27.10.2015 - Kauf dient jungen Konsumenten zur Selbstdarstellung

Bild1 27 10 2015Vechta – 27.10.2015. Wie kann sich der Handel künftig den jungen Konsumenten zuwenden? Und welche Konsummuster lassen sich in der Zukunft abbilden? Zu diesen Fragestellungen nahm der REWE-Marktforschungsexperte, Olaf Gens, vor ca. 40 Teilnehmern der Ernährungswirtschaft Stellung. Eingeladen dazu hatte der Expertenkreis des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland „Zukunftsstrategien für die Lebensmittelverarbeitung" unter Leitung von Johannes Eiken am 27.10.2015 in Vechta.

Der ehemalige niedersächsische Landwirtschaftsminister und AEF-Vorsitzender, Uwe Bartels, mahnte in seiner Eingangsrede, dass sich die Ernährungswirtschaft rechtzeitig auf die neuen Trends und Erwartungen der Gesellschaft an die Branche einlassen müsse, um ihre bedeutende Marktfähigkeit langfristig zu erhalten.

Dieses wurde auch in dem Vortrag des REWE-Experten Gens deutlich. Richteten die Konsumenten in den 80er-Jahren ihre Bedürfnisse eher auf Statussymbole aus, so herrsche heute vielmehr – speziell bei der jungen Käuferschicht – ein starker „Less-is-more"- oder ein „Sharing-Economy"-Gedanke vor. Konsummuster ließen sich aufgrund der hohen Diversifizierung der Zielgruppen nicht immer eindeutig festlegen. Zahlreiche Lebens- und Ernährungsstile, z.B. „Kochen ohne Knochen" machten die Eingruppierung der Konsumenten zunehmend komplexer. Ein Trend jedoch, so Gens, lässt sich eindeutig feststellen: Käufe dienen heute vielfach zur Selbstdarstellung und zur Inszenierung.

Auch sei bei den heutigen Konsumenten das Thema „Nachhaltigkeit" verstärkt in den Fokus gerückt. Dieses habe die REWE-Gruppe in ihren Marketing-Konzepten in vielfältiger Weise bereits umgesetzt. Dazu zählt auch der Trend hin zu lokalen und regionalen Produktsortimenten. In den Einkaufsregalen hätten diese bereits heute einen festen Platz. Gens stellte ebenso diverse Modelle zur Bereitstellung und Vermarktung von Produkten vor, u.a. das Prinzip „Click & Collect" oder den Online-Handel. Im Gegensatz zu Deutschland seien diese Konzepte im Ausland jedoch stärker etabliert.
So gab Gens den Zuhörern folgenden Schlusssatz mit auf den Weg: Die Branche ist bereits heute angehalten, das zu tun, was der Verbraucher in fünf Jahren möchte".