Aktuelles

14.01.2019 - Politisches Handlungsversagen beim staatlichen Tierwohllabel

Der Haltungskompass ist die konsequente Fortsetzung der LEH-Rolle als Treiber in der Tierwohl– und Umweltdebatte in Deutschland. Die Landwirte sind diejenigen, die die Folgen in der Nachfrage und im Portemonnaie spüren. Diese Rolle konnte der LEH nur spielen, weil die Politik auf allen Ebenen durch eigene Untätigkeit ihm diesen Freiraum überließ. Dies bilanzierte der Vorsitzende des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland e.V. (AEF), Uwe Bartels, nach Veröffentlichung des Haltungskompasses des LEH.

Die Vereinheitlichung der bisher im Markt befindlichen Label des Handels ist vernünftig, so der AEF-Vorsitzende. Leider werde die gesamte Lebensspanne der Tiere nicht berücksichtigt. Der Haltungskompass biete jedoch eine grobe Orientierung für die Verbraucher, bedeute aber nicht automatisch in den Stufen steigend mehr Tierwohl. Der Tierhalter und die Art und Weise des Stallmanagements seien entscheidend für das Tierwohl im Konkreten.

Gegenwärtig ist dem BMEL vorzuwerfen, dass es immer noch nicht den Verbrauchern mit einem verbindlichen staatlichen Tierwohllabel verlässliche Orientierung gegeben hat. Der Entwurf, der voraussichtlich auf der Grünen Woche von der Ministerin präsentiert werden wird, wird aller Voraussicht nach eher ein Marketinggag, als ein mit wissenschaftlich abgesicherten Tierwohlindikatoren und in der Praxis erprobten Verbesserungen verbundenes Haltungslabel sein, so Bartels. Darüber hinaus erfasse es nur einen geringen Marktanteil der Schweine-fleischproduktion und lasse das Großverbrauchersegment außen vor. Es belaste nicht nur die Schweinehalter erheblich und enthalte keinerlei Aussagen zur Finanzierung des Umbaus für mehr Tierwohl, sondern unterlaufe auch praktische Fortschritte im Stallbau für den Tierwohlbereich. Angesichts des Vorpreschens des Handels sei es höchste Zeit, die nun vorliegenden Ansätze von Staat und Handel zu mehr Transparenz für den Verbraucher nachzubessern und sinnvoll miteinander zu kombinieren.

 

13.12.2018 - Wissensmanagement - zentraler Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen

Miavit 2018 WebsiteWie gehen Unternehmen mit der Ressource Wissen um und welche Bedeutung hat Wissen, wenn es darum geht, als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben? Um diese Frage drehte sich eine Tagung mit verschiedenen Experten und rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus der Land- und Ernährungswirtschaft des Oldenburger Münsterlandes im Unternehmen Miavit in Essen. Organisiert und veranstaltet wurde die Tagung von einer Kooperation der Marketinggesellschaft der niedersächsischen Land- und Ernährungswirtschaft e. V., des NieKE (Landesinitiative Ernährungswirtschaft), des Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland (AEF), der Koordinierungsstelle "Transformationswissenschaft agrar" der Universität Vechta sowie des Genossenschaftsverbandes Weser-Ems.

Der Vorsitzende des AEF, Landwirtschaftsminister a. D. Uwe Bartels, eröffnete die Tagung und machte klar, wie wichtig das Thema gerade heute ist. Wissensmanagement, so Bartels, sei ein entscheidender Wettbewerbsfaktor und eine Investition in die Zukunft. „Schon heute können im Oldenburger Münsterland in vielen Unternehmen des Agrar- und Ernährungssektors Stellen nur nach langwieriger Suche oder bisweilen auch gar nicht mehr besetzt werden. Die Zeit drängt“, mahnte Bartels und nannte insbesondere den demografischen Wandel und den damit zusammenhängenden Fachkräftemangel als wichtige Ursachen.

Was Wissensmanagement ist und wie man Wissen im Unternehmen systematisch organisieren, analysieren und entwickeln kann, erläuterte anschließend Anja Gieske-Helmen von der Marketinggesellschaft, die auch ausgebildete Wissensbilanz-Moderatorin ist. „70% des vorhandenen Unternehmenswissens ist unstrukturiert und liegt brach“, so ihre Botschaft. Mit Hilfe einer sogenannten Wissensbilanz, die Unternehmensleitung und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gemeinsam umsetzen, könnten jedoch grundlegende Veränderungsprozesse in Unternehmen systematisch in Gang gebracht werden, empfahl sie.

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06.12.2018 - Veranstaltungshinweis: Wissen als Erfolgsfaktor der Zukunft

Deckblatt groGemeinsam mit der Landesinitiative Ernährungswirtschaft NieKE und der Niedersächsischen Marketinggesellschaft lädt das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland (AEF) zu einer Kooperationsveranstaltung unter dem Titel „Wissen als Erfolgsfaktor der Zukunft“ am Mittwoch, 12.12.2018 um 14:00 Uhr Unternehmer, Vertreter der Personalabteilungen und weitere Interessierte in das Unternehmen MIAVIT nach Essen/Oldb. ein. Hier gelangen Sie zu dem Einladungsflyer.

Unternehmerischer Erfolg und die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen, Regionen und ganzen Branchen ist ohne Menschen und deren Wissen, Können und Erfahrung nicht realisierbar. Durch den demografischen Wandel und den absehbaren Fachkräftemangel wird es daher notwendig, sich den Themen Wissensmanagement und zukunftsfähige Unternehmens-kultur der Agrar- und Ernährungswirtschaft zu widmen. Ziel der Veranstaltung ist das Vorstellen von praktischen Methoden und Instrumenten aus dem Wissensmanagement sowie die Weitergabe von Erfahrungen aus Unternehmen des Agribusiness.

Anmeldungen werden erbeten bis zum 10.12.2018 entweder online unter www.ernaehrungswirtschaft.de oder per E-Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bzw. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Die Teilnahme ist kostenlos.

 

04.12.2018 - Gemeinsamer Schulterschluss der Region zur Bewältigung der Nährstoffüberschüsse nötig

Nhrstoffe 2018Welche Anstrengungen hat das Oldenburger Münsterland in den anderthalb Jahren nach Inkrafttreten der neuen Düngeverordnung und dem Düngesetz im Juni 2017 unternommen? Und welche Lösungsansätze braucht es, um die Nährstoff-überschüsse im Oldenburger Münsterland zu bewältigen? Zu diesen Fragen haben gestern Experten gemeinsam vor rund 200 Gästen im Saal Sextro in Vechta eine Zwischenbilanz gezogen. Dazu hatten das Agrar –und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland und der Kreislandvolkverband Vechta eingeladen.

AEF-Vorsitzender und Ex-Landwirtschaftsminister Uwe Bartels lobte die zahlreichen Anstrengungen der Branche zur Bewältigung der Nährstoffüberschüsse. Dazu zählte auch der mit allen Akteuren erarbeitete Masterplan des AEF für eine nachhaltige Nährstoffkreis-laufwirtschaft in Niedersachsen. Auch könne das geplante Projektvorhaben „Praktiker-netzwerk Nährstoffmanagement“, das nunmehr von der Landesregierung finanziell gefördert werde, einen wesentlichen Erkenntnisgewinn für die Herausforderung der Nährstoffüberschüsse liefern. Positiv bewertete er zudem die Aktivitäten z.B. der Futtermittelbranche, die Produkte zur Reduktion von Nährstoffen entwickelt haben. Lobenswert, so Bartels, seien auch die Bemühungen der Landwirte und der Lohnunternehmen, die eigeninitiativ Lösungen erarbeitet und umgesetzt haben. „Dennoch, es fehlt der Durchbruch. Es sind noch weitere Anstrengungen aller Akteure nötig, insbesondere vor dem Hintergrund der Veröffentlichung des 6. Nährstoffberichtes im Frühjahr 2019“, so seine Aussage.

Heinz-Hermann Wilkens, Experte für Düngerecht und Nährstoffkreislaufwirtschaft von der Düngebehörde, präsentierte Zahlen zur Nährstoffsituation. So liegen die Wirtschaftsdünger-exporte aus der Region Weser-Ems mit insgesamt 3 Mio. Tonnen auf dem Höchststand. Trotz hoher Verbringungen zählen die Landkreise Vechta und Cloppenburg zu den sieben niedersächsischen Landkreisen mit zu hohen Phosphatwerten. Als grundlegende Maßnahmen zur Reduzierung der Nährstoffe zählen laut Wilkens eine noch effektivere nährstoffreduzierte Fütterung, eine Reduzierung der Tierbestände durch Teilnahme an Tierwohlmaßnahmen sowie eine effizientere Abgabe der Wirtschaftsdünger und Gärreste.

Den aktuellen Stand technischer Verfahren zur Aufbereitung von Gülle und Gärresten stellte Hans-Jürgen Technow von der Landwirtschaftskammer vor. Zurzeit stünden verschiedene Verfahren mit unterschiedlichen Aufbereitungsschritten von der Teil- bis zur Vollaufbereitung zur Verfügung. „Effiziente Verfahren mit hohem Wirkungsgrad und geringen Kosten werden sich zukünftig durchsetzen“, so sein Fazit. Technow sieht aber noch Optimierungspotenziale entlang der gesamten Verfahrenskette.

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03.12.2018 - Agrar- und Ernährungsforum begrüßt Bundestagsbeschluss

Der Vorsitzende des Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland, Min.a.D. Uwe Bartels, dankte den Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD für die Verlängerung der gesetzlich vorgesehenen Frist zur Beendigung der betäubungslosen Kastration von Ferkeln. Wichtige Ergänzung dieser Entscheidung sei aber der gleichzeitig beschlossene Entschließungsantrag. Darin werden mehrere konkrete Aufforderungen an die Bundesregierungen formuliert. So soll die Bundesregierung die bestehenden Verfahren zur betäubungslosen Kastration auf deren Praxisreife überprüfen und innerhalb von zwei Jahren nach Inkrafttreten des Gesetzes alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um diese Praxisreife herzustellen. Auch sollen die rechtlichen Voraussetzungen für weitere tierschutz- und praxisgerechte Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration geschaffen werden.

Wichtig halte er, Bartels, auch die Forderung, Mitte der Wahlperiode die Weiterentwicklung der nationalen Nutztierstrategie vorzulegen und diese mit Zeitplänen und den notwendigen Finanzmitteln zu unterlegen und insbesondere Stallneu– und Umbauten zur Verbesserung des Tierwohls verstärkt zu unterstützen sowie dies mit notwendigen Änderungen im Bau– und Umweltrecht zu flankieren.

Dies sei seit längerem eine Forderung des AEF, die bisher jedoch keine wirkungsvolle Reaktion auf Bundesebene erreicht hat. „Wenn nunmehr die Koalitionsfraktionen hier Druck machen, dann besteht Hoffnung, dass sich die Bundesregierung in dieser Frage endlich bewegt“, so Bartels.

Auch die Forderung, bei der Erarbeitung der staatlichen Tierwohlkennzeichnung sicherzustellen, dass sowohl die Ferkelaufzucht als auch die Sauenhaltung bereits in der Eingangsstufe einbezogen werden, sei der richtige Weg. Hierzu bedürfe es aber der frühzeitigen angemessenen Einbeziehung der Schweinehalter bei allen vorbereitenden Fachgesprächen zu dem Tierwohllabel seitens des Ministeriums. „Die bisherigen Einladungen dazu deuteten darauf aber nicht hin“, stellte Bartels fest.