07.03.2014 - Langfristig die Wirtschaftskraft der Ernährungsbranche stärken

Besuch des Landesbeauftragten für den Raum Weser-Ems beim AEF

Sickelmann WebsiteVechta, 07. März 2014 – Die gesamte Ernährungswirtschaft der Region zu stärken und weiterzuentwickeln - gemeinsam mit dem Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland (AEF) und der Bioenergie-Region Südoldenburg (BER)-, das war das Ziel des gestrigen Antrittsbesuches von Franz-Josef Sickelmann, dem Landesbeauftragten für den Raum Weser-Ems, beim AEF in Vechta. In vielerlei Hinsicht deckt sich die inhaltliche Ausrichtung des AEF mit der Handlungsstrategie, die der Landesbeauftragte derzeit für die Ernährungswirtschaft der Region Weser-Ems entwickelt. In seinen Ausführungen macht Sickelmann deutlich, dass die Ernährungswirtschaft einen ökonomisch elementaren Sektor in der Region einnimmt. Dieser werde getragen von einer Vielzahl bäuerlicher Betriebe, die heute zu Recht als High-Tech-Unternehmen betitelt werden können.

Einen bedeutenden Konsens sieht Sickelmann in der Aufgabe, gegenwärtigen gesellschaftspolitischen Themen der Branche pro-aktiv zu begegnen. Das gilt insbesondere für die Aspekte „Nährstoffproblematik" und „Tiergesundheit". Hierfür müssen umsetzbare Lösungen gefunden werden, die das Agrar- und Ernährungsforum in seiner Arbeit faktisch schon vorhält, begrüßte Sickelmann. Was zu allen relevanten Themenaspekten fehlt, sei eine regional flankierende Forschungs- und Entwicklungsinfrastruktur. „Für diesen wichtigen Wirtschaftsmotor hat die Agrar- und Ernährungsbranche per se ein Anrecht auf angewandte Wissenschaft", so Sickelmann. Diesem Anspruch müsse durch gezielte Förderung Rechnung getragen werden.

Diese These wird durch Uwe Bartels, den Gastgeber und Vorsitzenden des AEF, unterstützt. Es sei von hoher Wichtigkeit, dass durch Forschung und Entwicklung Antworten auf drängende Herausforderungen der Branche gefunden werden. Der hohe gesellschaftliche Anspruch, der demografische Wandel und nicht zuletzt der globale Wettbewerb seien Aufgaben, der sich die Unternehmen und die Branche stellen müssen. Hilfestellung von Sickelmann und Unterstützung aus Hannover wünscht sich Bartels – neben der genannten Forschungslandschaft – auch in Sachen „Gülletechnik". Um eine effektive und saubere Kontrolle der Nährstoffströme in Ackerbauregionen zu gewährleisten, sei es die Aufgabe des Landesministeriums, für alle Beteiligten einen klaren Rechtsrahmen zu definieren. „Die Öffentlichkeit hat ein Anrecht darauf, dass in unserer Region anfallende Nährstoffe neben einer vor Ort stattfindenden technischen Veredlung umweltverträglich und sinnvoll in Ackerbauregionen verbracht und eingesetzt werden", so die Aussage Bartels. Aufgrund des geringen Zeitfensters bei der Gülleausbringung erwartet Bartels dringend einen Erlass des Ministeriums für die Erweiterung von Lagerkapazitäten in den Ackerbauregionen. Damit könnte ein kontinuierlicher Nährstoffstrom über das ganze Jahr gewährleistet werden.

Zudem müsse die derzeit noch teure Technik für die Messbarkeit wertvoller Nährstoffe in der Gülle auch für kleinere bäuerliche Betriebe erschwinglich sein, damit auch diese von der Verbringung profitieren. „Es muss doch im Selbstverständnis des Landwirtschaftsministers liegen, die natürlichen Nährstoffressourcen, aber insbesondere die endliche Ressource „Phosphor" aus Südoldenburg, für die Düngung der Ackerbauregionen zu nutzen.", so Bartels.

Abschließend unterstreicht Sickelmann die hohe Bedeutung seines AEF-Besuches. Für die Handlungsstrategie der Region Weser-Ems habe er mit dem AEF einen wichtigen strategischen Partner gefunden.