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10.02.2022: Bundesregierung muss schnellstmöglich Rahmenbedingungen für den Umbau der Tierhaltung schaffen

2022 02 10 Logemann MittagUm auf die dringliche Situation der Landwirte sowie auf die Konsequenzen des Transformationsprozesses innerhalb der Agrar- und Ernährungsbranche im ländlichen Raum hinzuweisen, hat Sven Guericke, der Vorsitzende des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland (kurz: AEF), die SPD-Politikerinnen, Bundestagsabgeordnete Susanne Mittag sowie die niedersächsische Landtagsabgeordnete Karin Logemann zu einem Austauschgespräch am 10. Februar 2022 nach Vechta eingeladen.

Schnell einig wurden sich die Gesprächspartner darin, dass die Landwirte aufgrund der Vielzahl von Herausforderungen wie ASP, Geflügelpest, wegbrechender Exportmärkte, gestiegener Rohstoff- und Energiepreise sowie niedriger Einkommenserlöse auf eine schnelle finanzielle Unterstützung der Bundesregierung angewiesen seien. Dazu zählen insbesondere verbindliche und langfristige Rahmenbedingungen für den Umbau der Tierhaltung. Es dürfe nicht zu einem gewollten Strukturbruch in der Landwirtschaft kommen.

MdB Mittag wies darauf hin, dass die neue Bundesregierung die Aufgabe sehr ernst nehme und auf die bereits im Konsens erarbeiteten und vorliegenden Konzepte zurückgreifen wolle. „Wir wollen das Rad nicht neu erfinden, aber anders als die Vorgängerregierung die Schritte logisch aufeinander aufbauen. Dementsprechend werden wir im ersten Schritt schnellstmöglich mit den Verhandlungspartnern die Tierwohlkriterien für die Haltungsstufen festsetzen, dann das Bau- und Immissionsschutzgesetz anpassen und abschließend über die Art der Finanzierung entscheiden.“ Die Übernahme privatwirtschaftlicher Label lehnte sie ab, da sich in der Vergangenheit gezeigt habe, dass das Geld so nicht immer bei den Landwirten ankäme; das wolle die neue Bundesregierung mit ihrer Art der Finanzierung aber sicherstellen. So stellte Mittag zwei Finanzierungstöpfe in Aussicht – zum einen für den Umbau der Ställe und zum zweiten für die Dauerfinanzierung des Transformationsprozesses. Der Mehraufwand der Landwirte müsse zukünftig nachhaltig honoriert werden. Den agrarpolitischen Akteuren in Berlin sei der Zeitdruck durchaus bewusst, so Mittag. Sie forderte die Landwirte aber auf, ihre Skepsis gegenüber der neuen Bundesregierung zu überdenken und stattdessen auf die Perspektiven zu schauen, z.B. als Energie- und Umweltwirte.

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15.12.2021: AEF fordert zielgerichtete ASP-Regionalisierungsgespräche auf höchster Bundesebene

Schweine Flatdeck kleinMit dem jüngst zwischen der französischen Regierung und der chinesischen Staatsführung ausgehandelten ASP-Regionalisierungsabkommen konnte Frankreich seinen Schweineproduzenten im Falle eines ASP-Ausbruchs die Exporte nach China weitestgehend sichern. Das ist ein eindeutiges Signal, in welch‘ hohem und verantwortungsbewussten Maße Frankreich die Zukunft seiner landwirtschaftlichen Betriebe sichert.

Das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland (AEF) hatte bereits Anfang dieses Jahres auf die prekäre Situation der deutschen Schweinehalter hingewiesen und sich in einem Brandbrief an Alt-Kanzlerin Angela Merkel gewandt. Darin hatte das AEF die Bundesregierung in aller Ausdrücklichkeit aufgefordert, die Regionalisierungsgespräche mit China auf allerhöchster Ebene stattfinden zu lassen, so wie China es erwartet hatte. „Mir ist es unverständlich, warum die damalige Bundesregierung die Verhandlungen mit der chinesischen Regierung seinen Staatssekretären überlassen hat. Sie hätte sich mit gleichem Nachdruck wie die französische Regierung für ihre Landwirte einsetzen müssen“, so die Aussage des AEF-Vorsitzenden, Sven Guericke.

Überdies wartet die chinesische Staatsführung seit nunmehr vier Monaten auf die Beantwortung eines Fragebogens, der in der letzten Verhandlungsrunde zwischen den chinesischen und deutschen Verhandlungspartnern verabredet wurde. „Vor dem Hintergrund, dass die deutschen Schweinehalter aufgrund der weggebrochenen Exportmärkte mit dem Rücken an der Wand stehen, ist nicht erklärbar, warum die deutsche Bundesregierung ihrer Pflicht als Verhandlungspartner nicht nachkommt.“, kritisiert Guericke.

Große Erwartung setzt das AEF jetzt in die neue Bundesregierung. Der neue Bundesland-wirtschaftsminister Cem Özdemir habe nun die Chance, so Guericke, die Versäumnisse der Vergangenheit aufzugreifen und die Gespräche mit der chinesischen Staatsführung zeitnah anzuschieben. Damit könne Özdemir seiner Verantwortung für die Zukunft der deutschen Tierhaltung gerecht werden und gleichzeitig Perspektiven für den Schweinemarkt aufzeigen.

Die Schweinehalter indes hätten ihre Hausaufgaben zur Sicherung ihrer Betriebe gemacht und sämtliche ASP-Biosicherheitsvorkehrungen vor Ort getroffen. Jetzt sei die Politik am Zuge, ihrer Pflicht zur Sicherung der Betriebe entsprechend nachzukommen, so das AEF.

 

09.12.2021: Smarte Lösungen mit Potentialen für die Agrar- und Lebensmittelwirtschaft

2021 12 09 Digital

Unter dem Titel „Digitale Zukunftsprojekte der Agrar und Ernährungsbranche“ hat das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland (kurz: AEF) am 09.12.2021 im Rahmen einer Videokonferenz zwei zukunftsweisende Projekte, an denen es als Kooperationspartner beteiligt ist, vorgestellt. Dazu zählen das Projekt „Digi-Schwein“ unter Federführung der Landwirtschafts-kammer Niedersachsen sowie das Projekt „AGRI-GAIA“ von dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz. Dr. Henning Müller, Sprecher der AEF-Arbeitsgruppe führte durch die Veranstaltung.

Sven Guericke, Vorsitzender des AEF, betonte die enormen Potentiale, die der Einsatz digitaler Technologien und Künstlicher Intelligenz (KI) für die Agrar- und Ernährungsbranche mit sich brächten. „Innerhalb dieser Entwicklungsfelder hat sich die deutsche Agrarwirtschaft mittlerweile zu einem zentralen Vorreiter der digitalen Transformation entwickelt“, so seine Aussage. Er machte zudem deutlich, dass gerade vor dem wachsenden Druck auf die Landwirtschaft, innovative digitale Lösungen essentiell für einen erfolgreichen Transformations-prozess der Branche seien. Unabdingbar dabei sei ein wesentlich stringenterer Ausbau der digitalen Infrastruktur im ländlichen Raum als in der Vergangenheit; hier setzte Guericke Hoffnung auf die neue gebildete Bundesregierung.

Das Projekt „Digi-Schwein“, vorgestellt von Dr. Marc-Alexander Lieboldt, ist ansässig an der Versuchsstation der Landwirtschaftskammer in Oldenburg-Wehnen. In dem dortigen Versuchsstall sind in allen Stallbereichen zahlreiche Sensoren und Kameras installiert, die fortlaufend Daten auf eine Serverplattform des An-Institutes der Uni Oldenburg, OFFIS, senden, wo diese gespeichert, berechnet und analysiert werden. Mit der Auswertung dieser Daten erhofft sich das Projektteam erhebliche Erkenntnisse für das Tierwohl, für die Erhöhung des Ressourcenschutzes und für ein effizienteres Farmmanagement. Die Landwirte sollen nach Beendigung des Projektes von den Projektergebnissen profitieren.

Mit dem Ziel, eine zentrale Schnittstelle für alle „KI-Frameworks“ innerhalb der Agrar- und Ernährungswirtschaft zu schaffen, ist das Projekt „AGRI-GAIA“ Anfang Januar 2021 an den Start gegangen. Vorgestellt wurde es von Prof. Dr. Hertzberg vom DFKI und Sprecher des DKFI-Labors in Niedersachsen. Das Projekt will auf Basis der europäischen Dateninfrastruktur, GAIA-X, eine Schnittstelle bzw. ein System mit einheitlichen Standards für Daten und Algorithmen entwickeln. Dieses verspricht insbesondere kleinen und mittelständischen Unternehmen des Agribusiness-Clusters Unterstützung bei dem Einsatz von KI in ihren Produkten und Prozessen und soll nicht nur unternehmenseigene infrastrukturelle Probleme lösen, sondern insbesondere auch die Abhängigkeit von einzelnen Anbietern verhindern. So haben die beteiligten Unternehmen weiterhin die Chance, im weltweiten Wettbewerb zu bestehen.

Guericke forderte im Anschluss zudem eine stärkere Vermittlung digitaler Kompetenzen in der Ausbildung der Fachkräfte sowie eine staatliche Förderung digitaler Investitionen. Dazu werde sich das AEF gemeinsam mit dem Cluster AgroTechValley im ersten Quartal nächsten Jahres mit einem Forderungspapier an die politischen Fraktionen und Vertreter auf Bundes- und Landesebene positionieren.

09.12.2021: Digitale Zukunftsprojekte für die Agrar- und Ernährungswirtschaft

In ganzen Bereichen der Landwirtschaft und der nachgelagerten Wertschöpfungskette finden sich innovative Anwendungen zur Verbesserung des Tierwohls, zur Effizienzsteigerung im Ackerbau oder bei der Verarbeitung, in der Reduktion von Treibhausgasemissionen sowie von Ressourcenverbräuchen.

Das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland e.V. (kurz: AEF) unter Vorsitz von Sven Guericke lädt seine Mitgliedsunternehmen sowie weitere Interessierte

                          am Donnerstag, 09. Dezember 2021 um 14:00 Uhr

zu seinem nächsten Netzwerkforum ein. Aufgrund der derzeitigen Corona-Situation findet dieses Forum virtuell statt.

Mit diesem Link gelangen Sie zur Teilnahme an der Zoom-Konferenz:
Zoom-Meeting "Digitale Zukunftsprojekte"
Meeting-ID: 853 3679 9186
Kenncode: 855943

Im Rahmen dieser Veranstaltung werden zwei innovative Digitalprojekte, die entscheidende Perspektiven für die Agrar- und Ernährungsbranche aufzeigen, von KI-Experten vorgestellt. Dazu zählen die Projekte „Digi-Schwein“ von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen sowie „AGRI-GAIA“ vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH und weiteren Konsortialpartnern.Die Veranstaltung wird moderiert von dem Sprecher der AEF-Arbeitsgruppe "Digitalisierung", Dr. Henning Müller.

Anmeldungen dazu nimmt die AEF-Geschäftsstelle unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! entgegen.

 

15.11.2021: Transformation der Agrar- und Ernährungswirtschaft erfordert schnelle Umsetzung und umfangreiche finanzielle Unterstützung

2021 04 30 SG BaumDass der Umbau der Nutztierhaltung von weiten Teilen der Gesellschaft eingefordert wird, sei unstrittig, so der Vorsitzende des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland (kurz: AEF), Sven Guericke. Der Wirtschaftsverein mit Sitz in Vechta bildet die Stimme von rund 100 namhaften Mitgliedsunternehmen aus der Agrar- und Ernährungsbranche der Region ab.

In vielen Gesprächen und Diskussionen mit Vertretern aus Wirtschaft, Verbänden sowie aus der Politik auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene sei deutlich geworden, dass alle Gesprächspartner ihre klare Bereitschaft signalisierten, den Transformationsprozess der Branche aktiv zu unterstützen und zu begleiten. Es wurde in den Gesprächen auch klar herausgestellt, dass das Heft des Handels nun ganz allein bei der Politik läge. So bedürfe es für den Umbau der Tierhaltung eines verbindlichen und rechtskonformen Finanzierungsmodells sowie einer längst überfälligen Anpassung des Bau- und Umweltrechts.

„Genau wie die Automobil- oder die Energiewirtschaft gehört die Agrar- und Ernährungswirtschaft zu den wichtigsten Partnern und Treibern der Transformation hin zu nachhaltigeren Wirtschaftsformen.“, so Guericke. „Ohne die finanzielle und ideelle Unterstützung des Bundes und der Länder ist aber eine agrarstrukturverträgliche Transformation in der Agrar- und Ernährungsbranche perspektivisch nicht leistbar.“ Landwirt*innen seien das schwächste Glied in der gesamten Wertschöpfungskette und benötigten ein klares Bekenntnis der Gesellschaft und der politisch Verantwortlichen zur Zukunft der Landwirtschaft. Dies umso mehr vor dem Hintergrund der derzeit desolaten wirtschaftlichen Situation auf vielen landwirtschaftlichen Betrieben.

Trotz aller widrigen Umstände bescheinigte Guericke den Branchenbeteiligten den unbedingten Willen, diesen Transformationsprozess nun anzugehen. Die Landwirte und Unternehmen stünden dafür seit Monaten in den Startlöchern, würden aber in ihren Ambitionen regelrecht durch fehlenden politischen Willen ausgebremst. Er appellierte - als Vertreter der AEF-Mitgliedsunter

nehmen – insbesondere an die künftigen Regierungspartner, den Vertrauensvorschuss der Bürger*innen nicht leichtsinnig zu verspielen, sondern auf Grundlage der Empfehlungen der Borchert-Kommission und der Zukunftskommission Landwirtschaft den Umbau der Branche entschlossen anzugehen. „Die neue Regierung muss endlich ehrgeizig, sach- und lösungsorientiert sowie mit finanz- und planungssicheren Instrumenten den angestoßenen Prozess vorantreiben.“, so der AEF-Vorsitzende. Dabei sei die Politik gut beraten, die Details des Transformationsprozesses mit Augenmaß und unter Einbeziehung der Beteiligten aus Land- und Ernährungswirtschaft in Angriff zu nehmen. Eine Überforderung der Branche durch überzogene Forderungen oder Zeitpläne gefährde nicht nur viele Arbeitsplätze, sondern auch die Perspektiven der heimischen Land-und Ernährungswirtschaft.