Aktuelles

29.10.2020: Fachkräftemangel und nachhaltiges Wassermanagement sind dringliche Themen der Lebensmittelwirtschaft

Strategien der LWDas Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland (AEF) unter Vorsitz von Uwe Bartels will sich künftig in seiner am 29.10.2020 neu konstituierten Arbeitsgruppe - unter Leitung von Johannes Eiken – verstärkt mit aktuellen Herausforderungen und Strategien der Lebensmittelwirtschaft befassen. Dabei will das AEF zunächst die zwei dringlichsten Themen „Fachkräftemangel in der Lebensmittelwirtschaft“ sowie „Nachhaltiges Wassermanagement“ in den Fokus nehmen.

Vor dem Hintergrund des derzeitigen „Schlachtstaus“ in den Schlachthöfen und den möglichen Auswirkungen des Arbeitzeitkontrollgesetzes kam das 12-köpfige Gremium aus Unternehmensvertretern überein, dass es dringender Fachkräfte- und Arbeitszeitkonzepte für die Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft bedarf. Auch müsse die ungeklärte Wohnraumsituation für Fachkräfte, z.B. fehlende Unterstützung für Neubauprojekte, Zimmerbelegung, etc., in enger Zusammenarbeit mit den örtlichen Kommunen gelöst werden.
„Es müssen schnelle, praktikable und nachhaltige Lösungen gefunden werden, damit die Betriebe künftig vollumfänglich Schlachtungen und Zerlegungen durchführen können. Das gilt insbesondere auch für die Zeit nach Corona.“, so die zentrale Aussage Bartels.

Als weiteres Schwerpunktthema soll die in der Gesellschaft kontrovers diskutierte Wasserthematik sein. Immer wieder stehen Wirtschaftsunternehmen und deren wasserintensive Produktionen im Blickpunkt. Hier will die Arbeitsgruppe Zukunftsszenarien und Lösungsansätze für ein möglichst nachhaltiges Wassermanagement aufzeigen und erarbeiten.

Als weitere künftige Themenblöcke der Arbeitsgruppe wurden der Konzentrationsprozess im LEH, die Förderung von Innovationen / Forschungsprojekten im regionalen Mittelstand sowie die Stärkung von Existenzgründungen und Startups vor Ort in der Region, Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Agrar- und Ernährungsbranche sowie Nachhaltigkeitsthemen, wie Klimaneutralität und CO2-Footprint, benannt.

17.09.2020: Landwirte fordern faire Bedingungen für die Vermarktung ihrer Produkte

Das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland e.V. unter Vorsitz von Min.a.D. Uwe Bartels hat am 17.09.2020 hochkarätige Vertreter der Wertschöpfungskette Agrar- und Ernährungswirtschaft in das Rathaus Vechta eingeladen, um sich mit den Strategien des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) zu beschäftigen. Es wurden insbesondere die Fragestellungen „Wie positionieren sich die Handelspartner“ und „Welche Geschäftsmodelle werden innerhalb der Branche neu gedacht?“ beleuchtet. Dr. Johannes Simons, Agrarwissenschaftler und Marktforscher von der Universität Bonn setzte mit der Vorstellung seiner Studie „„Die Bedeutung der Strategien des LEH für die Landwirtschaft in Deutschland“ vor etwa 70 Personen den entsprechenden Impuls. Die Veranstaltung wurde von Uwe Haring moderiert.

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17.09.2020: Strategien des Lebensmitteleinzelhandels – wie positionieren sich die Handelspartner?

  Das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland (AEF) befasst sich in einer Livestream-Veranstaltung         

                                                           am 17.09.2020 ab 16:00 Uhr

ein weiteres Mal mit einem aktuellen Thema zum Verhältnis der Marktpartner in der Ernährungswirtschaft. Nach der Ende August durchgeführten Diskussion über die nationale Umsetzung der UTP-Richtlinie gegen unlautere Handelspraktiken wird in der Diskussion am 17.09. die Bedeutung der Strategien des LEH in Deutschland für die Landwirtschaft behandelt.

simons 1Ausgangspunkt ist eine von der Edmund-Rehwinkel-Stiftung in Auftrag gegebene Studie, die die zukünftige Rolle des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) in der Wertschöpfungskette und deren Chancen, Perspektiven und Risiken betrachtet. Im Rahmen dieser Studie wurde insbesondere der Fragestellung „Die Bedeutung der Strategien des LEH in Deutschland für die Landwirtschaft“ seitens der Universität Bonn unter Leitung von Dr. agr. Johannes Simons nachgegangen.
Das AEF will nun in der Livestream-Tagung, die aus dem Rathaus der Stadt Vechta gesendet wird, diese Studienergebnisse aufgreifen und gemeinsam mit Experten aus der Urproduktion, der Lebensmittelverarbeitung sowie aus dem LEH dazu strategische Überlegungen aufzeigen und diskutieren.

Die Diskussionsrunde im Rathaus wird moderiert von Uwe Haring. Interessierte können sich unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! anmelden und zuschalten.

31.08.2020: Umbau der Tierhaltung wirft viele Fragen auf

Brring AG 2020 08 31„Das Ziel der Bundesregierung die Tierhaltung in Deutschland zu mehr Tierwohl nach dem Borchertpapier umzubauen, wirft bei den Betroffenen viele Fragen auf. Die Mitglieder des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland (AEF) stehen den Vorschlägen grundsätzlich positiv gegenüber, sehen aber eine Vielzahl von Hürden und Fallstricken“. Dies erklärte der Vorsitzende des AEF Uwe Bartels. Werde mit dem Maßnahmenpaket gegen EU-Richtlinien verstoßen? Deckt die anvisierte Tierwohlprämie die Kosten für den Umbau? Greifen die Verbraucher schlussendlich wirklich zu den höherpreisigen, heimischen Tierwohlprodukten und wie können die Bauanträge im Bau- und Immissionsschutzrecht für Umbauten schnell und unkompliziert genehmigt werden? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Arbeitsgruppe „Zukunft der Nutztierhaltung“ vom AEF. 

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24.08.2020: "Fairness bei Handelspraktiken nicht Frage der Konzerngröße"

AEF diskutiert mit hochkarätigem Podium die Umsetzung der UTP-Richtlinien gegen unlautere Handelspraktiken

UTP 2020 08 24Vechta, 24.08.2020 – Vertreter des Deutschen Bundestages und Verbandssprecher haben am 24.08.2020 auf Einladung des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland e.V. (AEF) im Rahmen einer Online-Tagung die Umsetzung der UTP-Richtlinie diskutiert. Moderiert wurde die Veranstaltung von Johannes Eiken, dem Sprecher der AEF-Arbeitsgruppe „Lebensmittelverarbeitung“.

Uwe Bartels, Vorsitzender des AEF – forderte zu Beginn der Diskussion die Gesprächspartner auf, die Chance der Richtlinie gemeinsam zu nutzen, um endlich zu einer vertrauensvollen und wertschätzenden Zusammenarbeit zwischen den Partnern der Wertschöpfungskette zu kommen. Die Richtlinie böte die Chance eines wirkungsvollen Instrumentes, das fairen Umgang der Partner entsprechend dem Leitbild des „ehrbaren Kaufmanns“ sicherstelle.

Der maßgeblich an der EU-Richtlinie mitwirkende ehemalige niederländische Landwirtschaftsminister und Leiter der EU-Task-Force „Agricultural Markets“, Prof. Cees Veerman, informierte über die Intention der EU zur Erarbeitung der UTP-Richtlinien und über deren Inhalte. „In der Handelskette geht es nicht fair zu. Mit der Richtlinie wollen wir die Marktunterschiede ausbalancieren und damit den Landwirten den Rücken stärken“. Seitens des BMEL stellte Katharina Oru-Ludwigs den Gesetzesentwurf auf Bundesebene vor.

Sowohl die Bundesvorsitzende der Linken, Amari Mohamed Ali, sowie Albert Stegemann, der agrarpolitische Sprecher der CDU-/CSU-Bundestagsfraktion, befürworteten im Grundsatz die UTP-Richtlinie. Diese sei überfällig und die darin enthaltenen Verbotsvorschriften, die in der sog. „Schwarzen Liste“ enthalten sind (z.B. kurzfristige Stornierungen), sollten längst eine Selbstverständlichkeit für darstellen. Daneben existiert eine „Graue Liste“ mit weiteren Verbotsklauseln, über deren Umsetzung im Detail jedoch noch diskutiert werden müsse. Beide politischen Vertreter sprachen sich dafür aus, dass eine 1:1-Umsetzung der EU-Richtlinie nicht ausreichend sei.

 Dieses wird teilweise unterstützt von Karin Buth, Geschäftsführerin und zuständige Rechtsanwältin für die UTP-Richtlinien beim Deutschen Raiffeisenverband. Buth allerdings forderte noch mehr. So plädierte sie auf eine Ausweitung der Größeneinteilung von 350 Mio. Mio. Jahresumsatz: „Faires Handeln darf nicht von der Größe eines Unternehmens abhängig sein und Umsatz ist keine der Frage der Marktstärke“, so ihre Aussage. Sie sprach sich zudem für eine Beweislastumkehr zugunsten der Erzeugerseite aus.

Einzig Josef Sanktjohanser, Präsident des Deutschen Handelsverbandes, sah die Diskussion und das Gesetzgebungsverfahren sehr kritisch. Man habe bereits heute einen geeigneten
Rechtsrahmen, der das Marktsystem stützt. Sanktjohanser bemängelte die öffentliche und politische Wahrnehmung, dass dem Handel systematischen Vertragsbruch vorgeworfen werde. Mit der Umsetzung der UTP-Richtlinie befürchtet er eine Überregulierung und Überbüro-kratisierung, die auf Kosten der Effizienz gehe. „Das Gros aller Geschäftsbeziehungen ist ehrbar“, so Sanktjohanser. Eiken stellte die Frage, ob der LEH nicht selber schuld sei an der jetzigen Situation. Sanktjohanser entgegnete, dass viele bilaterale Themen aus Geschäftsprozessen, die nicht in die Gesetzesdiskussion gehörten, ungerechterweise in die UTP hineingetragen würden.

Diskutiert wurde in der Runde ebenfalls, welche Behörde, ob die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) oder das Bundeskartellamt, mit der Umsetzung der Richtlinie betraut werden soll. Das BMEL hat sich für die BLE als erfahrenerer Behörde ausgesprochen. Positiv bewerten die Teilnehmer auch die vom BMEL geplante Evaluierung der Ergebnisse nach zwei Jahren.

Uwe Bartels, AEF-Vorsitzender, sieht noch erhöhten Abstimmungsbedarf zwischen den einzelnen Positionen. Er habe den Eindruck, es sei ein Kampf zwischen David und Goliath. „Wir müssen die Chancen, die die UTP-Richtlinie mit sich bringt, und die noch verbleibende Zeit bis zum Kabinettsbeschluss nutzen, um die erkannten Missstände und die Verhandlungs-gegenstände konstruktiv miteinander abzugleichen.“. Das AEF wolle sich künftig weiterhin in seiner Arbeitsgruppe „Lebensmittelverarbeitung“ - unter Leitung von Johannes Eiken - mit diesem Thema auseinandersetzen.