Aktuelles

03.04.2020: Düngeverordnung: Wichtiger Baustein für einen Gesellschaftsvertrag

Vechta, 03. April 2020 – Die am 27.03.2020 vom Bundesrat beschlossene Düngeverordnung des Bundes, mit all ihren fachlichen Mängeln, aber mit dem klaren Auftrag an den Bund, entscheidende Nachbesserungen in einer bundesweit geltenden Verwaltungsvorschrift innerhalb der nächsten drei Monate den Ländern vorzulegen, kann ein Baustein für einen Gesellschaftsvertrag für eine zukunftsfähige Landwirtschaft in Deutschland sein.

Der Konsens sei dringender denn je. Dies erklärte der Vorsitzende des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland und ehemaliger niedersächsischer Landwirtschaftsminister, Uwe Bartels, am Freitag in Vechta. Er könne allen Beteiligten nur empfehlen, sich unverzüglich konstruktiv an der inhaltlichen Ausarbeitung der bundeseinheitlichen Verwaltungsvorschrift des Bundes zu beteiligen, die in den nächsten drei Monaten den Ländern im Ergebnis vorliegen müsse. Darin werden die von den Ländern im Bundesratsverfahren durchgesetzten Regelungen sowie die Zusagen der Bundesregierung für die Ausweisung der Roten Gebiete festgelegt. So zum Beispiel die bundesweit verpflichtende Binnendifferenzierung anhand von Emissionsdaten und damit eine verursacherbezogene Ausweisung der besonders mit Nitrat und Phosphat belasteten Gebiete.

Mit diesen neuen Eckdaten müssten dann die Bundesländer ihre bereits festgelegten Roten Gebiete überprüfen und neu festlegen. In Ergänzung dazu käme die in Niedersachsen bereits laufende Überprüfung des Messstellennetzes. Diese Erkenntnisse sollen bei der Nachjustierung der Roten Gebiete berücksichtigt werden.

Auch diese in Zuständigkeit der Länder liegenden Arbeitsschritte sollten aufmerksam und konstruktiv von den Landwirten begleitet werden.

23.03.2020: Jochen Borchert zu Gast bei der diesjährigen AEF-Mitgliederversammlung

Zu seiner diesjährigen Mitgliederversammlung lädt das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland (AEF) am

               Montag, 23.03.2020 um 16:00 Uhr

seine Mitgliedsunternehmen, Förderer und Interessierte in das Gasthaus Hogeback, Erlte 7 in 49429 Visbek ein.

Im Anschluss an den offiziellen Teil wird um ca. 17:00 Uhr Minister a.D. Jochen Borchert,
Leiter des BMEL-Kompetenznetzwerkes für Nutztierhaltung zu den kürzlich veröffentlichten

               » Empfehlungen zum Umbau der Nutztierhaltung:
               Hintergründe, Intentionen sowie weiteres Vorgehen «

referieren.

Die Vorschläge seitens der BMEL-Kommission beinhalten neben der Entwicklung von Zielbildern und Zeitplänen auch eine Finanzierungsstrategie für einen langfristigen Umbau zu mehr Tierwohl und Umweltschutz innerhalb der nächsten 20 Jahre.
Gemeinsam mit Jochen Borchert will das AEF im Rahmen dieser Veranstaltung die Chancen dieser Empfehlungen für die Veredlungsregion Oldenburger Münsterland ausloten und diskutieren.

Anmeldungen nimmt die AEF-Geschäftsstelle unter 04441.85389-10 (Ruth Overberg) oder unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!entgegen.

 

13.02.2020: Uwe Bartels zur Borchert-Kommission: „Vorschlag ist ein Bemühen für ein zukunftsfähiges Konzept der Nutztierhaltung“

Vechta, 13.02.2020 – „Endlich liegt ein Vorschlag auf dem Tisch, der bemüht ist, ein zukunftsfähiges Konzept der Nutztierhaltung zur Diskussion zu stellen.“ erklärte der Vorsitzende des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland Uwe Bartels.

Es beinhalte alle wichtigen Elemente eines zukünftigen Gesellschaftsvertrages über eine nachhaltige Landwirtschaft, der von allen Teilen der Gesellschaft für einen langen Zeitraum von mindestens 20 Jahren als verbindlich angesehen wird, so Bartels. So seien mittel– und langfristige Zeitrahmen für Tierwohlställe vorgegeben, eine Neujustierung der Rechtsbereiche, die bisher durch ihre Widersprüchlichkeiten Veränderungen von Ställen verhindert haben, ein auf mindestens 20 Jahre gesicherter Finanzierungsvorschlag für den Mehraufwand (Investitionen/Arbeitsaufwand) der Landwirte, der durch den Verbraucher nicht honoriert werde, die Notwendigkeit einer umfassenden Folgeabschätzung und Evaluierung der bisherigen Maßnahmen, vorgesehen.

Über einige Empfehlungen müsse jedoch kritisch verhandelt werden: Die Unverbindlichkeit des staatlichen Tierwohllabels in den ersten fünf Jahren; die vage Hoffnung auf ein EU– einheitliches Tierwohllabel in 2025. Die fehlende Konkretisierung der Neujustierung der Rechtsbereiche, obwohl dieser Bereich den drängendsten Handlungsbedarf reklamiert.

Es muss deutlich herausgestellt werden, dass viele unterschiedliche Ställe der Zukunft gefördert und als Zielmarke angestrebt werden, soweit sie die wissenschaftlich vorgegebenen Ziele zur Verbesserung des Tierwohls, der Umwelt und des sparsamen Umgangs mit Ressourcen sowie der Biosicherheit erfüllen.

„Jetzt sind Ministerin Klöckner und ihre Ressortkollegen am Zug, um zügig die Empfehlungen nachzuarbeiten und eine breite Mehrheiten im Parlament zu sichern“, schloss Bartels seine Erklärung.

 

03.02.2020 - „Das Oldenburger Münsterland wird zur Nagelprobe des Transformationsprozesses in Deutschland“

AEF Maren CDL B1Ist die Wertschöpfungskette der Agrar- und Ernährungswirtschaft im OM vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Agrarpolitik noch zukunftsfähig? Und wie muss eine Transformation der gesamten Wertschöpfungskette im Sinne der Nachhaltigkeit gestaltet werden? Diesen Fragestellungen wurde vor rund 150 Teilnehmern am 03.02.2020 im Kreishaus Vechta mit zahlreichen Branchenexperten nachgegangen. Dazu eingeladen hatten das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland unter Vorsitz des ehemaligen nds. Landwirtschaftsministers Uwe Bartels in Kooperation mit der Fachzeitschrift Land & Forst, deren Chefredakteurin, Maren Diersing-Espenhorst, die Moderation übernommen hatte.

Bereits im Begrüßungsdialog machte AEF-Vorsitzender Bartels deutlich, dass die Branche bereits heute pro-aktiv und mit innovativen Ansätzen die Erwartungen der Gesellschaft und Politik bei der Klima- und Tierwohldebatte erfüllen möchte, jedoch immer wieder am geltenden Recht scheitere. „Die Branche benötigt dringend eine klare Zielvorgabe für die künftige Ausrichtung der Agrar- und Ernährungswirtschaft, eine Neujustierung der sich behindernden Gesetze und die Regelung einer entsprechenden Finanzierung“, mahnte Bartels in Richtung Politik. Darüber hinaus regte er eine Studie zur Ermittlung der Auswirkungen der aktuellen Herausforderungen für die Wertschöpfungskette auf die ökonomischen und sozialen Strukturen im Oldenburger Münsterland an. Harmut Heinen, Erster Kreisrat des Landkreises Vechta, lobte die Bestrebungen der Branche und versprach, diese auf kommunaler Ebene weiterhin bei dem Transformationsprozess zu unterstützen. Aufgrund der rechtlichen Unsicherheitslage in der Landwirtschaft, ging dieser allerdings von einer Verringerung der jetzigen Tierzahlen in der Region aus.

Diesem Szenario stimmte Prof. Folkhard Isermeyer vom Thünen-Institut in seinem Impulsvortrag zu: Aus ökologischer Sicht würde erheblicher Druck der Gesellschaft in Richtung Verringerung der Tierzahlen ausgeübt. Mit einer Anhebung der verfügbaren Fläche für Tiere würden zwar weniger Tiere im Stall stehen, dafür müsse der Landwirt jedoch mittels einer Finanzierungsstrategie, die derzeit im BMEL-Kompetenzkreis Tierwohl erarbeitet würde, entschädigt werden. Für diese Umbauten müsse der Bund Kosten in Höhe von 3 bis 5 Milliarden Euro veranschlagen. Isermeyer sprach sich für ein gesellschaftliches Zielbild aus, wie künftig mit Tieren umgegangen werden solle. Für das Oldenburger Münsterland sieht Isermeyer zwei positive Entwicklungen. Zum einen bliebe der Landwirt - trotz Umbaus der Tierhaltung - mit der geplanten Förderung einkommensmäßig gleich gestellt. Zum anderen verhielten sich Tierwohl sowie das Umwelt- und Baurecht kohärent mit dem Zielbild einer künftigen Nutztierhaltung, was auch zwangsläufig zu mehr Um- und Neubauten von Ställen führen werde. Gleichzeitig stiege die Akzeptanz für die Tierhaltung.

Gert Stuke, Präsident der Oldenburgischen IHK, hob in seinem Vortrag die wirtschaftliche Stärke der Agrar- und Ernährungswirtschaft in dieser Region hervor. Aufgrund ihrer einzigartig geschlossenen Wertschöpfungskette sei es von hoher Wichtigkeit, den jetzigen Status Quo im Sinne aller Branchenbeteiligten zu erhalten. Was die Branche jetzt bei dem notwendigen Transformationsprozess benötige, seien gesellschaftliche Akzeptanz sowie ökonomische, ökologische und sozial verträgliche Konzepte und Lösungen - flankiert von der Politik. Stuke sprach sich aufgrund der hohen Innovationsstärke der Region sowie der immer stärker durchdringenden Digitalisierung innerhalb des Clusters grundsätzlich für ein qualitatives Wachstum der Branche aus. Damit werde die Region die bestehenden Herausforderungen langfristig lösen können. Beide Landkreise, Vechta und Cloppenburg, forderte Stuke auf, den Ausbau der digitalen Infrastruktur zu beschleunigen und den Transformationsprozess der Branche aktiv zu begleiten.

Im Rahmen von vier Podien wurden gezielt Vertreter der einzelnen Wertschöpfungsstufen zur künftigen Ausrichtung der Agrar- und Ernährungswirtschaft befragt. Das Oldenburger Münsterland werde zur Nagelprobe des Transformationsprozesses in Deutschland. „Wenn wir die Transformation nicht in dieser Region schaffen, dann wird es uns nirgendwo in Deutschland gelingen“, so Prof. Dr. Ludwig Theuvsen vom nds. Landwirtschaftsministerium. Diskutiert wird die mangelnde Kommunikation der Branche. Prof. Dr. Windhorst sieht die Branche vornehmlich getrieben durch den Lebensmitteleinzelhandel. Dieser werde künftig die Standards setzen. Auch werde die Blockchain-Technologie bis in die letzte Stufe der Wertschöpfungskette greifen.
Größte Herausforderungen bleiben – laut Aussagen der einzelnen Podiumsdiskutanten, insbesondere die der landwirtschaftlichen Vertreter - die fehlende Planungs- und Bestandssicherheit bei Stallumbauten, die fehlende konstruktive und ehrliche Auseinandersetzung mit der Gesellschaft, was in der Praxis umsetzbar ist oder nicht, der Preisdruck auf dem Weltmarkt sowie die anhaltende Dürre und damit einhergehende Missernten aufgrund des Klimawandels.

Auf die Frage zur Ausrichtung der fleischverarbeitenden Branche und ob es einer Erweiterung des Portfolios um alternative Proteinquellen bedarf, war man sich einig, dass es nicht um ein „Entweder-Oder“, sondern vielmehr um ein „Sowohl-Als-Auch“ bei dem Nebeneinander von konventionell herstellten und Alternativ-Produkten gehen müsse. Windhorst gibt allerdings zu bedenken, dass jetzt eine Generation heranwachse, die nicht mehr nur mit Fleischkonsum groß werde. Diese Bevölkerungsgruppe würde künftig verstärkt die Ausrichtung der Branche beeinflussen.

03.02.2020 - Einladung: Wo steht die Agrar- und Ernährungswirtschaft des OM im Jahr 2030?

Das Oldenburger Münsterland rangiert in Bezug auf Beschäftigungsquote, Industrieumsatz und Wirtschafts-wachstum bundesweit auf den vorderen Plätzen. Der Erfolg dieser Region fußt maßgeblich auf die in den vergangenen Jahrzehnten europaweit einzigartig etablierte Wertschöpfungskette der Agrar- und Ernährungs-wirtschaft mit ihren zahlreichen international tätigen mittelständischen Betrieben, insbesondere auch im vor- und nachgelagerten Bereich.

Trotz dieser positiven wirtschaftlichen Ausgangsbasis steht die gesamte Branche vor enormen Herausforderungen. Große Teile der Gesellschaft kritisieren – nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund des Klimawandels – die Art der Tierhaltung und ihre Auswirkung auf die Umwelt. Die Politik reagiert entsprechend mit ordnungsrechtlichen Auflagen. Landwirte und Unternehmer sorgen sich zunehmend, welche Konsequenzen ein möglicher Strukturwandel durch die Vielzahl der Auflagen nach sich ziehen könnte.

Bezogen auf die einzelnen Branchensegmente soll im Rahmen dieser Veranstaltung mit Wirtschaftsvertretern und Wissenschaftlern beleuchtet werden, wie sich die Region OM unter den sich veränderten Marktverhältnissen erfolgreich anpassen und für neue Wirtschaftsmodelle nachhaltig aufschließen kann.
Dazu laden wir herzlich ein

                    am Montag, 03. Februar 2020 um 16:30 Uhr
                    in das Kreishaus Vechta unter dem Titel
                    „Wo steht die Agrar- und Ernährungswirtschaft
                    des Oldenburger Münsterlandes im Jahr 2030?“

Über Ihre Teilnahme daran würden wir uns sehr freuen.
Anmeldungen nehmen wir gerne unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! entgegen oder per Antwortfax.
Das finale Programm finden Sie hier.