07.05.2013 - Tierwohl in Schweineställen soll honoriert werden

Rewe TierwohlGarrel. Rund 50 Unternehmensvertreter der südoldenburgischen Agrar- und Ernährungsbranche versammelten sich auf Einladung des aef (Agrar- und Ernährungsforum OM e.V.) am 07. Mai 2013 bei der Böseler Goldschmaus GmbH & Co. KG in Garrel, um sich zum Thema Nachhaltigkeit in der Tierhaltung zu informieren.


Unter Leitung des aef-Vorsitzenden und ehemaligen Landwirtschaftsministers Uwe Bartels Min.a.D. gaben die Nachhaltigkeitsmanager der Rewe-Gruppe Dr. Daniela Büchel und Dr. Ludger Breloh den Interessierten einen Einblick in die Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens. Dabei wurde deutlich, dass der Konzern in Sachen Tierschutz einen handelsübergreifenden sektoralen Ansatz verfolgt. Das heißt: kein weiteres Labelling, sondern mit einem „Mehr" an Tierwohl soll eine sukzessive und langfristige Preiserhöhung für Schweinefleisch an der Theke erzielt werden. Deutsche Handelsketten, Interessenvertreter der Landwirte, Vertreter deutscher Schlachthöfe, Wissenschaftler und NGOs haben an der Entwicklung des Bonitierungssystems, das voraussichtlich Ende diesen Jahres anlaufen soll, mitgewirkt. Die Landwirte sollen dabei durch finanzielle Anreize in die Lage versetzt werden, in ihren Ställen Tierwohl noch stärker zu berücksichtigen, ohne dass die Wettbewerbsfähigkeit negativ beeinflusst werde. Breloh appellierte dabei an den Forschungsmut und an das Engagement der norddeutschen Landwirte. Als vereinfachtes Beispiel nannte Breloh die Ringelschwanzprämie: eine verlängerte Absetzzeit bei Ferkeln könne ein Verzicht des Schwänzekupierens möglich machen. Die Mittel für die Umsetzung der nötigen Maßnahmen stelle der Handel zur Verfügung.
AEF-Vorsitzender Bartels unterstrich nochmals die grundsätzliche Bereitschaft des Vereins, Strategien für mehr Tierwohl sowie den niedersächsischen Tierschutzplan konstruktiv zu begleiten. Einzelne Mitgliedsunternehmer haben die Wichtigkeit dieser Thematik bereits erkannt und Produkte mit dem Tierschutzlabel des Deutschen Tierschutzbundes auf den Markt gebracht. Anstrebenswert sei, so Bartels, ein bundeseinheitliches mehrstufiges Siegel, dessen Mehrwert für den Verbraucher nachvollziehbar sei.
Im Anschluss lud Böseler Goldschmaus die Unternehmensvertreter zu einem Rundgang durch die Produktion ein.

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