Aktuelles

16.10.18 - Agrar- und Ernährungsforum mahnt nötige Schritte zum Verzicht der betäubungslosen Ferkelkastration an

IMG 6310 website

Mit einem heute veröffentlichten Positionspapier zeigt die Arbeitsgruppe Tierwohl des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland die noch offenen und notwendigen Maßnahmen der derzeitigen Alternativen zum Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration auf. Angesprochen werden sollen damit die Vertreter aus Politik, Tierärzteschaft, Wissenschaft und die gesamte Abnehmerseite des Fleisches.

Die derzeit diskutierten fünf Wege müssten praxistauglich weiterentwickelt und bestehende Hürden aus dem Weg geräumt werden, mahnt AEF-Vorsitzender und ehemaliger Landwirt-schaftsminister Niedersachsens, Uwe Bartels. „Wir benötigen valide und sichere Alternativen für alle Branchenbeteiligten. Daher halten wir eine Übergangsfrist von mindestens zwei Jahren bis zum Ausstieg aus der betäubungslosen Kastration unumgänglich“, so Bartels.

Grundsätzlich hat sich die Arbeitsgruppe unter neuer Leitung von Josef Abeling, Geschäftsführer des Mischfutterherstellers Fleming + Wendeln aus Garrel, für den Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration ausgesprochen. Jedoch müsse der Ausstieg im Kontext eines gemeinsamen EU-Binnenmarktes machbar sein. „Wenig zielführend ist es für den Tierschutz, wenn Betriebe hierzulande aufgeben und dafür Ferkel- bzw. Schweinefleisch aus anderen Staaten importiert würde“, beschrieb Abeling die jetzige Situation der schweinehaltenden Betriebe und hier insbesondere der Ferkelerzeugerbetriebe in Deutschland.

Das Papier des AEF fordert alle Branchenbeteiligten auf, auf nationaler Ebene kurz-, mittel- und langfristige Schritte im Hinblick auf zu erwartende Rechtsvorschriften zu Amputations-verboten abzustimmen und europaweit zu verankern. Denn nur so ließen sich die verabredeten Ziele ohne Strukturverwerfung in der Primärproduktion und ohne Wettbewerbsnach-teile bei Verarbeitern und Vermarktern im Markt umsetzen. Im Einzelnen bewertet das Papier die vorliegenden Alternativen und zeigt den jeweiligen noch abzuarbeitenden Handlungsbedarf auf.

 Das Positionspapier zum Verzicht auf betäubungslose Ferkelkastration finden Sie hier.

21.09.2018 - Schwerer Schlag für die Sauenhalter in Deutschland

Fotolia 86344864 S Ferkel in BuchtDie heutige Ablehnung einer Verlängerungsfrist für das betäubungslose Kastrieren von Ferkeln durch eine Mehrheit der Länder im Bundesrat ist absolut unverantwortlich und ein schwerer Schlag für die Sauenhaltung in Deutschland. Dies erklärte der Vorsitzende des Agrar – und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland, Uwe Bartels, im Anschluss an die Bundesratssitzung.

War dieser Sektor ohnehin aufgrund des Wettbewerbsdrucks und der Auflagen stark geschrumpft, so werde er durch die kategorische Verweigerungshaltung massiv einbrechen. Die auch von Niedersachsen vorgeschlagene zeitlich eng bemessene Verlängerung der Übergangsfrist zu einem tierschutzgerechten und praktikablen Verfahren ist ein – auch unter Tierschutzgesichtspunkten – akzeptabler Kompromiss.

Als Folge der Ablehnung werden nun noch mehr Ferkel, die - unter von uns nicht gewollten - Bedingungen kastriert werden, importiert. „Eine derart widersinnige Verhaltensweise und deren Folgen als Erfolg für den Tierschutz zu verkaufen ist einfach zynisch“, erklärte Bartels. Bundesministerium und Bundestag sind nun gefordert, um in letzter Minute die befürchteten Fehlentwicklungen zu verhindern.

 

17.09.2018 - SPD-Bundestagsabgeordneter Dr. Miersch zum Meinungsaustausch mit der Agrarbranche in Vechta

Miersch 17 09 2018Auf Einladung von Uwe Bartels, dem Vorsitzenden des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland (AEF), kam der SPD-Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion für die Bereiche Umwelt, Energie und Landwirtschaft, Dr. Matthias Miersch, am 17.09.2018 in das Oldenburger Münsterland, um sich ein Bild von den Herausforderungen der Agrar- und Ernährungswirtschaft zu machen. An dem Treffen, das bei dem Vechtaer Stallausrüster Big Dutchman stattfand, nahmen ebenfalls Vertreter des Agribusiness-Clusters teil.

Im Vordergrund des Treffens stand die Frage, wie der notwendige Transformationsprozess in der Agrar- und Ernährungswirtschaft möglichst wirtschaftsverträglich und zugleich zukunftsfähig zu gestalten sei. Das gelte insbesondere für den Wirtschaftsraum Oldenburger Münsterland mit seiner durchgängigen Wertschöpfungskette. „Wir, das AEF und seine Mitglieder sind bereit, an Lösungen für die Konfliktfelder der Branche mitzuarbeiten und den Transformationsprozess pro-aktiv mitzugestalten. Es müssen jedoch zwingend verlässliche politische Rahmenbedingungen geschaffen werden“, so AEF-Vorsitzender Bartels.

Ein wichtiges Anliegen der Teilnehmer war das seitens des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) geplante staatliche Tierwohllabel. Die Branchenvertreter sprachen sich einheitlich für eine verbindliche Haltungs- und Herkunftskennzeichnung der Ware aus. Insbesondere dürfe das vorgesehene Label nicht nur die im Lebenseinzelhandel gehandelte Ware betreffen, sondern müsse auch das Großverbrauchersegment, z.B. Systemgastronomie und Kantinen, in die Pflicht nehmen. Ansonsten bestünde die Gefahr, dass auf billiges Fleisch aus nicht tierwohlgerechter Haltung aus dem Ausland zurückgegriffen und eine gravierende Wettbewerbsverzerrung nach sich ziehen würde. Dieses wurde den ohnehin schon stattfindenden Strukturwandel erheblich beschleunigen. Auch die Finanzierung der Mehraufwendungen, die durch das Label entstehen, wurde diskutiert. Miersch plädierte für verbindliche Finanzierungsquellen, um die Tierwohl-bemühungen der Landwirte zu honorieren.

Weiterlesen: 17.09.2018 - SPD-Bundestagsabgeordneter Dr. Miersch zum Meinungsaustausch mit der Agrarbranche in...

29.06.2018 - Landwirtschaft wieder in die Mitte der Gesellschaft holen

Otte Kinast Website„Das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland unter Vorsitz von Uwe Bartels hat für jede Herausforderung einen Plan“, so resümierte Niedersachsens Agrarministerin Otte-Kinast am vergangenen Freitag über die Arbeit des Forums auf seiner Netzwerkveranstaltung im Gasthof Sextro in Vechta. Die Existenz des AEF sei noch nie so wichtig wie heute. Es liefere der Politik wertvolle Beiträge und sei das Sprachrohr der Wertschöpfungskette der Agrar- und Ernährungswirtschaft im Oldenburger Münsterland.

Bartels hatte die Ministerin eingeladen, um die Position der Landesregierung zu dem Thema Planungssicherheit für die Tierhalter angesichts der schnellen Veränderungen in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik in Erfahrung zu bringen.

Er benannte dazu die konkreten Herausforderungen der Tierhalter: Tierwohllabel, Kastenstand, Ferkelkastration und die Nährstoffüberschüsse. Zu diesen Aspekten seien dringend klare Antworten nötig. Er appellierte deutlich, dass es einer entsprechenden agrarpolitischen Rahmensetzung auf kommunaler, Landes-, Bundes- und auf EU-Ebene bedürfe. So habe das AEF kürzlich zur Bewältigung der Nährstoffsituation einen Masterplan für eine nachhaltige Nährstoffkreislaufwirtschaft auf den Weg gebracht. Positiv bewertete er die Planung im Landeshaushalt für den Lagerstättenbau in Höhe von 10 Mio. Euro. Er verwies zudem auf die fehlende Ausrichtung der politischen Akteure in Sachen Kastenstand und Ferkelkastration. Mit Zahlen unterstrich Bartels den rasanten Strukturwandel der niedersächsischen Schweinehaltung. „Die Unruhe unter den Sauenhaltern ist enorm groß. Eine Fortsetzung des Strukturwandels ist nicht verkraftbar und wäre in seinen Auswirkungen in vielfältiger Weise desaströs“, warnte Bartels. Er forderte für alle Entscheidungen in der Politik, dass Fragen der Wirtschaftlichkeit und der Folgenabschätzung vollumfänglich berücksichtigt würden. Was das Thema Tierwohllabel angelange, so forderte dieser die Einbeziehung von verarbeiteter Ware.

Weiterlesen: 29.06.2018 - Landwirtschaft wieder in die Mitte der Gesellschaft holen

18.06.2018 Alternative Haltungsformen: Umweltminister Olaf Lies zu Besuch im Offenstall für Schweine

Offenstall neu BebberVechta / Samern - Das Konzept der Offenstallhaltung bietet vielseitige Verbesserungsmöglichkeiten hinsichtlich Tierwohl und Umweltschutz. Davon konnte sich der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies bei seinem Besuch auf dem Hof Bodenkamp in Samern am 18. Juni selbst überzeugen. Auch Vertreter der kommunalen Verwaltung, des Agrar + Ernährungsforums Oldenburger Münsterland (aef) und des Vereins zur Förderung der Of-fenstallhaltung von Schweinen begleiteten den Besuch. „Gute Haltungsbedin-gungen und die Beachtung unserer verbindlichen Umweltstandards sollten sich nicht ausschließen“; sagte Umweltminister Olaf Lies. „Jetzt gilt es zu prüfen, wie sich beide Zielsetzungen rechtlich vereinbaren lassen.“

Genehmigungshürden bei der Umsetzung alternativer Stallsysteme
Bei einem Offen- oder auch Außenklimastall ist der Stall an mindestens einer Seite komplett offen und in seinen Funktionsbereichen dem natürlichen Verhalten der Schweine angepasst. Auch wenn tiergerechte Haltungsformen dieser Art politisch gefordert werden und in der Öffentlichkeit große Akzeptanz erfahren, stoßen Landwirte bei der praktischen Umsetzung oft auf bürokratische und rechtliche Hürden. Insbesondere beim Bau- und Immissionsschutzrecht sorgt die aktuelle Genehmigungslage für Konflikte. Daher sprachen Landwirt Dr. Jens van Bebber, Gründungsmitglied im Offenstall-Verein, und Olaf Lies bei ihrem gemeinsamen Rundgang durch den Offenstall insbesondere über Verbesserungsmöglichkeiten dieser Rahmenbedingungen. Dies ist auch das Thema des interministeriellen Arbeitskreises (IMAK) der niedersächsischen Landesregierung, der seit zwei Jahren auf Wunsch des aef besteht und auch von der neuen Regierung fortgesetzt wird.

Weiterlesen: 18.06.2018 Alternative Haltungsformen: Umweltminister Olaf Lies zu Besuch im Offenstall für...