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16.11.2018 - Alle Aspekte der modernen Tierhaltung offen zur Sprache bringen

Eurotier kleinDas Tierwohl stand beim Parlamentarischen Messeabend des Oldenburger Münsterlandes im Mittelpunkt – Ministerium will sich auf Bundesebene für verpflichtende Videoüberwachung einsetzen. Die Verbesserung des Tierwohls stand im Mittelpunkt des Parlamentarischen Abends, zu dem der Verbund Oldenburger Münsterland im Rahmen der Eurotier eingeladen hatte. Rund 264 Parlamentarier, Spitzenrepräsentanten der Fachverbände, Journalisten, Wissenschaftler und Unternehmer nahmen zum Abschluss der Messe an der Veranstaltung auf dem Messegelände teil, um die Zukunft der Nutztierhaltung zu erörtern.

Die Gesellschaft wünsche sich steigende Standards beim Tierwohl, obwohl die meistern Konsumenten ihre täglichen Kaufentscheidungen nicht danach ausrichteten, erklärte Landrat Johann Wimberg, Präsident des Verbundes Oldenburger Münsterland, in seiner Begrüßungsansprache. Die Gesellschaft formuliere immer anspruchsvollere Anforderungen an die Nutztierhaltung, wolle aber den höheren Preis dafür meistens nicht bezahlen. Das Vertrauen der Öffentlichkeit werde nur erhalten, wer alle Aspekte der modernen Tierhaltung offen zur Sprache bringe, so Wimberg. Der Verbund Oldenburger Münsterland werde ihnen dabei weiter zur Seite stehen. Die deutsche Agrar- und Ernährungswirtschaft habe sich in den vergangenen Jahrzehnten mit Erfolg dem internationalen Wettbewerb gestellt sowie den unterschiedlichen Lebens- und Ernährungsgewohnheiten angepasst. Die meisten Höfe seien deutlich gewachsen und auf neuestem Stand der Technik. Das Produktivitäts- und Größenwachstum eröffne finanzielle Spielräume für tragfähige Umwelt- und Tierwohlstandards. „Wir werden uns den Ansprüchen der Gesellschaft und dem Wandel in der Gesellschaft stellen.“

In Bezug auf die jüngsten Tierschutzverstöße an zwei niedersächsischen Schlachthöfen sagte Rainer Beckedorf, Staatssekretär im Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz: „Wir brauchen einen Neustart in der Fleischwirtschaft. Diese Landesregierung toleriert keine Tierschutzvergehen. Wir werden uns auf Bundesebene für eine verpflichtende Videoüberwachung einsetzen.“

Uwe Bartels, Vorsitzender des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland und Landwirtschaftsminister a.D., unterstrich: „Firmen des Agribusiness haben kreativ und risikobereit ihre Produkte auf die Herausforderungen des Marktes, der Gesellschaft und der Politik ausgerichtet. Die Landwirte sind bereit zur Veränderung. Lediglich die Politik bekommt es seit Jahren nicht hin, praktikable und verlässliche Vorgaben für die Tierhalter zu machen. Schlimmer noch, Umwelt- und Baurecht konterkarieren notwendige Tierwohlziele.“

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12.11.2018 - Fristverlängerung effektiv nutzen! Konkrete Arbeitspakete zeitgerecht umsetzen!

Das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland e.V., befürwortet den vorliegenden Gesetzentwurf der Fraktionen CDU/CSU und SPD zur Änderung des Tierschutzgesetzes. Wir begrüßen zudem eine zügige Verabschiedung einer Rechtsverordnung des BMEL, damit Landwirte nach Abschluss eines Sachkundenachweises eigenständig die Isofluran-Narkose (Inhalationsnarkose) durchführen können sowie die Bereitstellung entsprechender Mittel im Bundeshaushalt zur Anschaffung von Narkosegeräten.
Ebenso halten wir die kontinuierliche Unterrichtung des zuständigen Ausschusses des Deutschen Bundestages über die Umsetzungsfortschritte bei der Einführung alternativer Verfahren und Methoden für zielführend.

Für die Umsetzung eines Verzichts auf betäubungslose Ferkelkastration betrachten wir folgende Schritte als zwingend erforderlich:

Auslegung der gesetzlichen Vorgaben
Um für alle Beteiligten – vom Anwender bis zum Gesetzgeber – Sicherheit bei der Auslegung der gesetzlichen Vorgaben herzustellen, ist zügig eine Definition des Begriffs „wirksame Schmerzausschaltung“ durch das BMEL festzulegen. Dies muss sowohl in Bezug auf den Einsatz der Injektions- und Inhalationsnarkose als auch der Wirksamkeit der Lokalanästhesie und von Verfahren bzw. Tierarzneimitteln geklärt werden, um die bestmögliche Behandlung des Tieres aus Tierwohlsicht zu ermöglichen. Darauf aufbauend auf diese Definition müssen Möglichkeiten des Einsatzes durch sachkundige Personen von wirksamen Tierarzneimitteln u.ä., die diese Anforderungen erfüllen, geprüft werden, um die Gefahr von bestehenden Engpässen in der praktischen Anwendung zu verhindern.

Zulassungen klären, Zulassungsverfahren einleiten bzw. beschleunigen
Der aktuelle Stand der Zulassung und deren zukünftiger Status (nach Inkrafttreten der Gesetzesänderung) muss für alle Narkoseverfahren geklärt und geprüft werden. Dies muss besonders vor dem Hintergrund der Weiterentwicklung von Tierarzneimitteln zur Vollnarkose (z.B. Isofluran) im Sinne des Tierwohls als auch im Sinne des Anwenderschutzes ermöglicht werden.

Zulässigkeit der Anwendung bezüglich der einzelnen Verfahren klären.
Das BMEL sollte in Abstimmung mit den Ländern festlegen, wer welches Verfahren wie und mit welcher Sachkunde anwenden darf. Dazu müssen Leitplanken für Schulungs- und Sachkundeaktivitäten in Abstimmung mit der Wirtschaft und den Fachdiensten festgelegt werden.

Aufklärungskampagne
Eine verknüpfende Verbraucherinformations-Kampagne zur Aufklärung der Verbraucher über die die Alternativen zur Ferkelkastration sowie deren Einbindung in eine umfassende Nutztierhaltungsstrategie ist zwingend erforderlich.

Alle eingeleiteten Maßnahmen müssen auch dazu dienen, um eine Harmonisierung mit den europäischen Ländern, die höhere Tierwohlstandards haben, zu ermöglichen. Ziel muss es sein, den bis dahin erreichten Tierwohlstandard in Deutschland als EU-Mindeststandard einzuführen und in der Zukunft gemeinsam weiterzuentwickeln.

Die „To-Do-Liste“ zum Verzicht auf betäubungslose Ferkelkastration kann hier abgerufen werden.

16.10.18 - Agrar- und Ernährungsforum mahnt nötige Schritte zum Verzicht der betäubungslosen Ferkelkastration an

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Mit einem heute veröffentlichten Positionspapier zeigt die Arbeitsgruppe Tierwohl des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland die noch offenen und notwendigen Maßnahmen der derzeitigen Alternativen zum Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration auf. Angesprochen werden sollen damit die Vertreter aus Politik, Tierärzteschaft, Wissenschaft und die gesamte Abnehmerseite des Fleisches.

Die derzeit diskutierten fünf Wege müssten praxistauglich weiterentwickelt und bestehende Hürden aus dem Weg geräumt werden, mahnt AEF-Vorsitzender und ehemaliger Landwirt-schaftsminister Niedersachsens, Uwe Bartels. „Wir benötigen valide und sichere Alternativen für alle Branchenbeteiligten. Daher halten wir eine Übergangsfrist von mindestens zwei Jahren bis zum Ausstieg aus der betäubungslosen Kastration unumgänglich“, so Bartels.

Grundsätzlich hat sich die Arbeitsgruppe unter neuer Leitung von Josef Abeling, Geschäftsführer des Mischfutterherstellers Fleming + Wendeln aus Garrel, für den Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration ausgesprochen. Jedoch müsse der Ausstieg im Kontext eines gemeinsamen EU-Binnenmarktes machbar sein. „Wenig zielführend ist es für den Tierschutz, wenn Betriebe hierzulande aufgeben und dafür Ferkel- bzw. Schweinefleisch aus anderen Staaten importiert würde“, beschrieb Abeling die jetzige Situation der schweinehaltenden Betriebe und hier insbesondere der Ferkelerzeugerbetriebe in Deutschland.

Das Papier des AEF fordert alle Branchenbeteiligten auf, auf nationaler Ebene kurz-, mittel- und langfristige Schritte im Hinblick auf zu erwartende Rechtsvorschriften zu Amputations-verboten abzustimmen und europaweit zu verankern. Denn nur so ließen sich die verabredeten Ziele ohne Strukturverwerfung in der Primärproduktion und ohne Wettbewerbsnach-teile bei Verarbeitern und Vermarktern im Markt umsetzen. Im Einzelnen bewertet das Papier die vorliegenden Alternativen und zeigt den jeweiligen noch abzuarbeitenden Handlungsbedarf auf.

 Das Positionspapier zum Verzicht auf betäubungslose Ferkelkastration finden Sie hier.

21.09.2018 - Schwerer Schlag für die Sauenhalter in Deutschland

Fotolia 86344864 S Ferkel in BuchtDie heutige Ablehnung einer Verlängerungsfrist für das betäubungslose Kastrieren von Ferkeln durch eine Mehrheit der Länder im Bundesrat ist absolut unverantwortlich und ein schwerer Schlag für die Sauenhaltung in Deutschland. Dies erklärte der Vorsitzende des Agrar – und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland, Uwe Bartels, im Anschluss an die Bundesratssitzung.

War dieser Sektor ohnehin aufgrund des Wettbewerbsdrucks und der Auflagen stark geschrumpft, so werde er durch die kategorische Verweigerungshaltung massiv einbrechen. Die auch von Niedersachsen vorgeschlagene zeitlich eng bemessene Verlängerung der Übergangsfrist zu einem tierschutzgerechten und praktikablen Verfahren ist ein – auch unter Tierschutzgesichtspunkten – akzeptabler Kompromiss.

Als Folge der Ablehnung werden nun noch mehr Ferkel, die - unter von uns nicht gewollten - Bedingungen kastriert werden, importiert. „Eine derart widersinnige Verhaltensweise und deren Folgen als Erfolg für den Tierschutz zu verkaufen ist einfach zynisch“, erklärte Bartels. Bundesministerium und Bundestag sind nun gefordert, um in letzter Minute die befürchteten Fehlentwicklungen zu verhindern.

 

17.09.2018 - SPD-Bundestagsabgeordneter Dr. Miersch zum Meinungsaustausch mit der Agrarbranche in Vechta

Miersch 17 09 2018Auf Einladung von Uwe Bartels, dem Vorsitzenden des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland (AEF), kam der SPD-Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion für die Bereiche Umwelt, Energie und Landwirtschaft, Dr. Matthias Miersch, am 17.09.2018 in das Oldenburger Münsterland, um sich ein Bild von den Herausforderungen der Agrar- und Ernährungswirtschaft zu machen. An dem Treffen, das bei dem Vechtaer Stallausrüster Big Dutchman stattfand, nahmen ebenfalls Vertreter des Agribusiness-Clusters teil.

Im Vordergrund des Treffens stand die Frage, wie der notwendige Transformationsprozess in der Agrar- und Ernährungswirtschaft möglichst wirtschaftsverträglich und zugleich zukunftsfähig zu gestalten sei. Das gelte insbesondere für den Wirtschaftsraum Oldenburger Münsterland mit seiner durchgängigen Wertschöpfungskette. „Wir, das AEF und seine Mitglieder sind bereit, an Lösungen für die Konfliktfelder der Branche mitzuarbeiten und den Transformationsprozess pro-aktiv mitzugestalten. Es müssen jedoch zwingend verlässliche politische Rahmenbedingungen geschaffen werden“, so AEF-Vorsitzender Bartels.

Ein wichtiges Anliegen der Teilnehmer war das seitens des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) geplante staatliche Tierwohllabel. Die Branchenvertreter sprachen sich einheitlich für eine verbindliche Haltungs- und Herkunftskennzeichnung der Ware aus. Insbesondere dürfe das vorgesehene Label nicht nur die im Lebenseinzelhandel gehandelte Ware betreffen, sondern müsse auch das Großverbrauchersegment, z.B. Systemgastronomie und Kantinen, in die Pflicht nehmen. Ansonsten bestünde die Gefahr, dass auf billiges Fleisch aus nicht tierwohlgerechter Haltung aus dem Ausland zurückgegriffen und eine gravierende Wettbewerbsverzerrung nach sich ziehen würde. Dieses wurde den ohnehin schon stattfindenden Strukturwandel erheblich beschleunigen. Auch die Finanzierung der Mehraufwendungen, die durch das Label entstehen, wurde diskutiert. Miersch plädierte für verbindliche Finanzierungsquellen, um die Tierwohl-bemühungen der Landwirte zu honorieren.

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