Aktuelles

27.02.2019 - Minister überreichen Förderbescheid

Praktikernetzwerk 2019Hannover: 300.000 Euro für Praktikernetzwerk Wirtschaftsdünger - Nährstoffmanagement
für Wasserschutz in der Modellregion Oldenburger Münsterland

„Wir müssen gemeinsam alles dafür tun, damit wir unser Grundwasser besser schützen. Um die Nährstoffüberschüsse zu reduzieren, benötigen wir kluge Lösungen, damit wir den Betrieben eine Hilfestellung anbieten können. Deshalb bin ich froh über diese gemeinsame Initiative“, betonte Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast anlässlich der Übergabe des Förderbescheids für das „Praktikernetzwerk Wirtschaftsdünger - Nährstoffmanagement für Wasserschutz in der Modellregion Oldenburger Münsterland“ am Dienstag (26. Februar) in Hannover.

Kooperationspartner sind die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Niedersachsen (ISN) aus Damme, das Agrar- und Ernährungsforum (aef) Oldenburger Münsterland, die Landvolkkreisverbände Cloppenburg und Vechta, der Niedersächsische Geflügelwirtschaftsverband und die Stiftung Gewässerschutz Weser-Ems.

Das Landwirtschaftsministerium und das Umweltministerium finanzieren das Vorhaben mit jeweils 150.000 Euro aus Landesmitteln. Die Förderung läuft bis 2021.

Zentrales Ziel des „Praktikernetzwerks Wirtschaftsdünger“ ist es, kurzfristig einen wesentlichen Baustein zur Schließung von Lücken überregionaler Nährstoffkreisläufe zu liefern. Im Mittelpunkt steht dabei die Separations- und Aufbereitungsmöglichkeiten so weiterzuentwickeln, dass die Wirtschaftsdünger in marktfähige Nährstoffe umgewandelt werden, damit diese deutlich zielgerichteter und effektiver als Ersatz für mineralischen Dünger im Pflanzenbau eingesetzt werden können.

Diese Ansätze sollen auf einer Reihe von Betrieben in den Landkreisen Vechta und Cloppenburg geprüft und wenn möglich auch umgesetzt werden. Parallel sollen die Erfahrungen im Rahmen des Netzwerkes zwischen den Beteiligten ausgetauscht und darüber hinaus an alle schweinehaltenden bzw. tierhaltenden Betriebe in der Region weitergetragen werden. Die erarbeiteten Lösungen sollen somit auch als Beispiele bzw. Blaupause für alle Betriebe dienen, insbesondere in den Regionen Niedersachsens, in denen nach wie vor hohe Nährstoffüberschüsse zu verzeichnen sind.

Zum Projektstart sagte Umweltminister Olaf Lies: „Wir unterstützen den Netzwerkansatz aus Sicht des Grund- und Trinkwasserschutzes ausdrücklich, da das Know-How der Praktiker vor Ort genutzt wird. Neben der Reduzierung von Nährstoffüberschüssen muss bei der Aufarbeitung von Wirtschaftsdünger die Qualitätssicherung der Endprodukte im Vordergrund stehen.“

Für das Agrar- und Ernährungsforum erklärte Vorsitzender Uwe Bartels: „Insbesondere vor dem Hintergrund der bisher noch unzureichenden Lösungsansätze sowohl in der abgebenden als auch in der aufnehmenden Region sowie der drohenden Verschärfung der Düngeverordnung, sind noch weitere konzertierte Anstrengungen aller Akteure nötig, um diese Herausforderung für unsere Region ökologisch und ökonomisch zu bewältigen.“ Die Region Südoldenburg könne deshalb einen wesentlichen Erkenntnisgewinn für die Herausforderung Nährstoffüberschüsse liefern.

Ausdrücklich begrüßte Heinrich Dierkes, Vorsitzender der ISN, die Einbindung der Landwirte: „Wir Landwirte wollen die Lösung der Nährstoffverteilung nicht anderen überlassen, sondern nehmen die Herausforderung selbst in die Hand - ohne das Rad neu erfinden zu wollen. Das heißt, es geht nicht nur um den Transport von Gülle in Ackerbauregionen. Es geht vielmehr darum, funktionierende Aufbereitungsverfahren für Gülle in den breiten Praxiseinsatz zu bekommen.“ Gemeinsam sollen die Fragen erörtert werden: An welchen Stellschrauben muss gedreht werden? Wie können bürokratische Hürden genommen werden?

 Quelle: Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

07.02.2019 - AEF-Positionen zum staatlichen Tierwohllabel

Logo Staatl. TierwohllabelDas Vorhaben, ein staatliches Tierwohllabel - als Alternative zu den zahlreichen Labeln - zur eindeutigen Orientierung der Verbraucher/innen in den Markt zu bringen, wird von uns unterstützt. Es ist angesichts der mit der Einführung verbundenen Auswirkungen auf alle Marktbeteiligten – von Tierhaltern bis hin zum Verbraucher am Point of Sale – ein ambitioniertes Vorhaben. Ein nicht bis zum Ende durchdachtes Vorgehen kann zu Fehlentwicklungen und Strukturbrüchen führen, die nur schwer korrigierbar und rückgängig zu machen sind. Deshalb gilt bei diesem Projekt: Sorgfalt vor Schnelligkeit. 
Der zurzeit diskutierte Verordnungsentwurf erfüllt jedoch in wesentlichen Punkten nicht die erforderlichen Maßgaben.

Vor dem Hintergrund der seit Jahren laufenden und an Intensität zunehmenden gesellschaftlichen Diskussion über die Notwendigkeit einer stärkeren Berücksichtigung des Tierwohls in der Nutztierhaltung, hat das Land Niedersachsen bereits im Dezember 2016 im Bundesrat die Bundesregierung aufgefordert, eine nachhaltige nationale Nutztierstrategie rechtsverbindlich umzusetzen. Dies sei erforderlich, um die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft und die Akzeptanz in der Gesellschaft zu steigern. Bedauerlicherweise ist dieses nicht geschehen. Wäre aber eine notwendige Voraussetzung für die verlässliche Zielbestimmung der Tierhaltung in Deutschland.

Für das staatliche Tierwohllabel fehlt eine klare verlässliche Zieldefinition, und vor allen Dingen fehlen konkrete Aussagen, wie diese Ziele unter den herrschenden Marktbedingungen, aber auch vor dem Hintergrund rechtlicher Hindernisse überhaupt umgesetzt werden können. Die Zielkonflikte zwischen Tierwohl- und Umweltvorgaben sind nicht ansatzweise gelöst. Auch dazu hat die Landesregierung Niedersachsens bereits 2015 in einem mit der Wirtschaft verabredeten Aktionsplan einen Interministeriellen Arbeitskreis (IMAK) eingerichtet, in dem die unterschiedlich begründeten bürokratischen und gesetzlichen Hemmnisse beim Bau von tierwohlgerechteren Haltungssystemen oder Umbauten festgestellt und beseitigt werden sollen. Dieser Ansatz muss konsequent auf Bundesebene aufgegriffen und fortgesetzt werden.
Damit ist festzustellen, dass die wichtigsten Voraussetzungen für das Gelingen eines staatlichen Tierwohllabels, das mehr als nur ein Marketing-Gag oder ein Nischenprodukt sein soll, nicht erfüllt sind. Es gilt, diese Vorarbeiten unverzüglich zu leisten. Der IMAK Niedersachsens kann dazu Erkenntnisse liefern.

Darüber hinaus sollten im Sinne des Nachhaltigkeitsgedankens für Mensch, Tier und Ressource folgende Aspekte bei der Einführung eines staatlichen Tierwohllabels Berücksichtigung finden:

• Verbindlichkeit des staatlichen Tierwohllabels

• Zusätzlich zur verpflichtenden Kennzeichnung der Haltungsform muss auch die Herkunft gekennzeichnet sein; es muss also deutlich werden, wo ein Tier geboren sowie aufgewachsen und gemästet wurde.

• Das System besteht aus vier Stufen. Die erste Stufe bildet den nationalen gesetzlichen Standard ab. Darauf aufbauend die Stufen zwei bis vier.

• Die gesamte Schweinehaltung, d.h. angefangen bei der Ferkelerzeugung bis hin zur Mast – muss bei der Kennzeichnung der Haltungsformen berücksichtigt werden.

• Die Einbeziehung weiterer Tierspezies, Geflügel, Rind, etc. halten wir für unumgänglich.

• Die gesamte Palette von Fleisch und Fleischwaren sowie der Großhandel und die Gastronomie müssen einbezogen sein.

• Zwingendes Fundament der einzelnen Kennzeichnungsstufen sollten Monitoringssysteme (z.B. Schlachtbefunddaten, Antibiotikadatenbank, etc.) sein, auf deren Datengrundlage eine Debatte um die ergebnisoffene Weiterentwicklung der Tierhaltung einschließlich der Folgeabschätzung versachlicht werden kann.

• Es muss eine Verzahnung mit den Aktivitäten der Initiative Tierwohl und der vom LEH bereits erfolgreich eingeführten Haltungskennzeichnung erfolgen, um schnell Fahrt aufnehmen zu können.

• Der Umbau der Tierhaltung muss staatlich gefördert werden.

07. Februar 2019
Agrar- und Ernährungsforum
Oldenburger Münsterland e.V.
Vorsitzender Min.a.D. Uwe Bartels

21.01.2019 - Veranstaltungshinweis: Auf dem Weg in die Heißzeit?! Klimaanpassungsstrategien für die Agrarwirtschaft

Klimaveranstaltung Bild1Bereits heute wirkt sich der Klimawandel in verschiedenen Weltregionen auf Ernteerträge und Lebensmittelproduktion aus. Deutlich häufiger sind dabei negative statt positive Folgen zu beobachten. Steigende Temperaturen – verbunden mit zunehmenden Trockenzeiten oder andere Extremwetterereignisse, wie Hochwässer nach Starkregen oder Stürme – haben tiefgreifende Folgen für die weltweite Ernährungssicherheit.

Auch in Deutschland ist dieser Wandel zu beobachten. Der Sommer 2018 beispielsweise gehörte hier zu den heißesten und trockensten Sommern in Deutschland. Dies könnte ein Vorgeschmack sein, worauf sich Agrar- und Ernährungswirtschaft mittelfristig einzustellen hat, wenn solche Temperaturverhältnisse hier zur Regel werden. Damit Mindererträge und Hitzestress gar nicht erst auftreten und die gesamte Wertschöpfungskette negativ beeinträchtigen, müssen Anpassungsstrategien entwickelt und betriebliche Maßnahmen ergriffen werden.

Vor diesem Hintergrund laden die „Transformationsstelle agrar Niedersachsen“ und das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland Sie zu einer dialog-orientierten Fachveranstaltung ein. Dabei werden: 

-  aktuelle Forschungsergebnisse zum Klimawandel zusammengefasst und für Praktiker übersetzt
-  Folgen für die Agrarwirtschaft beleuchtet
-  Möglichkeiten aufgezeigt, wie sich die Landwirtschaft gegen langanhaltende extreme Wetterlagen wappnen kann
-  in Richtung Politik und Wissenschaft aufgezeigt, wo Forschungs- und Unterstützungsbedarfe für landwirtschaftliche Betriebe liegen.

Die Veranstaltung findet 

am Donnerstag, 28. Februar 2019 von 9.30 Uhr bis 16:30 Uhr (Registrierung ab 9:00 Uhr)
im Hörsaal B1 an der Universität Vechta, Driverstraße 22 in 49377 Vechta,

statt. Anmeldungen sind unter folgendem Link möglich: www.transformationsforschung-agrar.de

Durch das Programm führt der unter anderem aus dem Morgenmagazin bekannte TV-Moderator und Meteorologe Donald Bäcker.
Als Vortragende konnten renommierte Fachleute aus Wissenschaft und Praxis gewonnen werden. 

Hierfinden Sie den Veranstaltungsflyer mit dem detaillierten Programm.

 

 

14.01.2019 - Politisches Handlungsversagen beim staatlichen Tierwohllabel

Der Haltungskompass ist die konsequente Fortsetzung der LEH-Rolle als Treiber in der Tierwohl– und Umweltdebatte in Deutschland. Die Landwirte sind diejenigen, die die Folgen in der Nachfrage und im Portemonnaie spüren. Diese Rolle konnte der LEH nur spielen, weil die Politik auf allen Ebenen durch eigene Untätigkeit ihm diesen Freiraum überließ. Dies bilanzierte der Vorsitzende des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland e.V. (AEF), Uwe Bartels, nach Veröffentlichung des Haltungskompasses des LEH.

Die Vereinheitlichung der bisher im Markt befindlichen Label des Handels ist vernünftig, so der AEF-Vorsitzende. Leider werde die gesamte Lebensspanne der Tiere nicht berücksichtigt. Der Haltungskompass biete jedoch eine grobe Orientierung für die Verbraucher, bedeute aber nicht automatisch in den Stufen steigend mehr Tierwohl. Der Tierhalter und die Art und Weise des Stallmanagements seien entscheidend für das Tierwohl im Konkreten.

Gegenwärtig ist dem BMEL vorzuwerfen, dass es immer noch nicht den Verbrauchern mit einem verbindlichen staatlichen Tierwohllabel verlässliche Orientierung gegeben hat. Der Entwurf, der voraussichtlich auf der Grünen Woche von der Ministerin präsentiert werden wird, wird aller Voraussicht nach eher ein Marketinggag, als ein mit wissenschaftlich abgesicherten Tierwohlindikatoren und in der Praxis erprobten Verbesserungen verbundenes Haltungslabel sein, so Bartels. Darüber hinaus erfasse es nur einen geringen Marktanteil der Schweine-fleischproduktion und lasse das Großverbrauchersegment außen vor. Es belaste nicht nur die Schweinehalter erheblich und enthalte keinerlei Aussagen zur Finanzierung des Umbaus für mehr Tierwohl, sondern unterlaufe auch praktische Fortschritte im Stallbau für den Tierwohlbereich. Angesichts des Vorpreschens des Handels sei es höchste Zeit, die nun vorliegenden Ansätze von Staat und Handel zu mehr Transparenz für den Verbraucher nachzubessern und sinnvoll miteinander zu kombinieren.

 

13.12.2018 - Wissensmanagement - zentraler Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen

Miavit 2018 WebsiteWie gehen Unternehmen mit der Ressource Wissen um und welche Bedeutung hat Wissen, wenn es darum geht, als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben? Um diese Frage drehte sich eine Tagung mit verschiedenen Experten und rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus der Land- und Ernährungswirtschaft des Oldenburger Münsterlandes im Unternehmen Miavit in Essen. Organisiert und veranstaltet wurde die Tagung von einer Kooperation der Marketinggesellschaft der niedersächsischen Land- und Ernährungswirtschaft e. V., des NieKE (Landesinitiative Ernährungswirtschaft), des Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland (AEF), der Koordinierungsstelle "Transformationswissenschaft agrar" der Universität Vechta sowie des Genossenschaftsverbandes Weser-Ems.

Der Vorsitzende des AEF, Landwirtschaftsminister a. D. Uwe Bartels, eröffnete die Tagung und machte klar, wie wichtig das Thema gerade heute ist. Wissensmanagement, so Bartels, sei ein entscheidender Wettbewerbsfaktor und eine Investition in die Zukunft. „Schon heute können im Oldenburger Münsterland in vielen Unternehmen des Agrar- und Ernährungssektors Stellen nur nach langwieriger Suche oder bisweilen auch gar nicht mehr besetzt werden. Die Zeit drängt“, mahnte Bartels und nannte insbesondere den demografischen Wandel und den damit zusammenhängenden Fachkräftemangel als wichtige Ursachen.

Was Wissensmanagement ist und wie man Wissen im Unternehmen systematisch organisieren, analysieren und entwickeln kann, erläuterte anschließend Anja Gieske-Helmen von der Marketinggesellschaft, die auch ausgebildete Wissensbilanz-Moderatorin ist. „70% des vorhandenen Unternehmenswissens ist unstrukturiert und liegt brach“, so ihre Botschaft. Mit Hilfe einer sogenannten Wissensbilanz, die Unternehmensleitung und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gemeinsam umsetzen, könnten jedoch grundlegende Veränderungsprozesse in Unternehmen systematisch in Gang gebracht werden, empfahl sie.

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