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15.06.2022: Ampel-Koalitionär Hocker (FDP) kämpft mit Gegenwind aus der Branche

AEF 2022 06 15 WebsiteHeftiger Kritik musste sich FDP-Agrarparlamentarier, MdB Dr. Gero Hocker, im Rahmen der diesjährigen Mitgliederversammlung des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland e.V. (kurz: AEF) in Dinklage aussetzen.

Sven Guericke, der Vorstandsvorsitzende des AEF hatte Hocker eingeladen, um Stellung zum Umbau der Tierhaltung in Deutschland und der fehlenden Finanzierung zu beziehen. Über 100 Unternehmensvertreter der Agrar- und Ernährungsbranche waren der Einladung nach Dinklage gefolgt.
In seinen Eingangsworten skizzierte Guericke die schwierige Situation der Tierhalter in Deutschland. Noch nie seien die Herausforderungen für die Branche so immens gewesen. Das gelte nicht nur für die Urproduktion, sondern für die gesamte Wertschöpfungskette. Steigende Energie- und Rohstoffkosten, Anhebung des Mindestlohns, die hohe Inflation sowie niedrige Erzeugererlöse führten zu einer ausweglosen Lage auf den landwirtschaftlichen Höfen, so dass immer mehr Landwirte ihre Betriebe für immer aufgäben.

Der Politik warf Guericke vor, Grabenkämpfe innerhalb der Koalition auf den Rücken der Landwirte auszutragen und dabei wissentlich die Branche sukzessive ausbluten zu lassen. „Die Regierungskoalition macht bei vielen Themen keinen geschlossenen Eindruck. Es entsteht vielmehr der Verdacht, dass im Fachbereich des Bundeslandwirtschaftsministeriums heute ideologische Überzeugungen einen höheren Stellenwert haben als Sachargumente“, so die Aussage von Guericke. Andere Ministerien zeigen doch, wie sachorientierte Politik funktioniert. Dabei lägen längst tragfähige Empfehlungen für einen wirtschaftlich verträglichen Umbau der Tierhaltung vor. Viel zu lange, so Guericke, habe sowohl die alte Bundesregierung als die jetzige taktiert und sich auf keinen Konsens zum Finanzierungsmodell und zu der Anpassung des Bau- und Immissionsschutzgesetzes einigen können.

Erfreut zeigte sich Guericke indes über die Festlegung der verpflichtenden Haltungskennzeichnung. So sei er erleichtert, dass sich diese nicht an die zuvor angekündigte „Eierkennzeichnung“ anlehne, sondern sich an die bereits am Markt etablierten Haltungsstufen orientiere. Aber er machte auch deutlich, dass die Konzepte der Bundesregierung noch vieles vermissen lassen: die verbindliche Herkunftskennzeichnung, die Einbeziehung der Außer-Haus-Verpflegung und verarbeiteter Ware. All‘ das führe dazu, dass der LEH, die Gastronomie und nicht zuletzt die Verbraucher aufgrund des Preisdrucks verstärkt auf Ware aus dem Ausland zurückgreifen würden. Das dürfte, so Guericke, selbst Cem Özdemir nicht verborgen geblieben sein.

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22.04.2022: AK-Agrar der CDU-Landtagsfraktion zu Besuch auf dem Hof Schmies

2022 04 22 Hof SchmiesFür den bereits seit längerem geplanten Austausch zwischen dem AK-Agrar der CDU-Landtagsfraktion Niedersachsen (AK-Agrar) und der Schweine-besamungsstation Weser-Ems e.V. (SWE) bot der Hof Schmies beste Voraussetzungen. Im Fokus stand die Tierhaltung generell sowie die Sauenhaltung im Speziellen. Landwirt Andreas Schmies zieht mit seiner Familie Ferkel und Mastschweine auf und gewährt als Teilnehmer des Projektes ”Transparente Landwirtschaft” regelmäßig einer breiten Öffentlichkeit Einblick in die Tierhaltung.

Die Initiatoren des Treffens Johannes Korfhage und Christoph Möhlenhaskamp (beide Geschäftsführer SWE) sowie MDL Christoph Eilers (AK-Agrar) konnten für den Austausch ebenfalls Sven Guericke, Vorsitzender des Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland e.V. (AEF), und Dr. Heiko Janssen von der Landwirtschaftskammer Niedersachen gewinnen. In der Begrüßung betonte Christoph Eilers die Wichtigkeit des Termin, gerade auch vor dem Hintergrund des aktuellen Ukraine-Konflikts.
Zuerst stellte Korfhage die dramatische Situation der Sauenhalter dar. Eindrücklich hierfür sind die massiven Betriebsaufgaben. ”Es ist mehr als bedenklich, wenn in einem Zeitraum von 10 Jahren 56 % der Sauenhalter in Niedersachsen zur Aufgabe gezwungen werden”, betont der Geschäftsführer. In diesem Zeitraum, haben sich dort die Sauenbestände um 26 % reduziert. In dem sich anschließenden Impulsvortrag von Guericke hob dieser hervor, dass die viel beschworene Transformation der Tierhaltung längst begonnen habe. Aus Sicht des AEF ist die Kanalisierung dieser Transformation der Grundstein für die Zukunftsfähigkeit - nicht nur - der Tierhalter, sondern vielmehr des gesamten ländlichen Raumes. ”Es ist an der Zeit, Landwirten Planungsicherheit im Wirbel zwischen Umweltschutz, Tierschutz und Baurecht zu gewähren”, so der Vorsitzende.

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12.04.2022: Kompetenzpartner aus der Landwirtschaft reagieren auf die Niedersächsische Klimaschutzstrategie

2022 04 12 KlimaschutzpapierVier Kompetenzpartner der niedersächsischen Agrar- und Ernährungsbranche haben auf die Ende 2021 durch das Landeskabinett festgelegte Niedersächsische Klimaschutzstrategie reagiert und Ministerin Otte-Kinast dazu ein Empfehlungspapier überreicht. Die Übergabe fand am 12.04.2022 im Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Hannover statt.

Ziel dieses Empfehlungspapiers war es, die grundsätzliche Wirkung der Maßnahmen aus der Nds. Klimaschutzstrategie auf die Treibhausgasemissionen zu beziffern und Perspektiven für die niedersächsische Landwirtschaft aufzuzeigen. Ferner empfiehlt das Papier, die Implementierung der Maßnahmen durch einen partizipativen und transdisziplinären Prozess zu begleiten. An dem Papier haben federführend die Landwirtschaftskammer Niedersachsen, das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland, der Verbund Transformationsforschung agrar Niedersachsen sowie das 3N-Kompetenzentrum mitgewirkt.

Ministerin Otte-Kinast zeigte sich erfreut über das Arbeitspapier und dankte den Kompetenzpartnern: „Klimaschutz benötigt starke und verlässliche Partner, die wir hier bereits in Niedersachsen haben. Mit diesem Papier erhält die Politik wegweisende Hinweise, um miteinander und auf Augenhöhe dem gemeinsamen Ziel Klimaschutz näherzukommen.“, so ihre Aussage.

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05.04.2022: Kein Verständnis für Zaudern grüner Minister bei ÖVF-Freigabe

Die derzeitige Lage in der Ukraine sowie die Auswirkungen auf die Agrarmärkte zeigen deutlich, wie fragil und vulnerabel die landwirtschaftlichen Lieferketten weltweit sind. Vor diesem Hintergrund begrüßt Sven Guericke, der Vorstandsvorsitzende des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland (kurz: AEF), den Beschluss der letzten EU-Agrarministerkonferenz, die Selbstbegrünung der Stilllegungsflächen ab 2023 zu lockern oder sogar komplett abzuschaffen. Kein Verständnis hat Guericke allerdings für das Zaudern einzelner deutscher Agrarminister und deren Festhalten an parteipolitischen Grundsatzüberzeugungen, den von der EU-Kommission ermöglichten Spielraum zur Nutzung ökologischer Vorrangflächen, nicht zu nutzen. „Deutschland muss seinen Gunststandort zum Anbau von weltweit benötigten Rohstoffen und Lebensmitteln vollends ausschöpfen und damit seiner globalen Verantwortung zur Ernährungssicherung nachkommen“, so Guericke. Auch wenn die Erträge diesen Flächen keine gewaltigen Erntemengen erbringen, so wären sie doch ein Beitrag Deutschlands für die globale Ernährungssicherung.

AEF will Transformation der Landwirtschaft nicht ausblenden

Damit wolle sich die Landwirtschaft keinesfalls aus ihrer ökologischen Verantwortung stehlen und die Notwendigkeit der Transformation ausblenden, so Guericke, denn diese wisse sehr wohl um ihre Verpflichtung, Ressourcen und Biodiversität nachhaltig zu schonen und zu stärken. Vielmehr gelte es, vor dem Hintergrund der Ernährungssicherung alle ökonomischen, ökologischen sowie sozialen Faktoren sorgsam miteinander abzuwägen und jedwedes innovatives und digitales Potenzial auszuschöpfen. Dazu zählt insbesondere auch der Einsatz von modernen biotechnologischen Verfahren, wie das Genome Editing mit der Genschere CRISPR/CAS.

AEF sieht die geplanten staatlichen Haltungsstufen kritisch

Des Weiteren befürwortet Guericke grundsätzlich den Beschluss der Bundesregierung, noch in diesem Jahr eine verpflichtende Haltungskennzeichnung auf den Weg zu bringen. Eine vornehmliche Anlehnung der Haltungsstufen an die Eierkennzeichnung betrachtet das AEF jedoch kritisch. Zum einen unterwandere die Bundesregierung damit mutwillig alle Tierwohlbemühungen, wenn sie die bestehenden und mittlerweile etablierten Tierwohl-programme ohne Außenklima in die unterste Kategorie „3“ einordnen wurde. „Das ist ein Schlag ins Gesicht derjenigen, die trotz der wirtschaftlich desolaten Lage in den Umbau ihrer Ställe hin zur ITW-Haltungsstufe 2 investiert und auf langfristige Sicherung gesetzt haben.“, konstatiert Guericke. Zielführender sei es, auf die innerhalb der Borchert-Kommission erarbeiteten Tierwohlkriterien zurückzugreifen und am Markt etablierte Tierwohlprogramme einzubinden. Daneben fordert das AEF weiterhin auch die Einbeziehung von Fleisch des Außer-Haus-Verzehrs sowie eine EU-weit einheitlich verpflichtende Haltungskennzeichnung, um den innereuropäischen Wettbewerb nicht noch mehr zu befeuern.

„In Anbetracht der Tatsache, dass das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz kürzlich den Bericht zur Niedersächsischen Nutztierhaltung veröffentlicht hat, der einen massiven Abbau des gesamten niedersächsischen Tierbestandes aufzeigt, muss die Bundesregierung endlich ihren Worten Taten folgen lassen“. Der Umbau der Nutztierhaltung kann nur mit einem soliden Finanzierungsmodell sowie mit einer langfristigen rechtlichen Planungssicherheit gelingen, so der Vorsitzende.

18.03.2022: Maßnahmen zur Nährstoffreduktion in Niedersachsen zeigen Wirkung

2022 03 18 NhrstoffausbringungErfreut zeigte sich Sven Guericke, Vorstandsvorsitzender des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland e.V. (kurz: AEF) von den Ergebnissen des jüngst veröffentlichten 9. Nährstoffberichtes 2020/2021 für Niedersachsen.

Dass erstmalig die Belastung der Böden und der Gewässer durch Nährstoffeinträge gesunken sei und sogar unterhalb der gesetzlichen Grenze liegen, zeige eindrucksvoll, dass alle Instrumente zur Verringerung des Nährstoffaufkommens greifen und zielführend sind.

Wenngleich die Stickstoffreduzierung auch mit den reduzierten Tierzahlen in Verbindung steht, so sei die Reduktion der Nährstoffe nicht zuletzt dem Einsatz der Landwirte zu verdanken, so Guericke. So hätten Maßnahmen, wie die nährstoffreduzierte Fütterung, verbesserte Düngeausbringung, der Substrat-Input in Biogasanlagen im Sinne einer Kaskaden-Nutzung sowie die überbetriebliche Verbringung der Gülle in Ackerbauregionen maßgeblich zu dieser Reduktion beigetragen. Daran müsse weiter gearbeitet werden. Insbesondere durch den Wegfall der Mineraldüngerimporte aus Russland und der Ukraine dürfe sich in Zukunft die Kreislaufwirtschaft durch eine höhere Nachfrage der Ackerbauregionen an organischem Dünger noch wesentlich erhöhen.

Ebenso positiv wertet Guericke den positiven Trend bei den Grundwassermessstellen. Dennoch erfordere es weiteres konsequentes Handeln. „Wasser ist unser höchstes Gut“, konstatierte Guericke. „Aber was es jetzt zudem braucht, sind genauere Messdaten sowie ein stringenterer Ausbau der Messstellen“. Insbesondere vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise und der damit verbundenen weltweiten Versorgungsengpässe müsse die Novellierung der Düngeverordnung künftig stärker auf das Verursacherprinzip hinwirken und dürfe nicht noch stärkere Auflagen für Landwirte vorhalten.