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12.04.2022: Kompetenzpartner aus der Landwirtschaft reagieren auf die Niedersächsische Klimaschutzstrategie

2022 04 12 KlimaschutzpapierVier Kompetenzpartner der niedersächsischen Agrar- und Ernährungsbranche haben auf die Ende 2021 durch das Landeskabinett festgelegte Niedersächsische Klimaschutzstrategie reagiert und Ministerin Otte-Kinast dazu ein Empfehlungspapier überreicht. Die Übergabe fand am 12.04.2022 im Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Hannover statt.

Ziel dieses Empfehlungspapiers war es, die grundsätzliche Wirkung der Maßnahmen aus der Nds. Klimaschutzstrategie auf die Treibhausgasemissionen zu beziffern und Perspektiven für die niedersächsische Landwirtschaft aufzuzeigen. Ferner empfiehlt das Papier, die Implementierung der Maßnahmen durch einen partizipativen und transdisziplinären Prozess zu begleiten. An dem Papier haben federführend die Landwirtschaftskammer Niedersachsen, das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland, der Verbund Transformationsforschung agrar Niedersachsen sowie das 3N-Kompetenzentrum mitgewirkt.

Ministerin Otte-Kinast zeigte sich erfreut über das Arbeitspapier und dankte den Kompetenzpartnern: „Klimaschutz benötigt starke und verlässliche Partner, die wir hier bereits in Niedersachsen haben. Mit diesem Papier erhält die Politik wegweisende Hinweise, um miteinander und auf Augenhöhe dem gemeinsamen Ziel Klimaschutz näherzukommen.“, so ihre Aussage.

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05.04.2022: Kein Verständnis für Zaudern grüner Minister bei ÖVF-Freigabe

Die derzeitige Lage in der Ukraine sowie die Auswirkungen auf die Agrarmärkte zeigen deutlich, wie fragil und vulnerabel die landwirtschaftlichen Lieferketten weltweit sind. Vor diesem Hintergrund begrüßt Sven Guericke, der Vorstandsvorsitzende des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland (kurz: AEF), den Beschluss der letzten EU-Agrarministerkonferenz, die Selbstbegrünung der Stilllegungsflächen ab 2023 zu lockern oder sogar komplett abzuschaffen. Kein Verständnis hat Guericke allerdings für das Zaudern einzelner deutscher Agrarminister und deren Festhalten an parteipolitischen Grundsatzüberzeugungen, den von der EU-Kommission ermöglichten Spielraum zur Nutzung ökologischer Vorrangflächen, nicht zu nutzen. „Deutschland muss seinen Gunststandort zum Anbau von weltweit benötigten Rohstoffen und Lebensmitteln vollends ausschöpfen und damit seiner globalen Verantwortung zur Ernährungssicherung nachkommen“, so Guericke. Auch wenn die Erträge diesen Flächen keine gewaltigen Erntemengen erbringen, so wären sie doch ein Beitrag Deutschlands für die globale Ernährungssicherung.

AEF will Transformation der Landwirtschaft nicht ausblenden

Damit wolle sich die Landwirtschaft keinesfalls aus ihrer ökologischen Verantwortung stehlen und die Notwendigkeit der Transformation ausblenden, so Guericke, denn diese wisse sehr wohl um ihre Verpflichtung, Ressourcen und Biodiversität nachhaltig zu schonen und zu stärken. Vielmehr gelte es, vor dem Hintergrund der Ernährungssicherung alle ökonomischen, ökologischen sowie sozialen Faktoren sorgsam miteinander abzuwägen und jedwedes innovatives und digitales Potenzial auszuschöpfen. Dazu zählt insbesondere auch der Einsatz von modernen biotechnologischen Verfahren, wie das Genome Editing mit der Genschere CRISPR/CAS.

AEF sieht die geplanten staatlichen Haltungsstufen kritisch

Des Weiteren befürwortet Guericke grundsätzlich den Beschluss der Bundesregierung, noch in diesem Jahr eine verpflichtende Haltungskennzeichnung auf den Weg zu bringen. Eine vornehmliche Anlehnung der Haltungsstufen an die Eierkennzeichnung betrachtet das AEF jedoch kritisch. Zum einen unterwandere die Bundesregierung damit mutwillig alle Tierwohlbemühungen, wenn sie die bestehenden und mittlerweile etablierten Tierwohl-programme ohne Außenklima in die unterste Kategorie „3“ einordnen wurde. „Das ist ein Schlag ins Gesicht derjenigen, die trotz der wirtschaftlich desolaten Lage in den Umbau ihrer Ställe hin zur ITW-Haltungsstufe 2 investiert und auf langfristige Sicherung gesetzt haben.“, konstatiert Guericke. Zielführender sei es, auf die innerhalb der Borchert-Kommission erarbeiteten Tierwohlkriterien zurückzugreifen und am Markt etablierte Tierwohlprogramme einzubinden. Daneben fordert das AEF weiterhin auch die Einbeziehung von Fleisch des Außer-Haus-Verzehrs sowie eine EU-weit einheitlich verpflichtende Haltungskennzeichnung, um den innereuropäischen Wettbewerb nicht noch mehr zu befeuern.

„In Anbetracht der Tatsache, dass das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz kürzlich den Bericht zur Niedersächsischen Nutztierhaltung veröffentlicht hat, der einen massiven Abbau des gesamten niedersächsischen Tierbestandes aufzeigt, muss die Bundesregierung endlich ihren Worten Taten folgen lassen“. Der Umbau der Nutztierhaltung kann nur mit einem soliden Finanzierungsmodell sowie mit einer langfristigen rechtlichen Planungssicherheit gelingen, so der Vorsitzende.

18.03.2022: Maßnahmen zur Nährstoffreduktion in Niedersachsen zeigen Wirkung

2022 03 18 NhrstoffausbringungErfreut zeigte sich Sven Guericke, Vorstandsvorsitzender des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland e.V. (kurz: AEF) von den Ergebnissen des jüngst veröffentlichten 9. Nährstoffberichtes 2020/2021 für Niedersachsen.

Dass erstmalig die Belastung der Böden und der Gewässer durch Nährstoffeinträge gesunken sei und sogar unterhalb der gesetzlichen Grenze liegen, zeige eindrucksvoll, dass alle Instrumente zur Verringerung des Nährstoffaufkommens greifen und zielführend sind.

Wenngleich die Stickstoffreduzierung auch mit den reduzierten Tierzahlen in Verbindung steht, so sei die Reduktion der Nährstoffe nicht zuletzt dem Einsatz der Landwirte zu verdanken, so Guericke. So hätten Maßnahmen, wie die nährstoffreduzierte Fütterung, verbesserte Düngeausbringung, der Substrat-Input in Biogasanlagen im Sinne einer Kaskaden-Nutzung sowie die überbetriebliche Verbringung der Gülle in Ackerbauregionen maßgeblich zu dieser Reduktion beigetragen. Daran müsse weiter gearbeitet werden. Insbesondere durch den Wegfall der Mineraldüngerimporte aus Russland und der Ukraine dürfe sich in Zukunft die Kreislaufwirtschaft durch eine höhere Nachfrage der Ackerbauregionen an organischem Dünger noch wesentlich erhöhen.

Ebenso positiv wertet Guericke den positiven Trend bei den Grundwassermessstellen. Dennoch erfordere es weiteres konsequentes Handeln. „Wasser ist unser höchstes Gut“, konstatierte Guericke. „Aber was es jetzt zudem braucht, sind genauere Messdaten sowie ein stringenterer Ausbau der Messstellen“. Insbesondere vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise und der damit verbundenen weltweiten Versorgungsengpässe müsse die Novellierung der Düngeverordnung künftig stärker auf das Verursacherprinzip hinwirken und dürfe nicht noch stärkere Auflagen für Landwirte vorhalten.

23.02.2022: Gemeinsam auf nachhaltige Zukunft setzen - Regionale Wirtschaft, Politik und Universität Vechta unterzeichnen Kooperationsvertrag für Zusammenarbeit auf Augenhöhe

2022 02 23 Kooperation UniAm 23. Februar 2022 fanden sich Vertreter*innen der regionalen Wirtschaft und Politik in der Universität Vechta ein, um einen Kooperationsvertrag zur Einrichtung eines Forschungsclusters „Nachhaltigkeitsorientierte Transformationsforschung in ländlichen Räumen“ mit dem Präsidium der Hochschule zu unterzeichnen. Ziel des Clusters ist es, Transformationsprozesse zu verstehen, zu gestalten und zu managen und damit Perspektiven für ländliche Räume und insbesondere den Nordwesten Niedersachsens im Wandel zu erarbeiten. Das neu eingerichtete Cluster dient als thematisches Zentrum für die vier Stiftungsprofessuren, die von der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK), dem Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland e.V. (AEF), den Landkreisen Cloppenburg und Vechta sowie den Genossenschaften im Nordwesten Niedersachsens und der Raiffeisen-Stiftung, Berlin, für einen Zeitraum von 6 Jahren finanziert werden. Die Stiftungssumme beläuft sich auf 3,5 Millionen Euro – dafür geben die IHK und das AEF jeweils eine Million Euro; der Landkreis Vechta, der Landkreis Cloppenburg als auch die Genossenschaften zusammen mit der Raiffeisen-Stiftung stiften jeweils 500.000 Euro.

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10.02.2022: Bundesregierung muss schnellstmöglich Rahmenbedingungen für den Umbau der Tierhaltung schaffen

2022 02 10 Logemann MittagUm auf die dringliche Situation der Landwirte sowie auf die Konsequenzen des Transformationsprozesses innerhalb der Agrar- und Ernährungsbranche im ländlichen Raum hinzuweisen, hat Sven Guericke, der Vorsitzende des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland (kurz: AEF), die SPD-Politikerinnen, Bundestagsabgeordnete Susanne Mittag sowie die niedersächsische Landtagsabgeordnete Karin Logemann zu einem Austauschgespräch am 10. Februar 2022 nach Vechta eingeladen.

Schnell einig wurden sich die Gesprächspartner darin, dass die Landwirte aufgrund der Vielzahl von Herausforderungen wie ASP, Geflügelpest, wegbrechender Exportmärkte, gestiegener Rohstoff- und Energiepreise sowie niedriger Einkommenserlöse auf eine schnelle finanzielle Unterstützung der Bundesregierung angewiesen seien. Dazu zählen insbesondere verbindliche und langfristige Rahmenbedingungen für den Umbau der Tierhaltung. Es dürfe nicht zu einem gewollten Strukturbruch in der Landwirtschaft kommen.

MdB Mittag wies darauf hin, dass die neue Bundesregierung die Aufgabe sehr ernst nehme und auf die bereits im Konsens erarbeiteten und vorliegenden Konzepte zurückgreifen wolle. „Wir wollen das Rad nicht neu erfinden, aber anders als die Vorgängerregierung die Schritte logisch aufeinander aufbauen. Dementsprechend werden wir im ersten Schritt schnellstmöglich mit den Verhandlungspartnern die Tierwohlkriterien für die Haltungsstufen festsetzen, dann das Bau- und Immissionsschutzgesetz anpassen und abschließend über die Art der Finanzierung entscheiden.“ Die Übernahme privatwirtschaftlicher Label lehnte sie ab, da sich in der Vergangenheit gezeigt habe, dass das Geld so nicht immer bei den Landwirten ankäme; das wolle die neue Bundesregierung mit ihrer Art der Finanzierung aber sicherstellen. So stellte Mittag zwei Finanzierungstöpfe in Aussicht – zum einen für den Umbau der Ställe und zum zweiten für die Dauerfinanzierung des Transformationsprozesses. Der Mehraufwand der Landwirte müsse zukünftig nachhaltig honoriert werden. Den agrarpolitischen Akteuren in Berlin sei der Zeitdruck durchaus bewusst, so Mittag. Sie forderte die Landwirte aber auf, ihre Skepsis gegenüber der neuen Bundesregierung zu überdenken und stattdessen auf die Perspektiven zu schauen, z.B. als Energie- und Umweltwirte.

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