17.02.2016 - Bartels referiert vor landwirtschaftlichen Unternehmerinnen

Auf Einladung der Interessengemeinschaft landwirtschaftlicher Unternehmerinnen (kurz: ILU) am 15. Februar 2016 informierte und diskutierte der ehemalige Landwirtschaftsminister und derzeitige Vorsitzender des Agrar- und Ernährungsforums OM, Uwe Bartels, vor rund 30 Unternehmerinnen über die aktuellen Herausforderungen der Landwirtschaft im Rheinischen Hof in Dinklage.

Als besorgniserregend bezeichnete Bartels die derzeitige wirtschaftliche Situation auf den Höfen. Das Preistief am Schweine- und Milchmarkt sowie wegbrechende Absatzmärkte bringe die Höfe bisweilen an den Rand ihrer Existenz. Erschwerend hinzu komme der Akzeptanzverlust aus weiten Teilen der Gesellschaft, insbesondere im Bereich der Tierhaltung. Mit Schnellschüssen, Kampagnen und Verordnungen auf Landes- und Bundesebene lieferten sich die Politiker und NGOs einen regelrechten Wettbewerb. Dringend erforderlich, so mahnte Bartels, eine gezielte Folgenabschätzung für diese Maßnahmen. Bartels ging auf die Strategie und Aktivitäten des AEF ein, Herausforderungen klar zu benennen und pro-aktiv an deren Lösung mitzuarbeiten. Diesen Weg beschreite das AEF. „Die Region hat ein enormes Innovationspotenzial in den Köpfen der hier tätigen Menschen, dass sie auch Antworten für Probleme findet.", so Bartels. Diese Vorgehensweise werde in der Öffentlichkeit und Politik als glaubwürdig, seriös und zielführend wahrgenommen. Deshalb könne das AEF von der Kommune über die Landes- bis hin zur Bundesebene gestaltend mitwirken. So konnten auch Projekte mit der Landesregierung verabredet und finanziert werden, wie das Projekt „aniplus" zur Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes oder aktuell drei Projekte zum Thema „Nährstoffüberschüsse mit fast 1 Mio. Euro Landesmitteln.

Dem Vortrag schloss sich unter Moderation der ILU-Vorsitzenden, Anja Schmidt, eine intensive Diskussion an, bei der die wichtigsten Themen der Region angesprochen wurden: Tierwohl, Tiergesundheit, Nährstoffe, aber auch generelle Themen, wie das zwiespältige Verbraucher-verhalten, die teilweise reißerische Medienberichterstattung, das Verhalten des LEH und die gedrückte Stimmungslage in den heimischen Familien wurden angesprochen