22.05.2019 - Digitalisierung ist das Öl - Künstliche Intelligenz der Motor

HertzbergAEF befasst sich mit der Künstlichen Intelligenz in der Agrarwirtschaft

Das Thema „Künstliche Intelligenz (KI)“ ist in aller Munde und gilt als der Wettbewerbsmotor für die Wirtschaft. Welche wissenschaftlichen Ansätze explizit für die Agrarwirtschaft verfolgt werden, darüber berichtete am 22.05.2019 Prof. Dr. Joachim Hertzberg, Leiter des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz aus Osnabrück, im Rahmen einer Netzwerkveranstaltung, zu der das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland in das Unternehmen Big Dutchman nach Vechta eingeladen hatte.

AEF-Vorsitzender und Niedersachsens ehemaliger Landwirtschaftsminister Uwe Bartels machte deutlich, dass der Agrarsektor bereits zahlreiche innovative Technologien auf den Weg gebracht habe. Gleichwohl dürfe sich Deutschland vor dem Hintergrund des internationalen Wettlaufs um die KI nicht auf seinen bisherigen Erfolgen ausruhen, sondern müsse stringent Start-ups der Branche finanziell stärker fördern. „Wir sehen, dass die Länder Amerika, China und Israel uns bei der finanziellen Unterstützung von Technologie- und Innovationstreibern voraus sind und derzeit Milliarden in die Forschung der KI investiert werden“, so Bartels. Er forderte zudem eine flächendeckende Breitbandversorgung in höchster Qualität.

Prof. Hertzberg differenzierte zwischen den Begrifflichkeiten Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz. Digitalisierung seien lediglich Daten; erst die KI ermögliche es, diese Datenmengen anhand von Algorithmen zu einer vernünftigen sowie ziel- und zweckorientierten Aktivität zu machen. Er machte deutlich, dass die Technologie- und Forschungsbereitschaft in der Agrarbranche wesentlich stärker ausgeprägt sei als in der Automobilbranche. So informierte er über teilautonome Landmaschinen und entsprechende Datenanalysen zur effektiven Bekämpfung von Schädlingen auf dem Acker. Leider, so Hertzberg, gäbe es noch immer Schwierigkeiten sowohl bei dem Transfer in die Praxis als auch bei der Zulassung durch den Gesetzgeber. KI erfordere nicht nur die Optimierung landwirtschaftlicher Maschinen, sondern die ganze Prozesskette in der Landwirtschaft müsse neu gedacht werden. „Wenn Deutschland im Agrarsektor weiterhin auf dem Weltmarkt so erfolgreich agieren möchte, ist der Netzausbau auf 5G in Deutschland zwingend erforderlich“, so der Appell Hertzbergs.

Der Sprecher des AEF-Expertenkreises Digitalisierung, Dr. Henning Müller von der Firma Kotte, verwies in seinem Schlusswort auf die beim Bund eingereichten Projektanträge aus der Region zu dem Thema Digitalisierung, die im Rahmen des nationalen Förderpaketes „Experimentierfelder“ auf eine finanzielle Bewilligung hoffen.