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04.12.2018 - Gemeinsamer Schulterschluss der Region zur Bewältigung der Nährstoffüberschüsse nötig

Nhrstoffe 2018Welche Anstrengungen hat das Oldenburger Münsterland in den anderthalb Jahren nach Inkrafttreten der neuen Düngeverordnung und dem Düngesetz im Juni 2017 unternommen? Und welche Lösungsansätze braucht es, um die Nährstoff-überschüsse im Oldenburger Münsterland zu bewältigen? Zu diesen Fragen haben gestern Experten gemeinsam vor rund 200 Gästen im Saal Sextro in Vechta eine Zwischenbilanz gezogen. Dazu hatten das Agrar –und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland und der Kreislandvolkverband Vechta eingeladen.

AEF-Vorsitzender und Ex-Landwirtschaftsminister Uwe Bartels lobte die zahlreichen Anstrengungen der Branche zur Bewältigung der Nährstoffüberschüsse. Dazu zählte auch der mit allen Akteuren erarbeitete Masterplan des AEF für eine nachhaltige Nährstoffkreis-laufwirtschaft in Niedersachsen. Auch könne das geplante Projektvorhaben „Praktiker-netzwerk Nährstoffmanagement“, das nunmehr von der Landesregierung finanziell gefördert werde, einen wesentlichen Erkenntnisgewinn für die Herausforderung der Nährstoffüberschüsse liefern. Positiv bewertete er zudem die Aktivitäten z.B. der Futtermittelbranche, die Produkte zur Reduktion von Nährstoffen entwickelt haben. Lobenswert, so Bartels, seien auch die Bemühungen der Landwirte und der Lohnunternehmen, die eigeninitiativ Lösungen erarbeitet und umgesetzt haben. „Dennoch, es fehlt der Durchbruch. Es sind noch weitere Anstrengungen aller Akteure nötig, insbesondere vor dem Hintergrund der Veröffentlichung des 6. Nährstoffberichtes im Frühjahr 2019“, so seine Aussage.

Heinz-Hermann Wilkens, Experte für Düngerecht und Nährstoffkreislaufwirtschaft von der Düngebehörde, präsentierte Zahlen zur Nährstoffsituation. So liegen die Wirtschaftsdünger-exporte aus der Region Weser-Ems mit insgesamt 3 Mio. Tonnen auf dem Höchststand. Trotz hoher Verbringungen zählen die Landkreise Vechta und Cloppenburg zu den sieben niedersächsischen Landkreisen mit zu hohen Phosphatwerten. Als grundlegende Maßnahmen zur Reduzierung der Nährstoffe zählen laut Wilkens eine noch effektivere nährstoffreduzierte Fütterung, eine Reduzierung der Tierbestände durch Teilnahme an Tierwohlmaßnahmen sowie eine effizientere Abgabe der Wirtschaftsdünger und Gärreste.

Den aktuellen Stand technischer Verfahren zur Aufbereitung von Gülle und Gärresten stellte Hans-Jürgen Technow von der Landwirtschaftskammer vor. Zurzeit stünden verschiedene Verfahren mit unterschiedlichen Aufbereitungsschritten von der Teil- bis zur Vollaufbereitung zur Verfügung. „Effiziente Verfahren mit hohem Wirkungsgrad und geringen Kosten werden sich zukünftig durchsetzen“, so sein Fazit. Technow sieht aber noch Optimierungspotenziale entlang der gesamten Verfahrenskette.

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03.12.2018 - Agrar- und Ernährungsforum begrüßt Bundestagsbeschluss

Der Vorsitzende des Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland, Min.a.D. Uwe Bartels, dankte den Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD für die Verlängerung der gesetzlich vorgesehenen Frist zur Beendigung der betäubungslosen Kastration von Ferkeln. Wichtige Ergänzung dieser Entscheidung sei aber der gleichzeitig beschlossene Entschließungsantrag. Darin werden mehrere konkrete Aufforderungen an die Bundesregierungen formuliert. So soll die Bundesregierung die bestehenden Verfahren zur betäubungslosen Kastration auf deren Praxisreife überprüfen und innerhalb von zwei Jahren nach Inkrafttreten des Gesetzes alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um diese Praxisreife herzustellen. Auch sollen die rechtlichen Voraussetzungen für weitere tierschutz- und praxisgerechte Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration geschaffen werden.

Wichtig halte er, Bartels, auch die Forderung, Mitte der Wahlperiode die Weiterentwicklung der nationalen Nutztierstrategie vorzulegen und diese mit Zeitplänen und den notwendigen Finanzmitteln zu unterlegen und insbesondere Stallneu– und Umbauten zur Verbesserung des Tierwohls verstärkt zu unterstützen sowie dies mit notwendigen Änderungen im Bau– und Umweltrecht zu flankieren.

Dies sei seit längerem eine Forderung des AEF, die bisher jedoch keine wirkungsvolle Reaktion auf Bundesebene erreicht hat. „Wenn nunmehr die Koalitionsfraktionen hier Druck machen, dann besteht Hoffnung, dass sich die Bundesregierung in dieser Frage endlich bewegt“, so Bartels.

Auch die Forderung, bei der Erarbeitung der staatlichen Tierwohlkennzeichnung sicherzustellen, dass sowohl die Ferkelaufzucht als auch die Sauenhaltung bereits in der Eingangsstufe einbezogen werden, sei der richtige Weg. Hierzu bedürfe es aber der frühzeitigen angemessenen Einbeziehung der Schweinehalter bei allen vorbereitenden Fachgesprächen zu dem Tierwohllabel seitens des Ministeriums. „Die bisherigen Einladungen dazu deuteten darauf aber nicht hin“, stellte Bartels fest.

 

23.11.2018 - Zwischenbilanz nach der neuen DüngeVO und neuem Düngegesetz

Gemeinsam mit dem Kreislandvolkverband Vechta lädt das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland (AEF) zu einer Kooperationsveranstaltung unter dem Titel „Nach DüngeVO und Düngegesetz – eine Zwischenbilanz“
am Montag, 03. Dezember 2018 um 14:00 Uhr Landwirte, Lohnunternehmer, Wirtschaftsvertreter und weitere Interessierte
in den Gasthof Sextro, Oythe 21 in 49377 Vechta, ein.

Gemeinsam mit Praktikern, Politikern und Entscheidungsträgern sollen eineinhalb Jahre nach Inkrafttreten der neuen DüngeVO und des Düngegesetzes eine Zwischenbilanz gezogen und Lösungsansätze sowie Perspektiven zur Bewältigung dieser Herausforderung aufgezeigt werden.

Was wurde bisher erreicht und welche Optionen zur Minderung der Nährstoffbelastungen stehen den Praktikern zur Verfügung? Diesen Fragen möchten die Veranstalter unter Moderation von Lydia Kocar mit Fachvorträgen von Experten und einer anschließenden Podiumsdiskussion nachgehen.

Anmeldungen nimmt entweder das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! (Fax: 04441.85389-20) oder der Kreislandvolkverband Vechta unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! (Fax: 04441.9237-199) bis zum 29. November 2018 entgegen.

Das Programm im Detail finden Sie hier.

16.11.2018 - Alle Aspekte der modernen Tierhaltung offen zur Sprache bringen

Eurotier kleinDas Tierwohl stand beim Parlamentarischen Messeabend des Oldenburger Münsterlandes im Mittelpunkt – Ministerium will sich auf Bundesebene für verpflichtende Videoüberwachung einsetzen. Die Verbesserung des Tierwohls stand im Mittelpunkt des Parlamentarischen Abends, zu dem der Verbund Oldenburger Münsterland im Rahmen der Eurotier eingeladen hatte. Rund 264 Parlamentarier, Spitzenrepräsentanten der Fachverbände, Journalisten, Wissenschaftler und Unternehmer nahmen zum Abschluss der Messe an der Veranstaltung auf dem Messegelände teil, um die Zukunft der Nutztierhaltung zu erörtern.

Die Gesellschaft wünsche sich steigende Standards beim Tierwohl, obwohl die meistern Konsumenten ihre täglichen Kaufentscheidungen nicht danach ausrichteten, erklärte Landrat Johann Wimberg, Präsident des Verbundes Oldenburger Münsterland, in seiner Begrüßungsansprache. Die Gesellschaft formuliere immer anspruchsvollere Anforderungen an die Nutztierhaltung, wolle aber den höheren Preis dafür meistens nicht bezahlen. Das Vertrauen der Öffentlichkeit werde nur erhalten, wer alle Aspekte der modernen Tierhaltung offen zur Sprache bringe, so Wimberg. Der Verbund Oldenburger Münsterland werde ihnen dabei weiter zur Seite stehen. Die deutsche Agrar- und Ernährungswirtschaft habe sich in den vergangenen Jahrzehnten mit Erfolg dem internationalen Wettbewerb gestellt sowie den unterschiedlichen Lebens- und Ernährungsgewohnheiten angepasst. Die meisten Höfe seien deutlich gewachsen und auf neuestem Stand der Technik. Das Produktivitäts- und Größenwachstum eröffne finanzielle Spielräume für tragfähige Umwelt- und Tierwohlstandards. „Wir werden uns den Ansprüchen der Gesellschaft und dem Wandel in der Gesellschaft stellen.“

In Bezug auf die jüngsten Tierschutzverstöße an zwei niedersächsischen Schlachthöfen sagte Rainer Beckedorf, Staatssekretär im Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz: „Wir brauchen einen Neustart in der Fleischwirtschaft. Diese Landesregierung toleriert keine Tierschutzvergehen. Wir werden uns auf Bundesebene für eine verpflichtende Videoüberwachung einsetzen.“

Uwe Bartels, Vorsitzender des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland und Landwirtschaftsminister a.D., unterstrich: „Firmen des Agribusiness haben kreativ und risikobereit ihre Produkte auf die Herausforderungen des Marktes, der Gesellschaft und der Politik ausgerichtet. Die Landwirte sind bereit zur Veränderung. Lediglich die Politik bekommt es seit Jahren nicht hin, praktikable und verlässliche Vorgaben für die Tierhalter zu machen. Schlimmer noch, Umwelt- und Baurecht konterkarieren notwendige Tierwohlziele.“

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12.11.2018 - Fristverlängerung effektiv nutzen! Konkrete Arbeitspakete zeitgerecht umsetzen!

Das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland e.V., befürwortet den vorliegenden Gesetzentwurf der Fraktionen CDU/CSU und SPD zur Änderung des Tierschutzgesetzes. Wir begrüßen zudem eine zügige Verabschiedung einer Rechtsverordnung des BMEL, damit Landwirte nach Abschluss eines Sachkundenachweises eigenständig die Isofluran-Narkose (Inhalationsnarkose) durchführen können sowie die Bereitstellung entsprechender Mittel im Bundeshaushalt zur Anschaffung von Narkosegeräten.
Ebenso halten wir die kontinuierliche Unterrichtung des zuständigen Ausschusses des Deutschen Bundestages über die Umsetzungsfortschritte bei der Einführung alternativer Verfahren und Methoden für zielführend.

Für die Umsetzung eines Verzichts auf betäubungslose Ferkelkastration betrachten wir folgende Schritte als zwingend erforderlich:

Auslegung der gesetzlichen Vorgaben
Um für alle Beteiligten – vom Anwender bis zum Gesetzgeber – Sicherheit bei der Auslegung der gesetzlichen Vorgaben herzustellen, ist zügig eine Definition des Begriffs „wirksame Schmerzausschaltung“ durch das BMEL festzulegen. Dies muss sowohl in Bezug auf den Einsatz der Injektions- und Inhalationsnarkose als auch der Wirksamkeit der Lokalanästhesie und von Verfahren bzw. Tierarzneimitteln geklärt werden, um die bestmögliche Behandlung des Tieres aus Tierwohlsicht zu ermöglichen. Darauf aufbauend auf diese Definition müssen Möglichkeiten des Einsatzes durch sachkundige Personen von wirksamen Tierarzneimitteln u.ä., die diese Anforderungen erfüllen, geprüft werden, um die Gefahr von bestehenden Engpässen in der praktischen Anwendung zu verhindern.

Zulassungen klären, Zulassungsverfahren einleiten bzw. beschleunigen
Der aktuelle Stand der Zulassung und deren zukünftiger Status (nach Inkrafttreten der Gesetzesänderung) muss für alle Narkoseverfahren geklärt und geprüft werden. Dies muss besonders vor dem Hintergrund der Weiterentwicklung von Tierarzneimitteln zur Vollnarkose (z.B. Isofluran) im Sinne des Tierwohls als auch im Sinne des Anwenderschutzes ermöglicht werden.

Zulässigkeit der Anwendung bezüglich der einzelnen Verfahren klären.
Das BMEL sollte in Abstimmung mit den Ländern festlegen, wer welches Verfahren wie und mit welcher Sachkunde anwenden darf. Dazu müssen Leitplanken für Schulungs- und Sachkundeaktivitäten in Abstimmung mit der Wirtschaft und den Fachdiensten festgelegt werden.

Aufklärungskampagne
Eine verknüpfende Verbraucherinformations-Kampagne zur Aufklärung der Verbraucher über die die Alternativen zur Ferkelkastration sowie deren Einbindung in eine umfassende Nutztierhaltungsstrategie ist zwingend erforderlich.

Alle eingeleiteten Maßnahmen müssen auch dazu dienen, um eine Harmonisierung mit den europäischen Ländern, die höhere Tierwohlstandards haben, zu ermöglichen. Ziel muss es sein, den bis dahin erreichten Tierwohlstandard in Deutschland als EU-Mindeststandard einzuführen und in der Zukunft gemeinsam weiterzuentwickeln.

Die „To-Do-Liste“ zum Verzicht auf betäubungslose Ferkelkastration kann hier abgerufen werden.