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25.10.2021: Umbau der Tierhaltung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Appell des AEF an die Politik, die Borchert-Empfehlungen nach erfolgter Regierungsbildung prioritär zu behandeln.

2021 10 25 MGV BDIn seiner diesjährigen Mitgliederversammlung des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland (kurz: AEF) skizzierte der Vorsitzende, Sven Guericke, eindringlich die existenzbedrohliche Situation auf den landwirtschaftlichen Betrieben und mahnte die zügige Umsetzung der Borchert-Empfehlungen an. Eingeladen hatte das AEF dazu seine mehr als 100 Mitgliedsunternehmen in das Unternehmern Big Dutchman nach Vechta. Christoph Metzner, politischer Referent des Deutschen Raiffeisenverbandes, präsentierte in Vertretung von Franz-Josef Holzenkamp, die Empfehlungen der Zukunftskommission Landwirtschaft (kurz: ZKL). Das Grußwort sprach der neu gewählte Präsident der Oldenburgischen IHK, Jan Müller. Einstimmig in den Vorstand des AEF wählte das Gremium im offiziellen Teil der Veranstaltung den geschäftsführenden Gesellschafter der Bröring Unternehmensgruppe, Bernd Bröring.

„Die Vielzahl der Lasten, die Tierhalter*innen derzeit zu ertragen haben, ist erdrückend“, machte Guericke gleich zu Beginn deutlich. Damit zielte er mit seinen Ausführungen nicht nur auf die finanzielle Situation der Höfe ab, sondern insbesondere auf die fehlende Planungssicherheit und den mangelnden erkennbaren politischen Willen, sich endlich zur Zukunft der Tierhaltung in Deutschland zu bekennen. In der gesamten Agrar- und Ernährungsbranche herrsche Krisenstimmung. So träfen die Branche mit voller Wucht aktuell die Unzulänglichkeiten des Systems und das Zögern der Bundespolitik bei der Umsetzung der vorliegenden Borchert-Empfehlungen. „Wir fordern, dass die Politik nach Bildung der neuen Bundesregierung schnellstmöglich zu einer Grundsatzentscheidung in punkto verlässlicher und langfristiger Finanzierung des Mehraufwandes für die Tierhalter kommt; Modelle dafür liegen auf dem Tisch“, so der Appell des AEF-Vorsitzenden. Auch baurechtliche Hürden müssten müssen angepasst und aufeinander abgestimmt werden, so dass Tierwohlställe bevorzugt gebaut bzw. entsprechend umgebaut werden könnten. Ein großer Chancentreiber für den Transformationsprozess der Branche und für das Erreichen der Klimaziele sei die Digitalisierung. Sie ermögliche nicht nur die Reduktion von Treibhausgasemissionen und Ressourcenverbräuchen sondern diene insbesondere auch zur Steigerung der Effizienz, sei es im Ackerbau, in der Tierhaltung oder in der Verarbeitung. Der gesamten Wertschöpfungskette im Oldenburger Münsterland müsse es gelingen, den notwendigen Transformationsprozess entsprechend dem Leitsatz „Nachhaltigkeit durch Innovation“ zu gestalten. Die Empfehlungen der Zukunftskommission Landwirtschaft bildeten dafür über alle Teile der Wertschöpfungskette eine geeignete Richtschnur.

Metzner, der im und für den DRV maßgeblich an dem 190-seitigen Empfehlungsbericht der ZKL mitgewirkt hat, stellte in seinen Ausführungen die Chancen des Transformationsprozesses für alle Branchenbeteiligten dar. Der Umbau der Tierhaltung sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die alle Akteure in die Pflicht nehme. Mit den Empfehlungen sei man erstmalig über alle relevanten Gruppen hinweg in den engen Dialog getreten. „Dieser Dialog ist als Auftakt zu verstehen, der konsequent weitergeführt werden muss“, so der DRV-Referent. Dass letztlich weniger Tiere in Deutschland gehalten würden und die Intensität des Ackerbaus leiden werde, wurde innerhalb der Reihen kontrovers diskutiert. Mit den Worten „Machen ist das neue Wollen“ ermutigte er die Zuhörer und Branchenkenner, die Transformation aktiv anzugehen und diese grundsätzlich anzunehmen.

Der jüngst gewählte neue Präsident der Oldenburgischen IHK, Jan Müller, unterstrich in seinem Grußwort die Gemeinsamkeiten und die Bedeutsamkeit des AEF. Allein im Kammerbezirk mache das Ernährungsgewerbe fast 49 % des Industrieumsatzes aus. So gebe es bei den Heraus-forderungen der Region zahlreiche Überschneidungen, die man gemeinsam mit dem AEF angehen könne. Dazu zählten Themen wie der Ausbau der regionalen Infrastruktur, - verkehrstechnisch wie auch digital – der Fachkräftemangel sowie die Verbesserung der Mobilität.

25.10.2021: AEF nimmt die Empfehlungen der Zukunftskommission Landwirtschaft unter die Lupe

Zu seiner diesjährigen Mitgliederversammlung lädt das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland (AEF)

                            am 25. Oktober 2021 um 16:00 Uhr 
                            bei der Firma Big Dutchman in 43977 Vechta

seine Mitgliedsunternehmerinnen und – unternehmer ein.

Im Anschluss an den offiziellen Teil, in dem der Vorsitzende des AEF, Sven Guericke, den Jahresbericht vorstellt, wird der Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes und Mitglied der von Kanzlerin Angela Merkel eingerichteten „Zukunftskommission Landwirtschaft“ den Abschlussbericht dieser Kommission vorstellen und gemeinsam mit den Teilnehmenden diskutieren. Der Vortragstitel lautet:

» Die Empfehlungen der ZKL für eine zukünftige Agrarpolitik: Eine Roadmap mit Hindernissen oder mit reellen Chancen für die Agrar- und Ernährungswirtschaft? «

Anmeldungen seiner Mitgliedsunternehmen nimmt die Geschäftsstelle des AEF unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! entgegen. Aufgrund der aktuellen Corona-Situation weist das AEF darauf hin, dass nur geimpfte oder genesene Personen (2G-Regelung) Zugang zu der Veranstaltung haben.

 

02.09.2021: "Die Branche muss lernen, in ganzen Ketten zu denken"

2021 09 02 Ebner StolzOb es ein Weiter-So in der Agrar- und Ernährungswirtschaft geben werde, damit befassten sich im Rahmen einer hybriden Veranstaltung am 02.09.2021 im Hause der MIAVIT in Essen ca. 100 Branchenvertreter. Eingeladen dazu hatte das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland (kurz: AEF) unter seinem neuen Vorsitzenden, Sven Guericke. Zwei Agrarexperten der Unternehmensberatung Ebner Stolz aus Frankfurt, Klaus-Martin Fischer und Christoph Havermann, wagten einen perspektiven und bisweilen schonungslosen Blick auf die Zukunft der Branche. Moderiert wurde die Veranstaltung von dem Sprecher der AEF-Arbeitsgruppe „Strategien für die Lebensmittelwirtschaft“, Johannes Eiken.

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AEF-Netzwerkforum am 02.09.2021: Wird ein "Weiter-So" in der Agrar- und Ernährungswirtschaft funktionieren?

Die gesamte Wertschöpfungskette der Agrar- und Ernährungsindustrie steht vor gewaltigen Veränderungen. Klimawandel, zunehmende Regulierung wie der Green Deal oder das neue Lieferkettengesetz, disruptive Ereignisse wie die ASP oder Covid-19, die Ankündigung von Aldi ab 2030 nur noch Frischfleisch der Haltungsstufen 3 und 4 zu listen, Borchert-Empfehlungen, das Top-Thema Nachhaltigkeit sowie der anhaltende Konditionendruck des LEH bei volatilen Rohstoffpreisen: Das sind nur einige Beispiele für die Herausforderungen.

Der Wandel ist da - und er ist nicht aufzuhalten. Wird „ein weiter wie bisher“ funktionieren oder gilt es vielmehr, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, Veränderungen zu forcieren und Chancen zu ergreifen, um sich weiterhin erfolgsreich im Markt zu positionieren? Auf diese Fragen suchen wir nach Antworten.

Gemeinsam mit zwei ausgewiesenen Agrarexperten der Unternehmensberatung Ebner Stolz aus Frankfurt, Klaus-Martin Fischer und Christoph Havermann, laden wir Sie herzlich ein zum nächsten AEF-Netzwerkforum unter dem Titel:

            » Wird ein „Weiter-So“ in der Agrar- und Ernährungswirtschaft funktionieren? «
            am Donnerstag, 02. September 2021 um 16:00 Uhr
            bei dem Unternehmen MIAVIT GmbH,
            Robert-Bosch-Straße 3 in 49632 Essen

Für einen Imbiss ist gesorgt. Aufgrund der derzeitigen Corona-Situation ist die Anzahl der „physischen“ Teilnehmer leider auf 40 Personen begrenzt. Es gilt: first come, first served. Die entsprechenden Hygieneregeln lassen wir Ihnen im Vorfeld zukommen. Alle weiteren Personen haben die Möglichkeit, online daran teilzunehmen. Den Link zur Teilnahme erhalten Sie zeitnah vor dem Veranstaltungstermin.
Anmeldungen sind entweder via E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bis zum 31. August 2021 möglich.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

 

16.07.2021: „ASP-Ausbruch eine Katastrophe mit Ansage“

Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland (kurz: AEF) zum Ausbruch der ASP in brandenburgische Hausschweinebestände

Fotolia 86344864 S Ferkel in BuchtVechta, 16.07.2021: Erst kürzlich hat das AEF vor der großen Gefahr eines ASP-Ausbruchs in deutsche Hausschweinebeständen gewarnt und neben einer konzertierten Bejagungsstrategie, die Einrichtung von Kompartimenten sowie umfassende Monitoring-Maßnahmen gefordert. Diese Anstrengungen hatten in Tschechien und Belgien maßgeblich zur Eindämmung der Seuche beigetragen.

Nun sind erstmals zwei ASP-Fälle in brandenburgische Hausschweinbestände vom Friedrich-Löffler-Institut bestätigt worden. „ Das ist eine Katastrophe mit Ankündigung“, so der Vorsitzende des AEF, Sven Guericke. „Die Befürchtungen vieler Experten sind nun Wirklichkeit geworden. Im Ergebnis müssen nun alle Tierhalter in der Gefahr ihre Biosicherheitsmaßnahmen noch einmal dahingehend überprüfen, ob sie den höchsten Sicherheitserfordernissen genügen.

Er mahnte erneut an, dass Freiland- und Auslaufhaltung – wenn überhaupt - nur noch unter explizit hohen Standards stattfinden dürfen. So forderte Guericke, bei diesen Haltungsformen in Restriktionsgebieten - anstelle nicht standhaltender Elektrozäune - eine doppelte Einzäunung und einen Außen-Festzaun von mind. 1,50 m Höhe mit Untergrabschutz einzusetzen. Ebenso sei in diesen Gebieten eine noch professionalisiertere Kadaverentsorgung notwendig.

Gerade im Oldenburger Münsterland käme ein ASP-Ausbruch in Hausschweinbestände einem „Super-Gau“ gleich. Ein einziger Ausbruch hätte fatale Folgen für die gesamte Wertschöpfungskette, inkl. ihrer vor- und nachgelagerten Bereiche. Das alles wiegt umso schwerer, als das die Tierhalter aufgrund steigender Betriebskosten sowie geringer Erzeugerpreise bereits heute unter massivem Druck stünden, so das AEF.