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AEF-Netzwerkforum am 02.09.2021: Wird ein "Weiter-So" in der Agrar- und Ernährungswirtschaft funktionieren?

Die gesamte Wertschöpfungskette der Agrar- und Ernährungsindustrie steht vor gewaltigen Veränderungen. Klimawandel, zunehmende Regulierung wie der Green Deal oder das neue Lieferkettengesetz, disruptive Ereignisse wie die ASP oder Covid-19, die Ankündigung von Aldi ab 2030 nur noch Frischfleisch der Haltungsstufen 3 und 4 zu listen, Borchert-Empfehlungen, das Top-Thema Nachhaltigkeit sowie der anhaltende Konditionendruck des LEH bei volatilen Rohstoffpreisen: Das sind nur einige Beispiele für die Herausforderungen.

Der Wandel ist da - und er ist nicht aufzuhalten. Wird „ein weiter wie bisher“ funktionieren oder gilt es vielmehr, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, Veränderungen zu forcieren und Chancen zu ergreifen, um sich weiterhin erfolgsreich im Markt zu positionieren? Auf diese Fragen suchen wir nach Antworten.

Gemeinsam mit zwei ausgewiesenen Agrarexperten der Unternehmensberatung Ebner Stolz aus Frankfurt, Klaus-Martin Fischer und Christoph Havermann, laden wir Sie herzlich ein zum nächsten AEF-Netzwerkforum unter dem Titel:

            » Wird ein „Weiter-So“ in der Agrar- und Ernährungswirtschaft funktionieren? «
            am Donnerstag, 02. September 2021 um 16:00 Uhr
            bei dem Unternehmen MIAVIT GmbH,
            Robert-Bosch-Straße 3 in 49632 Essen

Für einen Imbiss ist gesorgt. Aufgrund der derzeitigen Corona-Situation ist die Anzahl der „physischen“ Teilnehmer leider auf 40 Personen begrenzt. Es gilt: first come, first served. Die entsprechenden Hygieneregeln lassen wir Ihnen im Vorfeld zukommen. Alle weiteren Personen haben die Möglichkeit, online daran teilzunehmen. Den Link zur Teilnahme erhalten Sie zeitnah vor dem Veranstaltungstermin.
Anmeldungen sind entweder via E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bis zum 31. August 2021 möglich.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

 

16.07.2021: „ASP-Ausbruch eine Katastrophe mit Ansage“

Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland (kurz: AEF) zum Ausbruch der ASP in brandenburgische Hausschweinebestände

Fotolia 86344864 S Ferkel in BuchtVechta, 16.07.2021: Erst kürzlich hat das AEF vor der großen Gefahr eines ASP-Ausbruchs in deutsche Hausschweinebeständen gewarnt und neben einer konzertierten Bejagungsstrategie, die Einrichtung von Kompartimenten sowie umfassende Monitoring-Maßnahmen gefordert. Diese Anstrengungen hatten in Tschechien und Belgien maßgeblich zur Eindämmung der Seuche beigetragen.

Nun sind erstmals zwei ASP-Fälle in brandenburgische Hausschweinbestände vom Friedrich-Löffler-Institut bestätigt worden. „ Das ist eine Katastrophe mit Ankündigung“, so der Vorsitzende des AEF, Sven Guericke. „Die Befürchtungen vieler Experten sind nun Wirklichkeit geworden. Im Ergebnis müssen nun alle Tierhalter in der Gefahr ihre Biosicherheitsmaßnahmen noch einmal dahingehend überprüfen, ob sie den höchsten Sicherheitserfordernissen genügen.

Er mahnte erneut an, dass Freiland- und Auslaufhaltung – wenn überhaupt - nur noch unter explizit hohen Standards stattfinden dürfen. So forderte Guericke, bei diesen Haltungsformen in Restriktionsgebieten - anstelle nicht standhaltender Elektrozäune - eine doppelte Einzäunung und einen Außen-Festzaun von mind. 1,50 m Höhe mit Untergrabschutz einzusetzen. Ebenso sei in diesen Gebieten eine noch professionalisiertere Kadaverentsorgung notwendig.

Gerade im Oldenburger Münsterland käme ein ASP-Ausbruch in Hausschweinbestände einem „Super-Gau“ gleich. Ein einziger Ausbruch hätte fatale Folgen für die gesamte Wertschöpfungskette, inkl. ihrer vor- und nachgelagerten Bereiche. Das alles wiegt umso schwerer, als das die Tierhalter aufgrund steigender Betriebskosten sowie geringer Erzeugerpreise bereits heute unter massivem Druck stünden, so das AEF.

08.07.2021: AEF fordert engmaschiges und konzertiertes Vorgehen gegen ASP-Seuchenzug

Fotolia 141863022 SDas AEF unterstützt die Forderung des Bundesrates - initiiert von den ostdeutschen Bundesländern - ein Förderprogramm gegen die Ausbreitung der ASP (Afrikanische Schweinepest) aufzulegen. Eine monetäre Unterstützung für die konsequente Bekämpfung bzw. das Stoppen der ASP in Deutschland sei längst überfällig. In dem Entschließungsantrag wird die Bundesregierung u.a. aufgefordert, durch Absprachen mit Polen die Seuche zu stoppen.

„Sollte die ASP in Hausschweinbestände eingreifen, so hätte das fatale Folgen für die gesamte Nutztierhaltung insbesondere im Nordwesten Niedersachsens“, so der Vorsitzende des AEF, Sven Guericke. „Allein für den Wirtschaftsraum Oldenburger Münsterland mit seiner durchgängigen Wertschöpfungskette würde dies nicht nur für die Schweinehalter weitere ökonomische Einschnitte bedeuten, sondern auch für vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereiche. Bereits heute, so Guericke, stünden Tierhalter aufgrund steigender Betriebskosten sowie geringer Erzeugerpreise, u.a. durch das Wegbrechen der Exporte, massiv unter Druck.

Ein einziger Ausbruch in der Region würde die gesamte Branche zum Erliegen bringen, Ställe blieben leer und zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe würden für immer ihre Türen schließen. Die Landwirte, so konstatierte Guericke, haben bereits seit langem durch die konsequente Umsetzung von Biosicherheitsmaßnahmen in den Betrieben ihren Teil zur Risikominimierung beigetragen.

Guericke mahnt an, dass Deutschland und Polen endlich von den erfolgreich gegen die ASP agierenden Ländern, wie Tschechien und Belgien, lernen müsse. Dort habe man mit einer konzertierten Bejagungsstrategie, mit der Einrichtung von Kompartimenten und mit umfassenden Monitoring-Maßnahmen die ASP bewältigen können. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass es sich bei der ASP als sog. Habitatseuche um eine dauerhaft in der Wildschweinpopulation bleibende Erkrankung handelt, müssen Deutschland und Polen alle verfügbaren Instrumente nutzen, um eine Ausbreitung in Haustierbestände zu verhindern. „In der Folge müssen auch zwingend Lösungen für die Freilandhaltung von Bio-Schweinen unter Seuchenbedingungen gefunden werden.“, unterstrich Guericke.

29.06.2021: Silvia Breher zu Gast beim AEF

Foto Silvia

Die stellvertretende Bundesvorsitzende der CDU Deutschland und MdB, Silvia Breher, traf sich am 28.06.2021 mit dem neu gewählten Vorsitzenden des AEF, um Impulse aus der Agrar- und Ernährungswirtschaft für ihre politische Gremienarbeit auszuloten.
Sie beglückwünschte Sven Guericke zu dessen Wahl als AEF-Vorsitzender und betonte die bisherige gute Zusammenarbeit mit dem AEF.
Diesen engen Dialog will Breher weiterführen.
Breher unterstrich während des Gespräches die Wichtigkeit, die Wirtschaftskraft dieser Branche im Oldenburger Münsterland zu erhalten und sicherte dem AEF ihre Unterstützung bei politischen Fragestellungen zu.

28.06.2021: ALDI zieht rechts an Politik vorbei

2021 04 30 SG BaumMit der Ankündigung des Lebensmittelriesen ALDI, ab 2030 nur noch Frischfleisch der Haltungsstufen 3 und 4 zu listen, prescht der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) in punkto Tierwohl vor. Das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland (kurz: AEF) und seine über 100 Mitglieder des Agribusiness-Clusters in Südoldenburg sind sich grundsätzlich einig: Jeder Schritt, Tierwohl zu verbessern und in den landwirtschaftlichen Betrieben umzusetzen, ist gesellschaftlich gewünscht und sinnvoll. Die Landwirte sind bereit, den Weg der Umstellung mitzugehen.

Mit dieser Ankündigung greift nun der LEH die Wünsche der Gesellschaft auf und forciert das Tierwohl. Dabei hat bereits im letzten Jahr mit den Borchert-Empfehlungen ein Zukunftsgerüst vorgelegen, das alle relevanten Punkte wie Zielbilder, Meilensteine und Finanzierungsmodelle aufgezeigt hat. Leider haben die politischen Vertreter auf Bundesebene es nicht geschafft, diese in Gänze umzusetzen und damit einen verlässlichen und langfristigen Rahmen für den Umbau der Nutztierhaltung zu schaffen. Nun zeigt der LEH, wie es gehen kann und demonstriert damit die politischen Versäumnisse auf Bundesebene.

Mit diesen Plänen müssen  der LEH und die fleischverarbeitenden Betriebe sich nun dafür stark machen, dass die Tierhalter den dafür notwenigen Stallumbau langfristig finanziert bekommen. „Noch immer werden Landwirte mit zu geringen Erzeugerpreisen und viel zu hohen Betriebskosten in die Knie gezwungen, sind daher kaum investitionsfähig und werden vom derzeit geltenden Baurecht regelrecht „ausgebremst“, so Sven Guericke, der neue Vorsitzende des AEF.