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15.12.2021: AEF fordert zielgerichtete ASP-Regionalisierungsgespräche auf höchster Bundesebene

Schweine Flatdeck kleinMit dem jüngst zwischen der französischen Regierung und der chinesischen Staatsführung ausgehandelten ASP-Regionalisierungsabkommen konnte Frankreich seinen Schweineproduzenten im Falle eines ASP-Ausbruchs die Exporte nach China weitestgehend sichern. Das ist ein eindeutiges Signal, in welch‘ hohem und verantwortungsbewussten Maße Frankreich die Zukunft seiner landwirtschaftlichen Betriebe sichert.

Das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland (AEF) hatte bereits Anfang dieses Jahres auf die prekäre Situation der deutschen Schweinehalter hingewiesen und sich in einem Brandbrief an Alt-Kanzlerin Angela Merkel gewandt. Darin hatte das AEF die Bundesregierung in aller Ausdrücklichkeit aufgefordert, die Regionalisierungsgespräche mit China auf allerhöchster Ebene stattfinden zu lassen, so wie China es erwartet hatte. „Mir ist es unverständlich, warum die damalige Bundesregierung die Verhandlungen mit der chinesischen Regierung seinen Staatssekretären überlassen hat. Sie hätte sich mit gleichem Nachdruck wie die französische Regierung für ihre Landwirte einsetzen müssen“, so die Aussage des AEF-Vorsitzenden, Sven Guericke.

Überdies wartet die chinesische Staatsführung seit nunmehr vier Monaten auf die Beantwortung eines Fragebogens, der in der letzten Verhandlungsrunde zwischen den chinesischen und deutschen Verhandlungspartnern verabredet wurde. „Vor dem Hintergrund, dass die deutschen Schweinehalter aufgrund der weggebrochenen Exportmärkte mit dem Rücken an der Wand stehen, ist nicht erklärbar, warum die deutsche Bundesregierung ihrer Pflicht als Verhandlungspartner nicht nachkommt.“, kritisiert Guericke.

Große Erwartung setzt das AEF jetzt in die neue Bundesregierung. Der neue Bundesland-wirtschaftsminister Cem Özdemir habe nun die Chance, so Guericke, die Versäumnisse der Vergangenheit aufzugreifen und die Gespräche mit der chinesischen Staatsführung zeitnah anzuschieben. Damit könne Özdemir seiner Verantwortung für die Zukunft der deutschen Tierhaltung gerecht werden und gleichzeitig Perspektiven für den Schweinemarkt aufzeigen.

Die Schweinehalter indes hätten ihre Hausaufgaben zur Sicherung ihrer Betriebe gemacht und sämtliche ASP-Biosicherheitsvorkehrungen vor Ort getroffen. Jetzt sei die Politik am Zuge, ihrer Pflicht zur Sicherung der Betriebe entsprechend nachzukommen, so das AEF.

 

09.12.2021: Smarte Lösungen mit Potentialen für die Agrar- und Lebensmittelwirtschaft

2021 12 09 Digital

Unter dem Titel „Digitale Zukunftsprojekte der Agrar und Ernährungsbranche“ hat das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland (kurz: AEF) am 09.12.2021 im Rahmen einer Videokonferenz zwei zukunftsweisende Projekte, an denen es als Kooperationspartner beteiligt ist, vorgestellt. Dazu zählen das Projekt „Digi-Schwein“ unter Federführung der Landwirtschafts-kammer Niedersachsen sowie das Projekt „AGRI-GAIA“ von dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz. Dr. Henning Müller, Sprecher der AEF-Arbeitsgruppe führte durch die Veranstaltung.

Sven Guericke, Vorsitzender des AEF, betonte die enormen Potentiale, die der Einsatz digitaler Technologien und Künstlicher Intelligenz (KI) für die Agrar- und Ernährungsbranche mit sich brächten. „Innerhalb dieser Entwicklungsfelder hat sich die deutsche Agrarwirtschaft mittlerweile zu einem zentralen Vorreiter der digitalen Transformation entwickelt“, so seine Aussage. Er machte zudem deutlich, dass gerade vor dem wachsenden Druck auf die Landwirtschaft, innovative digitale Lösungen essentiell für einen erfolgreichen Transformations-prozess der Branche seien. Unabdingbar dabei sei ein wesentlich stringenterer Ausbau der digitalen Infrastruktur im ländlichen Raum als in der Vergangenheit; hier setzte Guericke Hoffnung auf die neue gebildete Bundesregierung.

Das Projekt „Digi-Schwein“, vorgestellt von Dr. Marc-Alexander Lieboldt, ist ansässig an der Versuchsstation der Landwirtschaftskammer in Oldenburg-Wehnen. In dem dortigen Versuchsstall sind in allen Stallbereichen zahlreiche Sensoren und Kameras installiert, die fortlaufend Daten auf eine Serverplattform des An-Institutes der Uni Oldenburg, OFFIS, senden, wo diese gespeichert, berechnet und analysiert werden. Mit der Auswertung dieser Daten erhofft sich das Projektteam erhebliche Erkenntnisse für das Tierwohl, für die Erhöhung des Ressourcenschutzes und für ein effizienteres Farmmanagement. Die Landwirte sollen nach Beendigung des Projektes von den Projektergebnissen profitieren.

Mit dem Ziel, eine zentrale Schnittstelle für alle „KI-Frameworks“ innerhalb der Agrar- und Ernährungswirtschaft zu schaffen, ist das Projekt „AGRI-GAIA“ Anfang Januar 2021 an den Start gegangen. Vorgestellt wurde es von Prof. Dr. Hertzberg vom DFKI und Sprecher des DKFI-Labors in Niedersachsen. Das Projekt will auf Basis der europäischen Dateninfrastruktur, GAIA-X, eine Schnittstelle bzw. ein System mit einheitlichen Standards für Daten und Algorithmen entwickeln. Dieses verspricht insbesondere kleinen und mittelständischen Unternehmen des Agribusiness-Clusters Unterstützung bei dem Einsatz von KI in ihren Produkten und Prozessen und soll nicht nur unternehmenseigene infrastrukturelle Probleme lösen, sondern insbesondere auch die Abhängigkeit von einzelnen Anbietern verhindern. So haben die beteiligten Unternehmen weiterhin die Chance, im weltweiten Wettbewerb zu bestehen.

Guericke forderte im Anschluss zudem eine stärkere Vermittlung digitaler Kompetenzen in der Ausbildung der Fachkräfte sowie eine staatliche Förderung digitaler Investitionen. Dazu werde sich das AEF gemeinsam mit dem Cluster AgroTechValley im ersten Quartal nächsten Jahres mit einem Forderungspapier an die politischen Fraktionen und Vertreter auf Bundes- und Landesebene positionieren.

09.12.2021: Digitale Zukunftsprojekte für die Agrar- und Ernährungswirtschaft

In ganzen Bereichen der Landwirtschaft und der nachgelagerten Wertschöpfungskette finden sich innovative Anwendungen zur Verbesserung des Tierwohls, zur Effizienzsteigerung im Ackerbau oder bei der Verarbeitung, in der Reduktion von Treibhausgasemissionen sowie von Ressourcenverbräuchen.

Das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland e.V. (kurz: AEF) unter Vorsitz von Sven Guericke lädt seine Mitgliedsunternehmen sowie weitere Interessierte

                          am Donnerstag, 09. Dezember 2021 um 14:00 Uhr

zu seinem nächsten Netzwerkforum ein. Aufgrund der derzeitigen Corona-Situation findet dieses Forum virtuell statt.

Mit diesem Link gelangen Sie zur Teilnahme an der Zoom-Konferenz:
Zoom-Meeting "Digitale Zukunftsprojekte"
Meeting-ID: 853 3679 9186
Kenncode: 855943

Im Rahmen dieser Veranstaltung werden zwei innovative Digitalprojekte, die entscheidende Perspektiven für die Agrar- und Ernährungsbranche aufzeigen, von KI-Experten vorgestellt. Dazu zählen die Projekte „Digi-Schwein“ von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen sowie „AGRI-GAIA“ vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH und weiteren Konsortialpartnern.Die Veranstaltung wird moderiert von dem Sprecher der AEF-Arbeitsgruppe "Digitalisierung", Dr. Henning Müller.

Anmeldungen dazu nimmt die AEF-Geschäftsstelle unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! entgegen.

 

15.11.2021: Transformation der Agrar- und Ernährungswirtschaft erfordert schnelle Umsetzung und umfangreiche finanzielle Unterstützung

2021 04 30 SG BaumDass der Umbau der Nutztierhaltung von weiten Teilen der Gesellschaft eingefordert wird, sei unstrittig, so der Vorsitzende des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland (kurz: AEF), Sven Guericke. Der Wirtschaftsverein mit Sitz in Vechta bildet die Stimme von rund 100 namhaften Mitgliedsunternehmen aus der Agrar- und Ernährungsbranche der Region ab.

In vielen Gesprächen und Diskussionen mit Vertretern aus Wirtschaft, Verbänden sowie aus der Politik auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene sei deutlich geworden, dass alle Gesprächspartner ihre klare Bereitschaft signalisierten, den Transformationsprozess der Branche aktiv zu unterstützen und zu begleiten. Es wurde in den Gesprächen auch klar herausgestellt, dass das Heft des Handels nun ganz allein bei der Politik läge. So bedürfe es für den Umbau der Tierhaltung eines verbindlichen und rechtskonformen Finanzierungsmodells sowie einer längst überfälligen Anpassung des Bau- und Umweltrechts.

„Genau wie die Automobil- oder die Energiewirtschaft gehört die Agrar- und Ernährungswirtschaft zu den wichtigsten Partnern und Treibern der Transformation hin zu nachhaltigeren Wirtschaftsformen.“, so Guericke. „Ohne die finanzielle und ideelle Unterstützung des Bundes und der Länder ist aber eine agrarstrukturverträgliche Transformation in der Agrar- und Ernährungsbranche perspektivisch nicht leistbar.“ Landwirt*innen seien das schwächste Glied in der gesamten Wertschöpfungskette und benötigten ein klares Bekenntnis der Gesellschaft und der politisch Verantwortlichen zur Zukunft der Landwirtschaft. Dies umso mehr vor dem Hintergrund der derzeit desolaten wirtschaftlichen Situation auf vielen landwirtschaftlichen Betrieben.

Trotz aller widrigen Umstände bescheinigte Guericke den Branchenbeteiligten den unbedingten Willen, diesen Transformationsprozess nun anzugehen. Die Landwirte und Unternehmen stünden dafür seit Monaten in den Startlöchern, würden aber in ihren Ambitionen regelrecht durch fehlenden politischen Willen ausgebremst. Er appellierte - als Vertreter der AEF-Mitgliedsunter

nehmen – insbesondere an die künftigen Regierungspartner, den Vertrauensvorschuss der Bürger*innen nicht leichtsinnig zu verspielen, sondern auf Grundlage der Empfehlungen der Borchert-Kommission und der Zukunftskommission Landwirtschaft den Umbau der Branche entschlossen anzugehen. „Die neue Regierung muss endlich ehrgeizig, sach- und lösungsorientiert sowie mit finanz- und planungssicheren Instrumenten den angestoßenen Prozess vorantreiben.“, so der AEF-Vorsitzende. Dabei sei die Politik gut beraten, die Details des Transformationsprozesses mit Augenmaß und unter Einbeziehung der Beteiligten aus Land- und Ernährungswirtschaft in Angriff zu nehmen. Eine Überforderung der Branche durch überzogene Forderungen oder Zeitpläne gefährde nicht nur viele Arbeitsplätze, sondern auch die Perspektiven der heimischen Land-und Ernährungswirtschaft.

25.10.2021: Umbau der Tierhaltung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Appell des AEF an die Politik, die Borchert-Empfehlungen nach erfolgter Regierungsbildung prioritär zu behandeln.

2021 10 25 MGV BDIn seiner diesjährigen Mitgliederversammlung des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland (kurz: AEF) skizzierte der Vorsitzende, Sven Guericke, eindringlich die existenzbedrohliche Situation auf den landwirtschaftlichen Betrieben und mahnte die zügige Umsetzung der Borchert-Empfehlungen an. Eingeladen hatte das AEF dazu seine mehr als 100 Mitgliedsunternehmen in das Unternehmern Big Dutchman nach Vechta. Christoph Metzner, politischer Referent des Deutschen Raiffeisenverbandes, präsentierte in Vertretung von Franz-Josef Holzenkamp, die Empfehlungen der Zukunftskommission Landwirtschaft (kurz: ZKL). Das Grußwort sprach der neu gewählte Präsident der Oldenburgischen IHK, Jan Müller. Einstimmig in den Vorstand des AEF wählte das Gremium im offiziellen Teil der Veranstaltung den geschäftsführenden Gesellschafter der Bröring Unternehmensgruppe, Bernd Bröring.

„Die Vielzahl der Lasten, die Tierhalter*innen derzeit zu ertragen haben, ist erdrückend“, machte Guericke gleich zu Beginn deutlich. Damit zielte er mit seinen Ausführungen nicht nur auf die finanzielle Situation der Höfe ab, sondern insbesondere auf die fehlende Planungssicherheit und den mangelnden erkennbaren politischen Willen, sich endlich zur Zukunft der Tierhaltung in Deutschland zu bekennen. In der gesamten Agrar- und Ernährungsbranche herrsche Krisenstimmung. So träfen die Branche mit voller Wucht aktuell die Unzulänglichkeiten des Systems und das Zögern der Bundespolitik bei der Umsetzung der vorliegenden Borchert-Empfehlungen. „Wir fordern, dass die Politik nach Bildung der neuen Bundesregierung schnellstmöglich zu einer Grundsatzentscheidung in punkto verlässlicher und langfristiger Finanzierung des Mehraufwandes für die Tierhalter kommt; Modelle dafür liegen auf dem Tisch“, so der Appell des AEF-Vorsitzenden. Auch baurechtliche Hürden müssten müssen angepasst und aufeinander abgestimmt werden, so dass Tierwohlställe bevorzugt gebaut bzw. entsprechend umgebaut werden könnten. Ein großer Chancentreiber für den Transformationsprozess der Branche und für das Erreichen der Klimaziele sei die Digitalisierung. Sie ermögliche nicht nur die Reduktion von Treibhausgasemissionen und Ressourcenverbräuchen sondern diene insbesondere auch zur Steigerung der Effizienz, sei es im Ackerbau, in der Tierhaltung oder in der Verarbeitung. Der gesamten Wertschöpfungskette im Oldenburger Münsterland müsse es gelingen, den notwendigen Transformationsprozess entsprechend dem Leitsatz „Nachhaltigkeit durch Innovation“ zu gestalten. Die Empfehlungen der Zukunftskommission Landwirtschaft bildeten dafür über alle Teile der Wertschöpfungskette eine geeignete Richtschnur.

Metzner, der im und für den DRV maßgeblich an dem 190-seitigen Empfehlungsbericht der ZKL mitgewirkt hat, stellte in seinen Ausführungen die Chancen des Transformationsprozesses für alle Branchenbeteiligten dar. Der Umbau der Tierhaltung sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die alle Akteure in die Pflicht nehme. Mit den Empfehlungen sei man erstmalig über alle relevanten Gruppen hinweg in den engen Dialog getreten. „Dieser Dialog ist als Auftakt zu verstehen, der konsequent weitergeführt werden muss“, so der DRV-Referent. Dass letztlich weniger Tiere in Deutschland gehalten würden und die Intensität des Ackerbaus leiden werde, wurde innerhalb der Reihen kontrovers diskutiert. Mit den Worten „Machen ist das neue Wollen“ ermutigte er die Zuhörer und Branchenkenner, die Transformation aktiv anzugehen und diese grundsätzlich anzunehmen.

Der jüngst gewählte neue Präsident der Oldenburgischen IHK, Jan Müller, unterstrich in seinem Grußwort die Gemeinsamkeiten und die Bedeutsamkeit des AEF. Allein im Kammerbezirk mache das Ernährungsgewerbe fast 49 % des Industrieumsatzes aus. So gebe es bei den Heraus-forderungen der Region zahlreiche Überschneidungen, die man gemeinsam mit dem AEF angehen könne. Dazu zählten Themen wie der Ausbau der regionalen Infrastruktur, - verkehrstechnisch wie auch digital – der Fachkräftemangel sowie die Verbesserung der Mobilität.