26.09.2013 - Vermeidung von Kannibalismus und Federpicken bei Legehennnen

Kopie von DSC 0604 2Vechta. Mit welchen Maßnahmen kann der Jung- und Legehennenhalter Kannibalismus und Federpicken in seinen Ställen vermeiden? Empfehlungen dazu gab die Veterinärin Frau Dr. Petermann von Nds. Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) am 26. September 2013 im Grünen Zentrum Vechta. Dazu eingeladen hatte das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland e.V. seinen Vorstand sowie seine Expertenkreise „Tierwohl“ und „Tiergesundheit“.

 

Mit großem Interesse verfolgten die Zuhörer des AEF von Dr. Petermann vorgetragenen  Empfehlungen, die aktuell in den Arbeitsgruppen auf Landesebene zum Niedersächsischen Tierschutzplan erarbeitet werden und nach Vorstellung des Landes 2016 das Kürzen von Schnäbeln bei Junghennen vorsehen. Bei exakter Berücksichtigung aller Empfehlungen kann es möglich sein, Federpicken und Kannibalismus bei ungestutzten Herden weitestgehend zu vermeiden, gänzlich ausgeschlossen sei es jedoch nicht. Für das Federpicken gäbe es eine Vielzahl von Gründen. Unter anderem seien  dafür Besatzdichte, Fütterung, Stallmanagement, Genetik, Stress, Stallklima oder aber Erkrankungen am Tier verantwortlich. Insbesondere die Anforderungen an das Licht im Stall müssten noch intensiver untersucht und die Tierhalter noch gezielter geschult werden. Nach Veröffentlichung dieser Erkenntnisse stellt Uwe Bartels, der AEF-Vorsitzende, in Frage, ob der Verbotstermin 2016 noch zu halten sei. „Die oberste Prämisse bei der Umsetzung muss sein: Sorgfalt vor Schnelligkeit“, so plädiert Bartels im Sinne der Tierhalter und im Sinne des Tierwohles. Dringend erforderlich sei eine gezielte Folgenabschätzung für das Schnabelkürzen. Da die Tierhalter in der Übergangsphase mit finanziellen Verlusten zu rechnen haben, muss hier eine Fondslösung für die Betroffenen geschaffen werden.

Anstrebenswert sei, so Dr. Petermann, eine ähnliche stufenweise Umsetzung des Kürzens von Schnäbeln wie bei der Jung- und Legehennenhaltung in Österreich. Dort werde bereits seit 2004 auf das Kürzen der Schnäbel verzichtet. Für die Übergangszeit sei dort ein Entschädigungsfonds eingerichtet worden, in den die konventionellen Tierhalter einzuzahlen hatten. Positiv hervorgehoben hat Dr. Petermann das dortige konzertierte Vorgehen aller Beteiligten der Wertschöpfungskette, der Wissenschaft, der Verwaltung sowie der Politik. Alle Zuhörer sind sich einig, dass für Deutschland eine ähnliche geschlossene Vorgehensweise wie in Österreich, möglich sein müsse.

Kontakt:

Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland
Ruth Overberg
Driverstraße 18
49377 Vechta
Tel. 04441.85389-10
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