01.03.2018 - „Innovative Strategien der Tierhaltung aus der Praxis für die Praxis“.

 MNI3432 AEF websiteDas Projekt „aniplus-Optimierung der Tiergesundheit“ endet erfolgreich nach dreijähriger Laufzeit. Projektleiterin Dr. Maria Gellermann verabschiedet.

Vechta, 01.03.2018 – Nach dreijähriger Laufzeit wurde die bundesweit erste Informations-plattform „aniplus-Optimierung der Tiergesundheit“ mit großem Erfolg beendet. Eine Perspektive zur Weiterentwicklung wurde im Rahmen einer Zusammenkunft aller Projektbeteiligten unter Federführung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und als Projektpartner, das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland (AEF), am 01.03.2018 in den Räumlichkeiten der Volksbank Vechta aufgezeigt.

Der AEF-Vorsitzende Uwe Bartels bewertete das aniplus-Projekt als ein einzigartiges „Bottom-Up-Projekt“ aus der Veredelungsregion Südoldenburg. Von der Wirtschaft initiiert und mit Inhalt gefüllt. Das Ziel des Projektes sei es gewesen, nachhaltige und praxisnahe Empfehlungen, Strategien und Informationen zur Optimierung der Tiergesundheit in einem Portal zusammenzufassen, um damit eine Reduktion des Antibiotikaverbrauches in der Tiermedizin zu erwirken. Zielgruppe des Informationsportals sind vorrangig Landwirte, landwirtschaftliche Berater und Veterinäre. Bartels lobte zudem das hohe Engagement aller Projektbeteiligten. Der Projektleiterin, Dr. Maria Gellermann, sprach er seinen ausdrücklichen Dank aus. Ihr sei es gelungen, alle Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft sowie der Verwaltung auf Augenhöhe und damit in einen konstruktiven Dialog zu bringen. 

Dr. Gellermann ließ im Anschluss Fakten sprechen. In Summe wurden im Laufe der Projektzeit 230 Fachartikel für die Tierspezies Schwein, Rind und Geflügel geschrieben, von Experten fachrechtlich bewertet und in das Portal eingestellt. Die Nutzerzahlen belegen deutlich den Erfolg dieser Plattform: 4.901 Zugriffe innerhalb von 10 Monaten aus 29 Ländern weltweit mit gut 27.000 Seitenansichten. Diesem Erfolg, so Dr. Gellermann, lag die hohe Grundmotivation aller zugrunde, innovative Strategien der Tierhaltung aus der Praxis für die Praxis zu bündeln.

Kammerdirektor Hans-Joachim Harms machte deutlich, dass mit dem heutigen Tage das Projekt nicht abrupt endet, sondern weiterentwickelt werden soll zu einem „Fachzentrum für nachhaltige Nutztierhaltung“. Hierzu liegt dem Landwirtschaftsministerium in Hannover bereits ein gemeinsam erarbeiteter Projektantrag vor. Dem Projekt aniplus sowie die daraus entwickelten Erkenntnisse und Strukturen sollen dabei das Fundament des geplanten Fachzentrums bilden. Darauf aufbauend wolle die Kammer, gemeinsam mit den bisherigen aniplus-Akteuren, das Expertennetzwerk weiter entwickeln und eine wertefreie Wissensplattform für alle aktuellen sowie relevanten Themen und Herausforderungen der Nutztierhaltung implementieren. Insbesondere soll der Fokus auf die Fragestellungen Nährstoffüberschüsse, Tierwohl, Haltung, Fütterung, Medikamentenabgabe und deren Reduktion, Emissionen und Immissionen und Umweltschutz. Zudem wolle das Fachzentrum das aktuelle Thema Digitalisierung und Smart Farming aufgreifen. Angesiedelt werden soll das Projekt, vorausgesetzt einer Mittelbewilligung des Landes, im schon etablierten Versuchszentrum der Landwirtschaftskammer in Wehnen. Vorgestellt wurde die Projektskizze von Dr. Ludwig Diekmann sowie von Stefan Sagkob, beide Landwirtschaftskammer. 

Gerade vor dem Hintergrund, dass die Entwicklung einer nachhaltigen Nutztierstrategie in den Koalitionsverträgen sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene verankert sei, konstatierten beide, Bartels und Harms, dass mit der Etablierung eines solchen Fachzentrums im Nordwesten, die Region und die Branche aus dem Oldenburger Münsterland ihre pro-aktive Herangehensweise zur Lösung der Herausforderungen unterstreichen und somit die Zukunft der Nutzierhaltung mitzugestalten könne.