31.05.2016 - Bundesminister Schmidt ist jetzt gefordert

shutterstock 205350004Die gegenwärtigen Aktivitäten auf Bundesebene für Hilfen vom Marktgeschehen betroffener Milchbauern sind unzureichend, weil sie den entstandenen finanziellen Schaden nicht annähernd abdecken und die eigentlichen Herausforderungen nicht angehen.

„Es fehlt eine schlüssige Gesamtstrategie für eine Landwirtschaft, die gleichermaßen international wettbewerbsfähig und gesellschaftlich akzeptiert ist", erklärte der Vorsitzende des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland, Uwe Bartels. Die finanziellen Hilfen des Staates gleichen nur zum Teil die am Markt entgangenen Erlöse aus, während der selbe gleichzeitig aufgrund gesellschaftlichen Drucks durch Auflagen im Tierwohl -und Umweltbereich immense Investitionen bei den Landwirten auslöst, die der ums finanzielle Überleben kämpfende Landwirt nun obendrein zu schultern hat.

Hierauf und auf die immer wiederkehrenden Marktturbulenzen eines globalen Marktes eine stimmige und wirkungsvolle Antwort zu finden, das muss Politik und Gesellschaft jetzt gelingen, will man nicht von einer Krise in die nächste schlittern.

„Es ist höchste Zeit, dass alle Akteure sich von ihren jeweiligen extremen Positionen verabschieden und im Interesse einer zukunftsfähigen Agrar- und Ernährungswirtschaft auf die Gemeinsamkeiten besinnen. Die gesamte Wertschöpfungskette der Agrar- und Ernährungswirtschaft in Deutschland ist ein hohes Gut, das gegenwärtig hochgradig gefährdet ist, wenn weiterhin tatenlos zugesehen wird, wie ein wichtiger Baustein - die Urproduktion – wegbricht", so Bartels. Isolierte Einzelmaßnahmen bringen nicht weiter. Vorschläge für eine nationale Strategie liegen allein schon durch das Gutachten des Wissenschaftlichen Beirates bei dem Agrarministerium vor. Es fehle, so Bartels, offenbar der Mut, konkret mit den Marktbeteiligten und den Ländern über ihren jeweilig zu erbringenden Beitrag zu verhandeln.