07.05.2014 - Wasserkreisläufe in der Lebensmittelindustrie optimieren

DSC 0048 kleinExpertenkreis des Agrar- und Ernährungsforum besichtigt hauseigene Kläranlage der Firma Heidemark

Ahlhorn. Wie ist es um die Wasserverfügbarkeit im Oldenburger Münsterland bestellt? Und wie kann es gelingen, Wasserkreisläufe innerhalb der verarbeitenden Industrie ressourcenschonend zu optimieren? Das waren Fragestellungen, die gemeinsam mit Experten aus Wirtschaft und Verwaltung im Hause Heidemark in Alhorn diskutiert wurden. Initiiert wurde dieses Treffen von dem Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland, das sich unter anderem mit dem Thema „Intelligentes Wachstum im Oldenburger Münsterland" in der verarbeitenden Branche befasst.

Einen Einblick in die derzeitige Wasserversorgungssituation im Nordwesten gab Egon Harms vom Oldenburg-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV). Es sei bezeichnend, so Harms, dass innerhalb der letzten Jahrzehnte ein deutlich schwächeres Bewusstsein seitens der Bevölkerung für die Daseinsvorsorge festzustellen sei. Gezielt ging Harms in seinem Vortrag auf die erheblichen Nutzungs- und Interessenskonflikte ein. Unter anderem konkurrieren die Land- und Forstwirtschaft, die Industrie, die Verwaltung für Siedlungs- und Gewerbeflächen, aber auch der Naturschutz um die Ressource Wasser. Dazu komme in den letzten Jahren eine zunehmend geringere Niederschlagshäufigkeit im Herbst. Zudem sei durch die Nitratbelastung der Nährstoffüberschüsse aus der Urproduktion eine Qualitätsverschlechterung des Grundwassers festzustellen. Schon jetzt, so Harms, haben in großen Teilen Nordwestens bereits ca. 60% der Grundwasserkörper den Trinkwassergrenzwert von 50mg Nitrat/Liter überschritten.

Am Beispiel des Unternehmens Heidemark machte dessen Generalbevollmächtigter und Sprecher der Arbeitsgruppe, Johannes Eiken, deutlich, dass es innerhalb der verarbeitenden Branche in den letzten Jahren - durch Schaffung produktionskostenoptimierter Betriebsgrößen - einen erheblichen Konzentrationsprozess gegeben habe. Aufgrund einer effizienten Wasser-regulierung und hauseigenen Kläranlage konnte der Wasserverbrauch pro Pute massive gesenkt werden und ein hoher Anteil des Wassers wieder für Brauchwasser genutzt werden.

Unterm Strich, so sind sich die Experten einig, gebe es noch eine Vielzahl an Stellschrauben, an denen Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Politik noch drehen müssten. Dazu zählen u.a. die Optimierung ressourcenschonender Wasserkreisläufe in der Agrar- und Ernährungsbranche, die Bereitstellung von Fördergeldern zur Gewährleistung derselben sowie der Aufbau einer bislang fehlenden flankierenden Forschungslandschaft für die Ressource Wasser in Niedersachsen. Es fehle zudem an einer überregionalen Institution, die sowohl alle öffentlichen und privaten Brunnen erfasst sowie deren Entnahmerechte ordnungsgemäß steuert. Zur Sicherung der Grundwasserqualität sei es unabdingbar, eine Änderung der Düngeverordnung zu erwirken sowie einen eindeutigen Rechtsrahmen für den ordnungsgemäßen Transport der Nährstoffüberschüsse in Ackerbauregionen festzusetzen und diesen konsequent zu kontrollieren.