23.07.2020 - Regionalwirtschaftliche Auswirkungen bei den Borchert-Empfehlungen erfassen

„Wir wollen den weiteren Beratungs- und Entscheidungsprozess zu den Borchert-Empfehlungen kritisch aus der Sicht der Boom-Region der Agrar- und Ernährungswirtschaft begleiten, um rechtzeitig auf Konflikte hinzuweisen und Änderungsvorschläge einzubringen.“ Dies erklärte der Vorsitzende des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland (kurz: AEF), Uwe Bartels, zu Beginn der konstituierenden Sitzung der AEF-Arbeitsgruppensitzung „Zukunft der Nutztierhaltung“ im Hause Big Dutchman in Vechta. Den Vorsitz der Arbeitsgruppe übernimmt Dr. Ralf Kosch.

Gleich zu Beginn der Sitzung wurde die besondere Betroffenheit der Agrar- und Ernährungswirtschaft mit ihrer gesamten Wertschöpfungskette im Nordwesten Niedersachsen herausgestellt. Deshalb werde das besondere Augenmerk nicht nur auf den Transformationsprozess in der Tierhaltung zu richten sein, sondern insbesondere auch auf dessen Auswirkungen auf die gesamte Wertschöpfungskette. Hierzu soll eine umfassende Folgenabschätzung - unter Einbeziehung des Sachverstandes der AEF-Mitgliedsunternehmen und der Wissenschaft - stattfinden.

Dr. Kosch skizzierte die konkreten Arbeitspakete der Arbeitsgruppe. Gestartet wird mit der Notwendigkeit der Neugestaltung des Bau- und Umweltrechts (TA-Luft). Hierzu sollen die bisherigen Änderungsvorschläge kritisch geprüft werden. Daran anschließend will die Arbeitsgruppe die zu Grunde gelegten Tierwohlkriterien für Geflügel und Schwein mit Experten aus Praxis und Wissenschaft erörtern. Zudem werden die Instrumente Tierwohlabgabe und Tierwohlprämie sowie das staatliche Tierwohllabel als Steuerungsinstrumente für den Transformationsprozess auf ihre Wirksamkeit hinterfragt; weitere Lenkungsmaßnahmen sollen geprüft werden.

In einem umfassend angelegten Arbeitspaket wird sich die Arbeitsgruppe mit den regionalwirtschaftlichen Auswirkungen des Transformationsprozesses gemeinsam mit maßgeblichen Akteuren der Region und der Wissenschaft befassen.