08.07.2021: AEF fordert engmaschiges und konzertiertes Vorgehen gegen ASP-Seuchenzug

Fotolia 141863022 SDas AEF unterstützt die Forderung des Bundesrates - initiiert von den ostdeutschen Bundesländern - ein Förderprogramm gegen die Ausbreitung der ASP (Afrikanische Schweinepest) aufzulegen. Eine monetäre Unterstützung für die konsequente Bekämpfung bzw. das Stoppen der ASP in Deutschland sei längst überfällig. In dem Entschließungsantrag wird die Bundesregierung u.a. aufgefordert, durch Absprachen mit Polen die Seuche zu stoppen.

„Sollte die ASP in Hausschweinbestände eingreifen, so hätte das fatale Folgen für die gesamte Nutztierhaltung insbesondere im Nordwesten Niedersachsens“, so der Vorsitzende des AEF, Sven Guericke. „Allein für den Wirtschaftsraum Oldenburger Münsterland mit seiner durchgängigen Wertschöpfungskette würde dies nicht nur für die Schweinehalter weitere ökonomische Einschnitte bedeuten, sondern auch für vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereiche. Bereits heute, so Guericke, stünden Tierhalter aufgrund steigender Betriebskosten sowie geringer Erzeugerpreise, u.a. durch das Wegbrechen der Exporte, massiv unter Druck.

Ein einziger Ausbruch in der Region würde die gesamte Branche zum Erliegen bringen, Ställe blieben leer und zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe würden für immer ihre Türen schließen. Die Landwirte, so konstatierte Guericke, haben bereits seit langem durch die konsequente Umsetzung von Biosicherheitsmaßnahmen in den Betrieben ihren Teil zur Risikominimierung beigetragen.

Guericke mahnt an, dass Deutschland und Polen endlich von den erfolgreich gegen die ASP agierenden Ländern, wie Tschechien und Belgien, lernen müsse. Dort habe man mit einer konzertierten Bejagungsstrategie, mit der Einrichtung von Kompartimenten und mit umfassenden Monitoring-Maßnahmen die ASP bewältigen können. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass es sich bei der ASP als sog. Habitatseuche um eine dauerhaft in der Wildschweinpopulation bleibende Erkrankung handelt, müssen Deutschland und Polen alle verfügbaren Instrumente nutzen, um eine Ausbreitung in Haustierbestände zu verhindern. „In der Folge müssen auch zwingend Lösungen für die Freilandhaltung von Bio-Schweinen unter Seuchenbedingungen gefunden werden.“, unterstrich Guericke.