Aktuelles

17.11.2022: Parlamentarischer Abend im Rahmen der EUROTIER

Wachsen mit den Aufgaben - Parlamentarischer Abend des Verbunds Oldenburger Münsterland und des AEF auf der EuroTier

2022 11 17 EurotierDie Zukunft der Agrar- und Ernährungsbranche stand im Mittelpunkt des diesjährigen Parlamentarischen Abends, zu dem der Verbund Oldenburger Münsterland und das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland anlässlich der EuroTier-Messe in Hannover eingeladen hatten. Mehr als 260 Parlamentarier, Vertreter von Fachverbänden, Journalisten, Wissenschaftler und Unternehmen befassten sich mit Fragen zur Transformation und Nachhaltigkeit in der Region.

Die Landräte Johann Wimberg und Tobias Gerdesmeyer verwiesen im Eingangsgespräch mit Moderator Matthias Schulze-Steinmann (Chefredakteur „top agrar“) auf die nach wie vor große Bedeutung der Agrar- und Ernährungsbranche für das Oldenburger Münsterland. „Sie hat uns stark gemacht und ist unsere Lebensgrundlage“, sagte Wimberg. „Aber wir müssen berücksichtigen, dass sich die Zeiten geändert haben.“ Gerdesmeyer fügte hinzu: „Die Herausforderungen von heute sind andere, als die Herausforderungen von gestern. Dem müssen wir uns durch Innovation stellen.“ Unterstützung erhielten sie von Sven Guericke, dem Vorsitzenden des Agrar- und Ernährungsforums, der kurzzeitig per Video aus der Antarktis zugeschaltet war: „Unsere Unternehmen sind gut aufgestellt und wachsen mit den Aufgaben.“

Mit Hubertus Paetow, dem Präsidenten der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, war die anschließende Podiumsdiskussion prominent besetzt. Auch er verwies darauf, dass sich durch Corona und den Ukraine-Krieg die Realitäten in der Landwirtschaft verändert hätten. Davon dürfe man sich jedoch nicht abschrecken lassen, sondern müsse versuchen, neue Wege zu finden, um erfolgreich zu wirtschaften. Wichtig sei es für landwirtschaftliche Unternehmer, „die Stärken des eigenen Standortes und ihrer Persönlichkeit bestmöglich im Sinne der Instrumente einzusetzen, die die Gesellschaft ihnen vorgibt“.

Dr.in Lina Sofie von Fricken wurde grundsätzlich. „Man sollte Nachhaltigkeit als Chance und sogar als Geschäftsmodell ansehen, in unserem Unternehmen machen wir das“, erklärte die Leiterin Strategische Unternehmensentwicklung bei der GS agri eG in Schneiderkrug. Sie appellierte an die Anwesenden, umzudenken und den Wandel – so weit nicht bereits geschehen – einzuleiten. „Wir im Oldenburger Münsterland können das doch, das haben wir oft genug bewiesen.“ Und Frau von Fricken ging sogar noch einen Schritt weiter: „Wir sollten den Wandel nicht nur begleiten, wir sollten ihn anführen.“

Alfred Kessen, Geschäftsführer der Wernsing Feinkost GmbH, kam in seinem Statement auf drei zentrale Themen zu sprechen. „Zum einen müssen wir uns mehr denn je um die Energieeffizienz und eine CO2-neutrale Energieerzeugung kümmern.“ Zum anderen, so führte er weiter aus, gewinne die „Ressourceneffizienz mit Hilfe der Digitalisierung“ verstärkt an Bedeutung. „Darüber hinaus steht ein kreislauforientiertes Produktdesign bei Verpackungen ganz oben auf der Agenda.“

An Ideen, so viel wurde an diesem Abend deutlich, mangelt es nicht. Nun geht es an die Umsetzung. Und die Vertreterinnen und Vertreter aus dem Oldenburger Münsterland ließen keinen Zweifel daran, dass sie keine unnötige Zeit verstreichen lassen wollen.

Der Parlamentarische Messeabend des Oldenburger Münsterlandes wird seit 2006 im Rahmen der EuroTier vom Verbund in Zusammenarbeit mit dem Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland veranstaltet. Mit Unterstützung der Öffentlichen Versicherungen Oldenburg sowie der Volks- und Raiffeisenbanken im Oldenburger Münsterland ist er zum festen Bestandteil dieser internationalen Leitmesse für Tierhaltung und Management geworden.

 

01.11.2022: Abschlussveranstaltung zum Projekt „Übergebietlicher Absatz ländlicher Räume“

Übergebietlicher Lebensmittelabsatz stärkt regionale Wertschöpfung überdurchschnittlich

2022 11 01 Weser Ems 2Die Marketinggesellschaft Niedersachsen stellt erstmals eine Studie zur wirtschaftlichen Bedeutung des Lebensmittelexports für die ländlichen Räume in Niedersachsen vor. Danach hat der Export durch Lebensmittel produzierende Unternehmen im Vergleich zu anderen Branchen eine überdurchschnittliche Bedeutung für die Wirtschaftskraft und die Wertschöpfung in ländlichen Regionen Niedersachsens.

Das ist zusammengefasst das Ergebnis der Studie "Auswirkungen des übergebietlichen Absatzes auf die Wertschöpfung, die globale Nachhaltigkeit und den ländlichen Raum", die von der Marketinggesellschaft der niedersächsischen Land und Ernährungswirtschaft e. V. am Dienstag (01.11.2022) in einer Tagung in Oldenburg vorgestellt wurde.

Neben den primären Faktoren, wie die Schaffung von Arbeitsplätzen, spielen insbesondere sekundäre Effekte eine überdurchschnittlich bedeutende Rolle. Das ist zum Beispiel der Einkauf von Vorleistungen bei regional ansässigen Unternehmen anderer Branchen (Handwerk, Verpackungshersteller, EDV-Dienstleister, etc.), die zusätzliche Arbeitsplätze induziert und die Kaufkraft in der Region erhöht. Ein Grund für die hohe Wertschöpfung der Lebensmittelindustrie ergibt sich auch daraus, dass diese Unternehmen im ländlichen Raum überproportional vertreten und in den Regionen fest verwurzelt sind.

Die Zusammenhänge zwischen regionaler Wertschöpfung und übergebietlichem Absatz wurden in dieser Form erstmals untersucht. Für die Primäreffekte dienten die unternehmensbezogenen Daten der beteiligten Projektpartner als Grundlage. Die Folgeeffekte, d. h. die sekundären wirtschaftlichen Effekte entlang der Wertschöpfungskette, wurden mit Hilfe der Input-Output-Rechnung dargelegt. Mit Hilfe von sechs Fallstudien aus sechs unterschiedlichen Warengruppen wurde ein fiktives Beispiel eines durchschnittlichen Unternehmens der Ernährungswirtschaft im ländlichen Raum Niedersachsens abgeleitet.

In Oldenburg diskutierten rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Lebensmittelwirtschaft und von Branchenverbänden und -organisationen, sowie Vertreter der sechs in den Fallstudien untersuchten Unternehmen die Ergebnisse und tauschten Einschätzungen aus.Auftraggeber der Studie ist das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

06.10.2022: Agrarpolitischer Austausch mit der Parlamentarischen Staatssekretärin, Dr.in Ophelia

2022 10 06 NickMit einer Unternehmensbesichtigung bei dem Geflügelverarbeiter Biofino startete der Besuch der Parlamentarischen BMEL-Staatssekretärin Dr. Ophelia Nick, am 06.10.2022 im Ecopark-Emstek. Eingeladen hatte das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland (kurz: AEF) unter Vorsitz von Sven Guericke, um die Innovationsstärke und Vielseitigkeit der Agrar-und Ernährungswirtschaft in der Region, aber auch die großen Herausforderungen vorzustellen, die im aktuellen politischen Entscheidungsvakuum zum Umbau der Nutztierhaltung bestehen. Daran nahmen rund 20 Branchenvertreter teil, um gemeinsam mit der Staatssekretärin die agrarpolitischen Herausforderungen der Branche zu diskutieren.

Nach Vorstellung des Unternehmens Biofino durch seinen Geschäftsführer Dr. Jürgen Tölke, machte Guericke deutlich, dass die Nutztierhaltung und die dazugehörige geschlossene Wertschöpfungskette zu den wesentlichen Erfolgsfaktoren der Region zählten und ein Alleinstellungsmerkmal für die Region bildeten. „Der ländliche Raum benötigt weiterhin eine leistungsfähige Landwirtschaft und Nutztierhaltung, nicht nur zur Sicherung der Nahrungsversorgung, sondern auch als Garant für die weitere Entwicklung dieses ländlichen Raumes“, so die zentrale Aussage Guerickes.

Die gesamte Branche, so betonte er, unterstütze den angestoßenen Transformationsprozess aktiv. Dieses Ziel könne jedoch nur erreicht werden, wenn die Rahmenbedingungen so gestaltet seien, dass die Branche auch zu wettbewerbsfähigen Konditionen vor Ort produzieren und damit investieren könne. Dringender denn je brauche es dazu neben dem klaren Bekenntnis der Bundesregierung zur Nutztierhaltung, auch der Schaffung entsprechender Rahmenbedingungen. Dazu nannte er neben der gesicherten und langfristigen Finanzierung für den Umbau der Tierhaltung, eine verpflichtende Haltungs- und Herkunftskennzeichnung, die auch Außer-Haus-Ware einbeziehe und die für die gesamte EU gelte, sowie eine Anpassung des Baurechts und eine Öffnungsklausel der TA-Luft. Guericke betonte, die Branche und die Region hielten innovative Lösungen für den Umbau der Tierhaltung vor, doch die Zeit dränge; immer mehr Tierhalter würden ihre Betriebe aus Perspektivlosigkeit aufgeben.

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01.09.2022: Podiumsdiskussion zur Landtagswahl: "Wege in eine zukunftsfähige Agrar- und Ernährungswirtschaft"

2021 01 30 AG Screenshot WebsiteDer Verbund Transformationsforschung agrar Niedersachsen (trafo:agrar) hat in Kooperation mit dem Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland und dem Niedersächsischen Geflügelwirtschaftsverband am 1. September 2022 zu einer Podiumsdiskussion mit den agrarpolitischen Sprecherinnen und Sprechern der vier Landtagsfraktionen zum Thema „Wege in eine zukunftsfähige Agrar- und Ernährungswirtschaft in Niedersachsen“ in die Universität Vechta eingeladen. Rund 120 Gäste aus der Branche waren der Einladung in Präsenz gefolgt.

In ihrer Begrüßung ging die Präsidentin der Universität Vechta, Prof.in Dr.in Verena Pietzner auf die zahlreichen, aktuellen Herausforderungen der für Niedersachsen so wichtigen Branche ein. Der Wirtschaftszweig Agrar- und Ernährungswirtschaft erlebe derzeit einen Transformationsprozess von ungeheurer Dynamik. Neben der Geflügel- und Afrikanischen Schweinepest in Niedersachsen stünden mehr Tierschutz, mehr Arten-, Klima- und Umweltschutz auf der Agenda. Gleichzeitig stehe nicht nur diese Branche, sondern das ganze Land angesichts des Kriegsgeschehens in der Ukraine steigenden Energiekosten, Wasser- und Personalmangel gegenüber. Bereits im Corona-Geschehen – und erst recht durch den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine – befinde sich die Ernährungssicherung im Fokus von Politik und Gesellschaft. Die fehlende Wertschätzung für die Land- und Ernährungswirtschaft und der gesellschaftliche Wandel würden die Liste an Herausforderungen und Aufgaben für Politik, Betriebe und Unternehmen erweitern. In Kooperation mit weiteren Hochschulen und Institutionen in Niedersachsen sei die Universität Vechta über den Verbund Transformationsforschung agrar Niedersachsen an zahlreichen, zukunftsweisenden Projekten beteiligt und lege als Hochschule in Verantwortung mit vier neu eingerichteten Stiftungsprofessuren und dem Institut VISTRA einen besonderen Fokus auf die Erforschung von Transformationsprozessen in ländlichen Räumen.

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15.08.2022: AEF begrüßt Bekenntnis der FDP-Landtagsfraktion zur niedersächsischen Tierhaltung

2021 05 04 SG WebsitePositiv hat das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland (kurz: AEF) auf das heute im Rahmen einer Pressekonferenz in Hannover vorgestellte Positionspapier der niedersächsischen FDP-Landtagsfraktion zur Zukunft der Tierhaltung in Niedersachsen reagiert.

Damit, so wertete das AEF zustimmend, habe die FDP sich nunmehr für eine zweckgebundene Tierwohlabgabe auf Fleischprodukte ausgesprochen. Genau wie das AEF sieht die FDP darin eine verlässliche Möglichkeit, nicht nur die notwendigen Investitionen, sondern auch die Mehrkosten auf den landwirtschaftlichen Betrieben langfristig zu finanzieren und abzusichern. Auch dass sich die FDP für eine verpflichtende Haltungs- und Herkunftskennzeichnung, die auch die „Außer-Haus-Ware“ einbeziehen soll, ausspricht, wird vom AEF positiv bewertet. Gleiches gilt für die Angleichung von Tierwohlstandards im Rahmen der EU sowie für die Anpassung des gültigen Rechtsrahmens beim Bau- und Planungsrecht, für das sich die FDP stark macht.

„Mit diesem Papier hat sich die FDP eindeutig zur Nutztierhaltung, insbesondere für die im Nordwesten Niedersachsens ansässige Veredlungswirtschaft mit ihren vor- und nachgelagerten Branchen, bekannt“, so der AEF-Vorstandsvorsitzende Sven Guericke. „Nun liegt es an der Bundesregierung, mit den richtigen Partnern die Zielsetzungen der Borchert-Kommission umzusetzen und den Gesetzesentwurf für das staatliche Tierhaltungslabel noch tragfähiger auszugestalten.“, so Guericke. Das AEF kritisiert, dass der Gesetzesentwurf des BMEL andere Absatzkanäle als den LEH sowie die Produktbereiche Geflügel und Rind komplett ausklammere. Auch könne es nicht sein, dass Fleischprodukte aus dem Ausland, die zu geringeren Standards erzeugt werden, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Tierhaltung unterwanderten.
Mit dem nun vorliegenden Positionspapier, so konstatiert Guericke, könne der Transformationsprozess für die deutsche Nutztierhaltung wirtschaftsverträglich und nachhaltig gelingen und damit ein drohender Strukturbruch im Nordwesten Niedersachsens verhindert werden. Die FDP habe - vor dem Hintergrund der anstehenden Landtagswahl in Niedersachsen am 09.10.2022 – nunmehr noch rechtzeitig die richtigen agrarpolitischen Akzente gesetzt.