01.06.2018 - Tierschutz/Tierwohl - Tierschutzbeauftragte Silvia Breher MdB besucht Brand Qualitätsfleisch

Foto Brand

Am vergangenen Freitag (25. Mai) besuchte die Löninger CDU Bundestagsabgeordnete Silvia Breher das Unternehmen Brand Qualitätsfleisch in Lohne. Niko und Paul Brand führten die Tierschutzbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion durch ihr Unternehmen, damit sich die Abgeordnete ein detailliertes Bild über die tierschutzrelevanten Vorgänge bei der Schlachtung machen konnte. Das beinhaltete auch die Organbefunde und die risikoorientierte Fleischbeschau in der Praxis.

Auch die Haltungs- und Herkunftskennzeichnung wurde intensiv erörtert. Frau Breher sagte, dass der Gesetzentwurf für ein staatliches Tierwohllabel im Herbst vorgestellt werde und betonte, dass der erste Schritt zur Einführung die Freiwilligkeit darstelle. Die Bereitschaft sich zu beteiligen sei in der Branche vorhanden, das zeige Brancheninitiative Tierwohl bereits äußerst eindrucksvoll.

Niko Brand stellte in diesem Zusammenhang fest, dass das Unternehmen bereits seit Jahren eine Vielzahl verschiedener Tierwohlprogramme mit unterschiedlichen Schweinerassen und Haltungsanforderungen habe. Er unterstrich, dass das Unternehmen aber aktuell auch ein sehr großes Interesse vieler Landwirte wahrnehme. Paul Brand ergänzte, dass die Honorierung von Mehraufwendungen bei den Landwirten und die langfristigen Zusagen der Fleischabnehmer dazu die tragenden Säulen der einzelnen Tierwohlprogramme im Hause Brand sind. Man verstehe sich als Mittler zwischen den Erzeugern und den Abnehmern und betrachte die Marktsegmente als eine gewünschte Marktdifferenzierung mit wachsender Bedeutung. Beim Verkauf der Lebensmittel mit hohen Tierwohlleistungen muss letztendlich der Verbraucher die Mehraufwendungen tragen. Niemand darf sich dieses Prinzips entziehen, auch der Handel dürfe hier nicht aus der Pflicht genommen werden. Notwendig wäre aber auch eine staatliche Unterstützung der Landwirte, die bestehende Anlagen für mehr Tierwohl ändern, um- oder neu bauen.

Im Hinblick auf die Herausforderungen im Umgang mit aktuellen umweltpolitischen Vorgaben, insbesondere Haltungsverfahren ohne Abluftreinigung, die Tierhaltung erschwere beziehungsweise fast unmöglich mache, betonte Silvia Breher, dass es bei den entsprechenden Regelungen im Bau- und im Umweltrecht in erster Linie darauf ankommen werde, die Zielkonflikte zwischen Tier- und Umweltschutz zu lösen. Die Bundestagsabgeordnete ist als Mitglied im Agrarausschuss des Deutschen Bundestages auch für die Themen Bauen und TA Luft die zuständige Berichterstatterin.

Paul Brand versicherte, dass bei seinem unternehmerischen Handeln immer „der Mensch, die Tiere und das Tierwohl im Mittelpunkt“ gestanden haben. Dies belegen nicht nur sein Engagement für verschiedene Tierwohl-Markenprogramme und sein ehrenamtliches Engagement. Das Unternehmen Brand beschäftigt seit jeher ausschließlich eigene, festangestellte Mitarbeiter. Auf den Einsatz von Subunternehmern habe das Unternehmen schon immer verzichtet, wenn gleich dies auch finanzielle Einbußen gegenüber dem Wettbewerb bedeutete.

Einig war man sich, dass die Gesellschaft zu Recht hohe Ansprüche an die Tierhaltung stelle. Das erfordere eine Auseinandersetzung mit den Ansprüchen und Wünschen des Verbrauchers - sowie der Wertschätzung von Lebensmitteln insgesamt.

Nie außer Acht lassen dürfe die Politik außerdem den Export von Schweinefleisch, sagte Paul Brand. In Deutschland tragen vornehmlich die edleren Teilstücke zum Wert eines Schweines bei. Viele Nebenprodukte, wie z.B. Pfoten, Schwänze und Köpfe haben hingegen in Asien einen sehr viel höheren Preis. Nur aus den jeweils besten Preisen für alle Teilstücke auf allen erreichbaren Marktplätzen dieser Erde lasse sich der höchste Wert eines Tieres zusammensetzen. Deshalb wäre es der gesamten Wertschöpfungskette sehr dienlich, wenn die Bundesregierung ihre Exportaktivitäten in China auf höchster Ebene intensivieren würde, einen erster Schritt hat die Bundeskanzlerin in der vergangenen Woche bereits gemacht, stellte Paul Brand fest.

Silvia Breher berichtete, dass sie gemeinsam mit dem Agrarausschuss im Herbst in die Niederlande und nach Dänemark reisen werde, um sich vor Ort ein Bild zu machen, wie unsere Nachbarn die „K-Fragen“ (Kennzeichnung, Kastration, Kastenstand) gelöst hätten. Die Erkenntnisse würden sich dann bei den noch zu entscheidenden gesetzlichen Regelungen niederschlagen.