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24.09.2019 - Klimaschutz braucht ein Gesamtkonzept

bergabe Manahmenpapier Weil KopieAEF-Maßnahmenpapier „Klimaschutz in der Agrar- und Ernährungswirtschaft“ der niedersächsischen Landesregierung überreicht. 

"Ich freue mich, dass das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland (AEF), dem über 90 Unternehmen der Branche angehören, einen eigenen Beitrag zur aktuellen Klimaschutzdiskussion leistet und mir am Montag, 23.09. 2019 Vorschläge für ein umfassendes „Maßnahmenpaket Klimaschutz in der Agrar- und Ernährungswirtschaft“ übergeben hat.
Die Landesregierung wird die Vorschläge sorgsam prüfen. Großes Verständnis habe ich insbesondere für die Forderung des AEF, Regelungen für mehr Klima- und Umweltschutz und Regelungen für mehr Tierwohl aufeinander abzustimmen und hierfür ein Gesamtkonzept zu erstellen", so der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil.

Bei einer Zusammenkunft einer AEF-Delegation Anfang August mit dem Ministerpräsidenten und Agrarministerin Otte-Kinast hatten beide Regierungsvertreter es als wünschenswert bezeichnet, wenn aus der Unternehmerschaft des AEF eigene strategische Ziele und konkrete Maßnahmen zur Erhöhung der Klimaschutzleistungen des Sektors und zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen erarbeitet werden. Diesen Impuls hat das AEF aufgegriffen und das Maßnahmenpapier, das zudem mit Aufgaben für Wirtschaft und Politik unterlegt ist, im Rahmen einer hochkarätigen Arbeitsgruppe - unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Harald von Witzke - erarbeitet. Daran haben, neben Vertretern der Wirtschaft, der Verbandsebene und Wissenschaft, auch das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz mitgewirkt. Mit diesem Papier unterstreicht die Agrar- und Ernährungswirtschaft ihr Bestreben, einen weiteren Beitrag zur Klimaverbesserung zu leisten und auch weiterhin an der Erreichung der von der Bundesregierung verfolgten Klimaziele mitzuarbeiten.

„Allen Akteuren der Branche ist klar, dass die Agrar- und Ernährungswirtschaft den Spagat zwischen den Herausforderungen Welternährung, Anpassung an den Klimawandel und dem Beitrag zur Erhöhung ihrer CO2-Einsparungen leisten muss“, erklärt Bartels. Voraussetzung dazu sei aber ein in sich schlüssiges Gesamtkonzept. Dieses fehle zurzeit. „Wir wollen nicht den gleichen Fehler machen wie bei dem Klimaschutzgesetz des Bundes, in dem unverbunden Einzelaktivitäten neben einander stehen und teilweise widersprüchlich in der Wirkung sind“, stellte Bartels fest. Die Landwirtschaft werde ihre Möglichkeiten ausschöpfen, wenn die Zielbilder für Tierhaltung und Pflanzenbau vom BMEL verbindlich definiert seien und sich widersprechende Gesetze neu justiert worden sind, z.B. damit Um- und Neubauten in der Tierhaltung überhaupt möglich sind. Auch bedürfe es im Futtermittel- und Pflanzenbereich den Abbau rechtlicher Hürden und schlanker Genehmigungsverfahren. 

Neue Konzepte für ein flächiges Wassermanagement seien dringend erforderlich, um das CO2-Bindungspotenzial von Moor- und Grünlandstandorten zu halten bzw. zu fördern. Gülle, Hühnertrockenkot und Festmist sowie andere Reststoffe sollten über Biogasanlagen vergoren werden. Sojaimporte sollten reduziert und lediglich auf zertifiziertes Importsoja beschränkt werden. Extensivierung sei unter Klimagesichtspunkten abzulehnen, da die Treibhausgasemissionen um ein Vielfaches weltweit verlagert würden.
Hier finden Sie das Maßnahmenpapier "Klimaschutz in der Agrar- und Ernährungswirtschaft".

08.10.2019 - Fachtagung "Ferkelkastration"

Fotolia 86344864 S Ferkel in BuchtEnde des Jahres 2020 ist die Übergangsfrist für die betäubungslose Ferkelkastration beendet. Trotz der vorangeschrittenen Zeit konnten sich viele Landwirte aufgrund verschiedener Hemmnisse noch nicht für eine der Alternativen entscheiden. Sie müssen wissen, welche Zukunftschancen die Ebermast, der Einsatz von Improvac oder das Narkoseverfahren mit Isofluran haben. Im Rahmen der Fachtagung 

Kastrationsalternativen – welche Verfahren akzeptieren Schlachter, Verarbeiter und der LEH?“ werden am 

Dienstag, 08. Oktober 2019 um 11:00 Uhr
im Haags Hotel Niedersachsenhof, Lindhooperstraße 97 in 27283 Verden/Aller

alle Beteiligten der Kette berichten, wie sie die künftigen Alternativen einschätzen. Spannend dürfte insbesondere die Frage sein, wie groß das Marktpotenzial für die einzelnen Alternativen sein wird. Dazu lädt das AEF – in Kooperation mit der top agrar, der SUS und dem Bundesverband Rind und Schwein – herzlich ein.

Hier finden Sie den Programmflyer.

 Anmeldungen richten Sie gerne an: www.rind-schwein.de/fachtagung-kastration

 Für die Veranstaltung werden drei ATF-Stunden anerkannt.

12.08.2019 - Ad-hoc-Arbeitsgruppe "Klimaschutz" des AEF erarbeitet Masterplan

Klimaschutz 2019 08 12Unter Leitung des Vorsitzenden des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland (AEF), Uwe Bartels, fand am 12.08.2019 in den Schulungsräumen der Big Dutchman International GmbH die Auftaktveranstaltung der Ad-Hoc-Arbeitsgruppe „Klimaschutz“ statt. Die hochkarätige Arbeitsgruppe von Experten aus Wirtschaft, Verbänden und Wissenschaft ist auf Anregung des Niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil und der Agrarministerin Barbara Otte-Kinast kurzfristig vom AEF gebildet worden. Bei der kürzlichen Zusammenkunft einer AEF-Delegation mit dem Ministerpräsidenten und der Agrarministerin im Gästehaus der Landesregierung hatten beide Regierungsvertreter es als wünschenswert bezeichnet, wenn aus der Unternehmerschaft der Agrar- und Ernährungswirtschaft des Oldenburger Münsterlandes eigene strategische Ziele und konkrete Maßnahmen zur Erhöhung der Klimaschutzleistungen des Sektors und zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen erarbeitet würden. Das Ergebnis soll ein Masterplan sein.

Allen Beteiligten ist klar, dass die Agrar- und Ernährungswirtschaft einen Spagat zwischen den Herausforderungen Welternährung, Anpassung an den Klimawandel und dem Beitrag zur Erhöhung ihrer Reduktionsanteile leisten soll. Gerade deshalb sei es von besonderer Bedeutung, so der AEF-Vorsitzende, wenn die Betroffenen der gesamten Wertschöpfungskette den Anpassungsprozess mit eigenen Vorschlägen pro-aktiv gestalteten.

Die Zusammenkunft am Montag war der Startschuss für die Arbeitsgruppe, die bis zum 20. September 2019 der Landesregierung ein Ergebnis vorlegen will. Der renommierte Wissenschaftler, Prof. Dr. Harald von Witzke, ehemals Humboldt-Universität Berlin, übernimmt die wissenschaftliche Begleitung der Arbeitsgruppe.

Zur ersten Zusammenkunft ließ es sich die Agrarministerin Otte-Kinast nicht nehmen, die Mitglieder der Arbeitsgruppe zu begrüßen und die Bedeutung der Zuarbeit zu unterstreichen. Das ML wird an der Arbeitsgruppe mit dem Abteilungsleiter, Prof. Dr. Theuvsen, vertreten sein.

06.08.2019 - Maßnahmenpaket für die Zukunft der Agrar- und Ernährungswirtschaft gefordert

Klckner Gstehaus 2019Um drastische Struktureinbrüche zu vermeiden und Maßnahmen zum Erhalt wettbewerbsfähiger Strukturen in der niedersächsischen Veredlungswirtschaft aufzuzeigen, haben am 06.08.2019 die Vorsitzenden des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland, der Interessengemeinschaft der Schweinehalter sowie des Landesverbandes der Niedersächsischen Geflügelwirtschaft von Bundesministerin Julia Klöckner ein schlüssiges Gesamtkonzept in Form eines Vertrages mit der Gesellschaft gefordert. Zu diesem Treffen hat Minister Bernd Althusmann in das Gästehaus der niedersächsischen Landesregierung eingeladen.

„Es ist eindeutig zu erkennen, dass die Agrar-und Umweltministerien auf Bundesebene nicht ressortübergreifend und wenig zielführend die notwendige Transformation der Agrar- und Ernährungswirtschaft begleiten“, so der ehemalige nds. Landwirtschaftsminister und Vorsitzende des AEF, Uwe Bartels. Es fehle eine strategische Steuerung auf Bundesebene.

Für die Akteure der Veredlungswirtschaft hat dieser politische Stillstand fatale Konsequenzen. Sie werden weiterhin in ihren Möglichkeiten zur Weiterentwicklung zur Anpassung an die Markterfordernisse eingeschränkt und behindert. Die tierhaltenden Betriebe und Unternehmen des vor- und nachgelagerten Bereichs werden durch weiterhin bestehende Zielkonflikte zwischen Tier- und Imissionsschutz, weitreichende Beurteilungslücken in Genehmigungs-prozessen sowie ungeklärte Finanzierungsfragen auf absehbare Zeit vor die Frage gestellt, ob sie ihre Produktion aufgrund von Planungs- und Investitionsunsicherheit sowie mangelnder Perspektiven einstellen oder Kapazitäten ins Ausland verlagern.

Es war ein zentrales Anliegen der Vorsitzenden Bartels, Heinrich Dierkes und Friedrich-Otto Ripke, Klöckner auf die weitreichenden und negativen Folgen für die Wirtschaftskraft und die sozialen Strukturen im ländlichen Raum hinzuweisen und konkretes Handeln einzufordern.

Die Forderungen sind in diesem Maßnahmenpapier zum Erhalt wettbewerbsfähiger Strukturen in der niedersächsischen Veredlungswirtschaft zu ersehen.

25.06.2019: Nutztierhaltung im Spiegel der Gesellschaft

Simons 2019Wie und mit welchen realistischen Instrumenten kann es der Agrar- und Ernährungsbranche gelingen, dem Verbraucher die moderne Nutztierhaltung näherzubringen? Das machte Dr. Johannes Simons von der Rheinischen Universität Bonn im Rahmen einer Netzwerkveranstaltung vom 25.06.2019 im Kreishaus Vechta, zu der das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland unter Vorsitz von Uwe Bartels geladen hatte, deutlich. Simons war maßgeblich an der BMEL-Studie „Social Lab“ beteiligt, welche die Kritik an der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung durch unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen untersucht hat.

Dabei machte er deutlich, dass eine rein sachorientierte Kommunikation nicht ausreiche, um mehr Akzeptanz für die Nutztierhaltung zu erreichen. Vielmehr müsse die Branche versuchen, die Widersprüchlichkeit und die Wahrnehmung des Verbrauchers zu verstehen. Dabei spielten Sehnsüchte und Ängste der Gesellschaft eine wesentliche Rolle. Die Wahrnehmung und Akzeptanz der Nutztierhaltung werde nicht durch Sachlogik, sondern durch eine sog. Psycho-Logik bestimmt. Verbraucher und Bürger wüssten wenig oder gar nichts über Nutztierhaltung und entwickelten deshalb Ängste. Daher rät Simons der Branche, vielmehr die Probleme der Verbraucher anzuerkennen, Aktivitäten mit guten Geschichten zu präsentieren und Gemeinsamkeiten mit Verbrauchern herauszustellen. „Keinesfalls sollte die Branche ihre Herausforderungen kleinreden oder negieren, sonst entsteht ein absoluter Vertrauensbruch auf allen gesellschaftlichen und politischen Ebenen. “, so die zentrale Aussage Simons.

Bartels sieht mit dieser Aussage die Arbeit des AEF bestätigt. Seit Jahren plädiere das AEF für eine offene und ehrliche Kommunikation. Probleme würden selbstkritisch angesprochen und innerhalb seiner Arbeitsgruppen arbeite das AEF pro-aktiv an Lösungsansätzen. Exemplarisch nannte Bartels die Antibiotikareduzierung mit dem Projekt aniplus und das Thema Ferkelkastration. Er wies zudem auf das AEF-Positionspapier zu dem geplanten staatlichen Tierwohllabel des BMEL hin. Darin beschreibt das AEF einen Weg, um dem Verbraucher eine glaubwürdige Orientierung für mehr Tierwohl zu geben, verbunden mit einer hohen Marktdurchdringung und der Vermeidung von Wettbewerbsnachteilen und Struktureinbrüchen. „Wir sind hoch erfreut, dass die niedersächsische Landesregierung sich unseren Argumenten gegenüber aufgeschlossen gezeigt und diese Positionen in ihrem Entschließungsantrag für die nächste Bundesratssitzung in dieser Woche bekräftigt hat“, so Bartels. Er hofft auf Unterstützung dieses Antrages von allen Bundesländern.