Aktuelles

23.03.2020: Jochen Borchert zu Gast bei der diesjährigen AEF-Mitgliederversammlung

Zu seiner diesjährigen Mitgliederversammlung lädt das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland (AEF) am

               Montag, 23.03.2020 um 16:00 Uhr

seine Mitgliedsunternehmen, Förderer und Interessierte in das Gasthaus Hogeback, Erlte 7 in 49429 Visbek ein.

Im Anschluss an den offiziellen Teil wird um ca. 17:00 Uhr Minister a.D. Jochen Borchert,
Leiter des BMEL-Kompetenznetzwerkes für Nutztierhaltung zu den kürzlich veröffentlichten

               » Empfehlungen zum Umbau der Nutztierhaltung:
               Hintergründe, Intentionen sowie weiteres Vorgehen «

referieren.

Die Vorschläge seitens der BMEL-Kommission beinhalten neben der Entwicklung von Zielbildern und Zeitplänen auch eine Finanzierungsstrategie für einen langfristigen Umbau zu mehr Tierwohl und Umweltschutz innerhalb der nächsten 20 Jahre.
Gemeinsam mit Jochen Borchert will das AEF im Rahmen dieser Veranstaltung die Chancen dieser Empfehlungen für die Veredlungsregion Oldenburger Münsterland ausloten und diskutieren.

Anmeldungen nimmt die AEF-Geschäftsstelle unter 04441.85389-10 (Ruth Overberg) oder unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!entgegen.

 

13.02.2020: Uwe Bartels zur Borchert-Kommission: „Vorschlag ist ein Bemühen für ein zukunftsfähiges Konzept der Nutztierhaltung“

Vechta, 13.02.2020 – „Endlich liegt ein Vorschlag auf dem Tisch, der bemüht ist, ein zukunftsfähiges Konzept der Nutztierhaltung zur Diskussion zu stellen.“ erklärte der Vorsitzende des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland Uwe Bartels.

Es beinhalte alle wichtigen Elemente eines zukünftigen Gesellschaftsvertrages über eine nachhaltige Landwirtschaft, der von allen Teilen der Gesellschaft für einen langen Zeitraum von mindestens 20 Jahren als verbindlich angesehen wird, so Bartels. So seien mittel– und langfristige Zeitrahmen für Tierwohlställe vorgegeben, eine Neujustierung der Rechtsbereiche, die bisher durch ihre Widersprüchlichkeiten Veränderungen von Ställen verhindert haben, ein auf mindestens 20 Jahre gesicherter Finanzierungsvorschlag für den Mehraufwand (Investitionen/Arbeitsaufwand) der Landwirte, der durch den Verbraucher nicht honoriert werde, die Notwendigkeit einer umfassenden Folgeabschätzung und Evaluierung der bisherigen Maßnahmen, vorgesehen.

Über einige Empfehlungen müsse jedoch kritisch verhandelt werden: Die Unverbindlichkeit des staatlichen Tierwohllabels in den ersten fünf Jahren; die vage Hoffnung auf ein EU– einheitliches Tierwohllabel in 2025. Die fehlende Konkretisierung der Neujustierung der Rechtsbereiche, obwohl dieser Bereich den drängendsten Handlungsbedarf reklamiert.

Es muss deutlich herausgestellt werden, dass viele unterschiedliche Ställe der Zukunft gefördert und als Zielmarke angestrebt werden, soweit sie die wissenschaftlich vorgegebenen Ziele zur Verbesserung des Tierwohls, der Umwelt und des sparsamen Umgangs mit Ressourcen sowie der Biosicherheit erfüllen.

„Jetzt sind Ministerin Klöckner und ihre Ressortkollegen am Zug, um zügig die Empfehlungen nachzuarbeiten und eine breite Mehrheiten im Parlament zu sichern“, schloss Bartels seine Erklärung.

 

03.02.2020 - „Das Oldenburger Münsterland wird zur Nagelprobe des Transformationsprozesses in Deutschland“

AEF Maren CDL B1Ist die Wertschöpfungskette der Agrar- und Ernährungswirtschaft im OM vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Agrarpolitik noch zukunftsfähig? Und wie muss eine Transformation der gesamten Wertschöpfungskette im Sinne der Nachhaltigkeit gestaltet werden? Diesen Fragestellungen wurde vor rund 150 Teilnehmern am 03.02.2020 im Kreishaus Vechta mit zahlreichen Branchenexperten nachgegangen. Dazu eingeladen hatten das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland unter Vorsitz des ehemaligen nds. Landwirtschaftsministers Uwe Bartels in Kooperation mit der Fachzeitschrift Land & Forst, deren Chefredakteurin, Maren Diersing-Espenhorst, die Moderation übernommen hatte.

Bereits im Begrüßungsdialog machte AEF-Vorsitzender Bartels deutlich, dass die Branche bereits heute pro-aktiv und mit innovativen Ansätzen die Erwartungen der Gesellschaft und Politik bei der Klima- und Tierwohldebatte erfüllen möchte, jedoch immer wieder am geltenden Recht scheitere. „Die Branche benötigt dringend eine klare Zielvorgabe für die künftige Ausrichtung der Agrar- und Ernährungswirtschaft, eine Neujustierung der sich behindernden Gesetze und die Regelung einer entsprechenden Finanzierung“, mahnte Bartels in Richtung Politik. Darüber hinaus regte er eine Studie zur Ermittlung der Auswirkungen der aktuellen Herausforderungen für die Wertschöpfungskette auf die ökonomischen und sozialen Strukturen im Oldenburger Münsterland an. Harmut Heinen, Erster Kreisrat des Landkreises Vechta, lobte die Bestrebungen der Branche und versprach, diese auf kommunaler Ebene weiterhin bei dem Transformationsprozess zu unterstützen. Aufgrund der rechtlichen Unsicherheitslage in der Landwirtschaft, ging dieser allerdings von einer Verringerung der jetzigen Tierzahlen in der Region aus.

Diesem Szenario stimmte Prof. Folkhard Isermeyer vom Thünen-Institut in seinem Impulsvortrag zu: Aus ökologischer Sicht würde erheblicher Druck der Gesellschaft in Richtung Verringerung der Tierzahlen ausgeübt. Mit einer Anhebung der verfügbaren Fläche für Tiere würden zwar weniger Tiere im Stall stehen, dafür müsse der Landwirt jedoch mittels einer Finanzierungsstrategie, die derzeit im BMEL-Kompetenzkreis Tierwohl erarbeitet würde, entschädigt werden. Für diese Umbauten müsse der Bund Kosten in Höhe von 3 bis 5 Milliarden Euro veranschlagen. Isermeyer sprach sich für ein gesellschaftliches Zielbild aus, wie künftig mit Tieren umgegangen werden solle. Für das Oldenburger Münsterland sieht Isermeyer zwei positive Entwicklungen. Zum einen bliebe der Landwirt - trotz Umbaus der Tierhaltung - mit der geplanten Förderung einkommensmäßig gleich gestellt. Zum anderen verhielten sich Tierwohl sowie das Umwelt- und Baurecht kohärent mit dem Zielbild einer künftigen Nutztierhaltung, was auch zwangsläufig zu mehr Um- und Neubauten von Ställen führen werde. Gleichzeitig stiege die Akzeptanz für die Tierhaltung.

Gert Stuke, Präsident der Oldenburgischen IHK, hob in seinem Vortrag die wirtschaftliche Stärke der Agrar- und Ernährungswirtschaft in dieser Region hervor. Aufgrund ihrer einzigartig geschlossenen Wertschöpfungskette sei es von hoher Wichtigkeit, den jetzigen Status Quo im Sinne aller Branchenbeteiligten zu erhalten. Was die Branche jetzt bei dem notwendigen Transformationsprozess benötige, seien gesellschaftliche Akzeptanz sowie ökonomische, ökologische und sozial verträgliche Konzepte und Lösungen - flankiert von der Politik. Stuke sprach sich aufgrund der hohen Innovationsstärke der Region sowie der immer stärker durchdringenden Digitalisierung innerhalb des Clusters grundsätzlich für ein qualitatives Wachstum der Branche aus. Damit werde die Region die bestehenden Herausforderungen langfristig lösen können. Beide Landkreise, Vechta und Cloppenburg, forderte Stuke auf, den Ausbau der digitalen Infrastruktur zu beschleunigen und den Transformationsprozess der Branche aktiv zu begleiten.

Im Rahmen von vier Podien wurden gezielt Vertreter der einzelnen Wertschöpfungsstufen zur künftigen Ausrichtung der Agrar- und Ernährungswirtschaft befragt. Das Oldenburger Münsterland werde zur Nagelprobe des Transformationsprozesses in Deutschland. „Wenn wir die Transformation nicht in dieser Region schaffen, dann wird es uns nirgendwo in Deutschland gelingen“, so Prof. Dr. Ludwig Theuvsen vom nds. Landwirtschaftsministerium. Diskutiert wird die mangelnde Kommunikation der Branche. Prof. Dr. Windhorst sieht die Branche vornehmlich getrieben durch den Lebensmitteleinzelhandel. Dieser werde künftig die Standards setzen. Auch werde die Blockchain-Technologie bis in die letzte Stufe der Wertschöpfungskette greifen.
Größte Herausforderungen bleiben – laut Aussagen der einzelnen Podiumsdiskutanten, insbesondere die der landwirtschaftlichen Vertreter - die fehlende Planungs- und Bestandssicherheit bei Stallumbauten, die fehlende konstruktive und ehrliche Auseinandersetzung mit der Gesellschaft, was in der Praxis umsetzbar ist oder nicht, der Preisdruck auf dem Weltmarkt sowie die anhaltende Dürre und damit einhergehende Missernten aufgrund des Klimawandels.

Auf die Frage zur Ausrichtung der fleischverarbeitenden Branche und ob es einer Erweiterung des Portfolios um alternative Proteinquellen bedarf, war man sich einig, dass es nicht um ein „Entweder-Oder“, sondern vielmehr um ein „Sowohl-Als-Auch“ bei dem Nebeneinander von konventionell herstellten und Alternativ-Produkten gehen müsse. Windhorst gibt allerdings zu bedenken, dass jetzt eine Generation heranwachse, die nicht mehr nur mit Fleischkonsum groß werde. Diese Bevölkerungsgruppe würde künftig verstärkt die Ausrichtung der Branche beeinflussen.

03.02.2020 - Einladung: Wo steht die Agrar- und Ernährungswirtschaft des OM im Jahr 2030?

Das Oldenburger Münsterland rangiert in Bezug auf Beschäftigungsquote, Industrieumsatz und Wirtschafts-wachstum bundesweit auf den vorderen Plätzen. Der Erfolg dieser Region fußt maßgeblich auf die in den vergangenen Jahrzehnten europaweit einzigartig etablierte Wertschöpfungskette der Agrar- und Ernährungs-wirtschaft mit ihren zahlreichen international tätigen mittelständischen Betrieben, insbesondere auch im vor- und nachgelagerten Bereich.

Trotz dieser positiven wirtschaftlichen Ausgangsbasis steht die gesamte Branche vor enormen Herausforderungen. Große Teile der Gesellschaft kritisieren – nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund des Klimawandels – die Art der Tierhaltung und ihre Auswirkung auf die Umwelt. Die Politik reagiert entsprechend mit ordnungsrechtlichen Auflagen. Landwirte und Unternehmer sorgen sich zunehmend, welche Konsequenzen ein möglicher Strukturwandel durch die Vielzahl der Auflagen nach sich ziehen könnte.

Bezogen auf die einzelnen Branchensegmente soll im Rahmen dieser Veranstaltung mit Wirtschaftsvertretern und Wissenschaftlern beleuchtet werden, wie sich die Region OM unter den sich veränderten Marktverhältnissen erfolgreich anpassen und für neue Wirtschaftsmodelle nachhaltig aufschließen kann.
Dazu laden wir herzlich ein

                    am Montag, 03. Februar 2020 um 16:30 Uhr
                    in das Kreishaus Vechta unter dem Titel
                    „Wo steht die Agrar- und Ernährungswirtschaft
                    des Oldenburger Münsterlandes im Jahr 2030?“

Über Ihre Teilnahme daran würden wir uns sehr freuen.
Anmeldungen nehmen wir gerne unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! entgegen oder per Antwortfax.
Das finale Programm finden Sie hier.

11.12.2019 - Klimaschutz braucht ein Gesamtkonzept

IMG 8478Welche Anstrengungen unternimmt die Agrar- und Ernährungswirtschaft des Oldenburger Münsterlandes in Sachen Klimaschutz und Welternährung? Wo liegen die Potentiale und welche politischen Rahmenbedingungen sind gefordert? Diesen Fragestellungen wurde vor rund 100 Teilnehmern am 11.12.2019 im Gasthaus Jansen mit zahlreichen Branchenexperten und Wissenschaftlern nachgegangen. Dazu eingeladen hatten das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland unter Vorsitz des ehemaligen nds. Landwirtschaftsministers Uwe Bartels sowie die Fachzeitschrift top agrar, dessen Chefredakteur, Matthias Schulze Steinmann, die Moderation übernommen hatte.

Gleich zu Beginn machten der Cloppenburger Landrat Johann Wimberg und der AEF-Vorsitzende Bartels deutlich, dass der wirtschaftliche Erfolg der Region auf dem Geschäftsmodell des einzigartigen Agribusiness-Clusters fußt. Gerade das Geschäftsmodell dieser Region, so Wimberg, müsse nun die Chance nutzen, zur Lösung der Herausforderungen sich bundesweit an die Spitze zu stellen. Unterstützt wird diese Aussage von Bartels, der die Anstrengungen der Branche lobte, pro-aktiv und mit innovativen Ansätzen die Erwartungen der Gesellschaft und Politik bei der Klima- und Tierwohldebatte zu erfüllen. Das AEF habe kürzlich für die Landesregierung Niedersachsen ein Maßnahmenpapier zum Klimaschutz erarbeitet. Bartels mahnte in Richtung Politik, die jeweiligen Ressortegoismen zwischen Umwelt- und Landwirtschaftsministerium schnellstmöglich beizulegen, eine klare Zielvorgabe für die künftige Ausrichtung der Agrar- und Ernährungswirtschaft zu erarbeiten, eine Neujustierung der sich behindernden Gesetze vorzunehmen und die entsprechende Finanzierung zu regeln.
Prof. Dr. Harald von Witzke relativierte in seinen Ausführungen die Forderungen der Gesellschaft auf eine extensive Landwirtschaft zu setzen. Das Klima sei eine globale Allmende. Eine Verringerung der Produktion in Deutschland würde zwar die direkten Emissionen verringern, aber über die indirekten Emissionssteigerungen zu einer weltweiten landwirtschaftlichen Steigerung der CO2-Emissionen beitragen. Daher müsse die landwirtschaftliche Produktion auf Effizienzsteigerungen setzen, die weitaus wenige CO2-Emissionen freisetzten als eine ökologisierte Landwirtschaft. Gerade durch die züchterischen Erfolge bei der Futterverwertung, z.B. bei der Geflügelfleischproduktion in Deutschland, konnte zwischen 1990 und 2015 die weltweite Flächenausdehnung um mehr als 200.000 ha verringert werden.

Prof. Dr. Hensel, Präsident des Bundesinstitutes für Risikobewertung, brachte den Zuhörern das komplexe Thema Gentechnik sowie die neue Methode „Genom-Editing“, die sog. „Genschere“ näher. Diese gentechnische Modifikation arbeite viel präziser als die klassische Züchtungsmethode. Mittels dieses chirugischen Verfahrens sei man in der Lage, z.B. gezielt Gene miteinander zu verknüpfen oder herauszuschneiden Zugelassen sei diese Technik bereits in zahlreichen außereuropäischen Ländern. Hensel konstatierte, dass die EU bei dieser Technik als „Provinz“ gelte und weltweit gesehen den Anschluss zu verlieren drohe, sollte die EU nicht rechtzeitig juristisch eine positive Einstufung des Gentechnikgesetzes vornehmen. Den Ängsten der Gesellschaft müssten durch wissenschaftliche Aufklärungen begegnet werden.  

In drei Podiumsdiskussionen wurden in Bezug auf die Klimadebatte thematisch die Aspekte „Mehr Klimaschutz: Landwirtschaft als Teil der Lösung“, „Züchtungsmethoden“ sowie „Stallbau-Innovationen“ beleuchtet.
Dr. Johannes Wilking, Vorsitzender des Kreislandvolkverbandes Vechta, lobte die bisherigen Anstrengungen der Landwirte in Sachen Klimaschutz. Diese hätten „qua Beruf“ schon ein gesteigertes Interesse an Klimaschutz. Die Landwirtschaft speichere schon heute enorme Mengen an CO2. Diese Erfolge, so Wilking, müssten sich in den Berechnungen des CO2-Fußabdruckes positiv niederschlagen. Der Vertreter des NABU, Dr. Donal Murphy-Bokern kritisierte die von der Landwirtschaft weltweit erzeugten Treibhausgasemissionen und forderte eine flächengebundene Tierhaltung. Schon heute liege der Pro-Kopf-Verzehr von Fleischprodukten weltweit bei 50 kg; eine für ihn viel zu hohe Zahl. Er sehe eine Lösung in der Verlagerung der Fleischproduktion in osteuropäische Länder, da in Deutschland in Bezug auf die Nitratproblematik die ökologische Grenze bereits erreicht sei.

Dr. Michael Lüke von der EW-Group wies auf die züchterischen Erfolge bei der Geflügelproduktion hin. Am Beispiel eines Broilers machte er deutlich, dass ein zwei Kilo schwerer Broiler heute in seiner Lebenszeit zwei Kilo weniger Futter benötige und die Geflügelwirtschaft damit einen positiven Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen beitrage.
Marcel Meyer von KWS mahnte, dass - bei einer Beibehaltung des heute geltenden Gentechnikgesetzes - Deutschland einen hohen Wettbewerbsnachteil auf dem globalen Markt erfahre. Die aktuellen Züchtungstechniken in der Pflanzenzucht seien nicht mehr ausreichend, um auf dem Weltmarkt erfolgreich agieren zu können.

Auch Peter Wesjohann wünscht sich eine Anpassung des geltenden EU-Rechts, damit alternative Proteinquellen an Tiere verfüttert werden dürfen. Insektenmehle, z.B. dürften weltweit überall eingesetzt werden, außer in Europa. Hier sei eine Aufhebung der gesetzlichen Restriktionen dringend notwendig, auch um die Importe von Sojaschrot zu reduzieren. Vor dem Hintergrund der wachsenden Weltbevölkerung und der verstärken Nachfrage nach Eiweißen, müssten sowohl die pflanzliche als auch die tierische Produktion von Proteinquellen, ihre Berechtigung behalten.
Bei der Tierwohldebatte setzt das Unternehmen Big Dutchman seinen Fokus auf die Entwicklung von tierwohlgerechten Ställen, so Dr. Ralf Kosch. Durch neue Haltungssysteme würden CO2-Emissionen gemindert. Problematisch sei der Umbau zu neuen Haltungssystemen; es widersprächen sich Bau- und Emissionsrecht. Obwohl zahlreiche Landwirte Veränderungswillen beim Tierwohl zeigen und Stallumbauten durchführen lassen möchten, gäbe es derzeit einen „Stand-Still“ beim Stallbau, da eine verbindliche Rechts- und Planungssicherheit fehle.

Abschließend machte Bartels deutlich, dass es seitens der politischen Ebene aus Berlin noch zu keiner Antwort gekommen sei. Was die Landwirtschaft benötigt, sei eine nationale Nutztierstrategie. Dazu haben die ISN, der ZDG, der Bauernverband sowie das AEF dem Leiter des BMEL-Kompetenzkreises, Ex-Minister Borchert, ein entsprechendes Maßnahmenpapier überreicht. Vorgesehen sei, dass Borchert im Februar seine Strategie der Bundesministerin vorlegen wird. Auch verlangte Bartels einen durch die Bundeskanzlerin moderierten Dialogprozess zur Festlegung klarer Zielbilder für die Landwirtschaft der Zukunft. „Dieser Schwebezustand ist unzumutbar für die Landwirtschaft. Wir haben alles Notwendige unternommen. Der Ball liegt jetzt bei der Politik“, so das Schlusswort Bartels.