um 20 Prozent und in der Nahrungs- und Futtermittelindustrie um 11 Prozent zurück. Die Beschäftigungsverluste sind mit 20 bzw. 12 Prozent fast ebenso hoch. Im Szenario „starker Rückgang“ bricht die Bruttowertschöpfung in der Agrarwirtschaft um 54 Prozent und in der Nahrungs- und Futtermittelindustrie um 30 Prozent ein. Die Beschäftigungsverluste liegen bei 55 bzw. 32 Prozent.
Durch Verflechtungen mit weiteren Branchen addieren sich die Gesamtverluste bei der Bruttowertschöpfung je nach Szenario auf 1,1 bis 3,0 Milliarden Euro, bei der Beschäftigung auf 8.900 bis 23.900 Arbeitsplätze.

IHK-Präsident Jan Müller kommentiert die Projektergebnisse wie folgt: 
„Die Agrar- und Ernährungswirtschaft befindet sich im Wandel, und dieser Wandel wird sich in Zukunft beschleunigt fortsetzen. Die positive Nachricht ist: Wir können den Wandel aktiv mitgestalten. Wenn wir auf die Transformation mit Innovation antworten, können wir die Agrar- und Ernährungswirtschaft als wichtigste Säule der regionalen Wirtschaft erhalten. Mehr noch: Der weltweite Bedarf an Nahrungsmitteln steigt, und damit auch der Bedarf an Technologie, Wissen und Know-how, um diese Nahrungsmittel nachhaltig und effizient zu produzieren. Hier sehe ich große Chancen für unsere Region. Diese Chancen werden wir aber nur nutzen können, wenn wir verhindern, dass immer größere Teile der Produktion – und damit auch des Wissens – ins Ausland abwandern. Es muss gelingen, die geschlossenen Wertschöpfungsketten als Alleinstellungsmerkmal und Wettbewerbsvorteil der Region zu erhalten.“

Hier finden Sie die Kurzfassung der Studie: (PDF-Datei · 237 KB)
Die komplette Studie finden Sie hier (PDF-Datei · 7178 KB).

Projektpartner:

  • Oldenburgische Industrie- und Handelskammer (Projektträger)
  • Landwirtschaftskammer Niedersachsen
  • Landkreise Cloppenburg, Emsland, Vechta
  • Handwerkskammer Oldenburg
  • Wissenschaftliche Koordinierungsstelle Verbund Transformationsforschung agrar Niedersachsen (Projektleitung)
  • Hamburgisches WeltWirtschaftsInstitut (HWWI)
  • Scenario Management International AG

04.07.2022: AEF richtet Nachhaltigkeitspanel mit Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft ein

2022 07 04 AG Nachhaltigkeit WebsiteAm 04.07.2022 trafen sich Experten aus der regionalen Wirtschaft und Wissenschaft zu ihrer konstituierenden Sitzung „Nachhaltigkeit in der Agrar- und Ernährungs-wirtschaft“ bei der GS agri in Schneiderkrug. Das Agrar- und Ernährungsforum mit Sitz in Vechta (kurz: AEF) hat das Panel eingerichtet, um Nachhaltigkeitspotentiale der Branche herauszu-arbeiten und darzustellen. Sprecherin des Panels ist Dr.in Lina Sofie von Fricken, verantwortlich für die strategische Unternehmensentwicklung bei der GS agri.

„Obwohl sich bereits zahlreiche Unternehmen intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandergesetzt haben, braucht es jetzt dringender denn je diese Debatte innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette.“, so der Vorstandsvorsitzende des AEF, Sven Guericke. Man wolle innerhalb der Gruppe gemeinsam ausloten, an genau welcher Stelle des Agriclusters Nachhaltigkeitspotentiale vorliegen und mit welchen Tools diese ermittelt und berechnet werden können. „Davon profitieren nicht nur die Branchenunternehmen, sondern die gesamte Region. Wir wollen Vorreiter sein“, konstatiert die Sprecherin Dr.in von Fricken.

Parallel dazu plant das Panel, praxisnahe Leuchtturmprojekte auf den Weg zu bringen. Fördergelder dafür stünden ausreichend auf EU-, Bundes- und Landesebene zur Verfügung, so die Leiterin des Verbundes Transformationsforschung agrar, Dr.in Barbara Grabkowsky.

Mit der Einrichtung der Expertengruppe will das AEF nicht nur seinen Beitrag zum Klimawandel leisten, sondern Fakten für eine verbesserte Verbraucherkommunikation liefern.

02.07.2022: ASP-Ausbruch im Emsland: AEF appelliert an verstärkte Biosicherheit auf den Höfen

Schweine Flatdeck kleinMit großer Besorgnis hat das Agrar- und Ernährungsforum (kurz: AEF) auf den am 02.07.2022 durch das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) und das LAVES bestätigten Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in einem Schweine haltenden Betrieb im Emsland reagiert. „Nun ist das eingetreten, was die Branche so lange befürchtet hat. Mehr denn je sind die Betriebe jetzt angehalten, auf eine stärkere Biosicherheit zu achten“, so der Vorstandsvorsitzende des AEF, Sven Guericke.
Da der Eintragsweg der ASP in diesen Betrieb zurzeit noch unklar ist, bleibt die Hoffnung, dass dieser seitens der Behörden nun schnellstmöglich identifiziert und nachverfolgt werden kann, konstatiert Guericke.

„Ich bin beruhigt, dass das Land Niedersachsen auf einen solchen Fall bestens vorbereitet ist und so schnell und professionell auf diesen Seucheneintritt reagiert. Durch dieses Seuchen-management übernehmen Landesregierung und alle beteiligten Partner Verantwortung für die landwirtschaftlichen Betriebe, die ohnehin aktuell an ihre wirtschaftlichen Grenzen stoßen und auf Unterstützung angewiesen sind“, so Guericke.
Glücklicherweise habe dieser Fall zunächst keine weiteren Auswirkungen auf den Fleischmarkt, da Deutschland ohnehin bereits Exportbeschränkungen mit entsprechenden Folgen für den Schweinefleischmarkt unterliege.

Offen bleibe aber die Frage, welche Auswirkungen dieser Fall auf Transportwege und Schlachtungen in der Region haben werde. Das AEF hoffe, dass es bei diesem einmaligen Fall in der Region bleibe und weitere Seucheneinträge auf den Höfen verhindert werden können.
Die kürzlich veröffentlichte ASP-Risikoampel des Verbundes Transformationsforschung agrar unter Leitung von Dr.in Barbara Grabowsky biete den Landwirten dafür ein geeignetes Tool zur Prophylaxe eines Seucheneintritts.

Der Fall unterstreiche noch einmal mehr, wie wichtig auf Dauer ein Vakzin zur Impfung der Tiere wäre. Dazu müsse aber die Politik - auch auf EU-Ebene- die notwendigen Impulse für die Pharmaindustrie setzen.