24.04.2019: Entschlossenes Handeln gefordert

Nhrstoffbericht 2019„Der sechste Nährstoffbericht macht unmissverständlich deutlich: Wir haben nach wie vor ein erhebliches Nährstoffüberschussproblem, dessen Auflösung keinen Aufschub duldet“. So kommentiert der Vorsitzende des AEF und ehemalige Landwirtschaftsminister Niedersachsens, Uwe Bartels, den aktuellen Nährstoffbericht. Die vorgelegten Zahlen überraschten ihn nicht.

Es sei zu erwarten gewesen, dass durch die geringere Aufstallung bei Schweinen und im Rinderbereich weniger Wirtschaftsdünger anfallen würde. Auch die Veränderung beim Inputmaterial in Biogasanlagen wirke sich mindernd auf den Nährstoffanfall aus. Dass der Export von Nährstoffen aus Weser Ems in Ackerbauregionen sich verringert hat und nicht, wie erforderlich gestiegen ist, sei angesichts der Wetterverhältnisse im Herbst 2017 und Frühjahr 2018 sowie aufgrund neuer Regelungen der Düngeverordnung für Ackerbaubetriebe zu erwarten gewesen. Die aktuell seitens des Ministeriums genannten Maßnahmen zur Schließung des Nährstoffkreislaufes, Förderung von Lagerstätten, bedarfsgerechte Fütterung mit nährstoffreduzierten Futter, Separierung und Homogenisierung von Gülle, Förderung von Ausbringungstechniken, Abdichten von Lagerstätten etc. sind allesamt bekannt.

Der rechtliche Rahmen ist durch die geltende Düngeverordnung in ausreichendem Umfang gesetzt, um eine nachhaltige Landbewirtschaftung sicherzustellen. Zahlreiche Betriebe hätten sich bereits mit unterschiedlichen Projekten erfolgreich auf den Weg gemacht. Er müsste nur konsequent von allen Beteiligten der Wertschöpfungskette sowie von Politik und Verwaltung umgesetzt werden. Dies hatte das AEF im März letzten Jahres mit seinem Masterplan von allen Akteuren gefordert. Wenn dieses umfassend geschehen wäre, würden wir uns heute nicht über eine Verschärfung der jetzt geltenden Düngeverordnung unterhalten. Auch jetzt sollte diese Diskussion schnell beendet werden.

Für die aktuelle Diskussion ist es sicherlich von Vorteil, wenn Niedersachsen zügig die in der Düngeverordnung enthaltenen Länderermächtigungen umsetzt, stellte Bartels fest. Ein wichtiger Beitrag zur Abklärung verschiedener Lösungsansätze für die Konditionierung von Gülle und Festmist soll das von der ISN mit den Partnern des AEF, der Kreislandvölker Vechta und Cloppenburg vorgeschlagene Praktikernetzwerk Wirtschaftsdünger sein, das von der Landesregierung gefördert wird und dessen Start jetzt ansteht.