Wachstum im Oldenburger Münsterland

Farm-PIG-09 kleinDas Oldenburger Münsterland hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu einer der erfolgreichsten Wirtschaftsregionen Deutschlands entwickelt – dank der über seine Grenzen erfolgreichen und boomenden Agrar- und Ernährungswirtschaft. Was zunächst die hiesige Region wesentlich von anderen agrarwirtschaftlich geprägten Regionen unterscheidet, ist die Abbildung der gesamten Wertschöpfungskette. Grund dieses Erfolges jedoch war und ist noch heute der vorherrschende Pioniergeist von Landwirten und Unternehmern - verbunden mit dem Bestreben, stetiges Wirtschaftswachstum zu generieren.

Heute steht die Branche an einem Scheideweg: Einerseits zwingen Klimawandel, Flächenknappheit sowie die Endlichkeit fossiler Brennstoffe die Branche zu einem Umdenken. Andererseits wird – laut FAO-Studie – die Weltbevölkerung bis 2050 auf mehr als 9 Milliarden anwachsen. Bis dahin gilt es, die weltweite Produktion an Lebensmitteln ungefähr zu verdoppeln.

Mit Blick auf das Oldenburger Münsterland wird klar, dass die Gewährleistung intelligenter Wachstumsmöglichkeiten von fundamentaler Wichtigkeit ist. Wachstum bedeutet: Schaffung von Arbeitsplätzen, Sicherung der Lebensqualität, Investitionsbereitschaft der Unternehmer und unterm Strich – eine gesellschaftliche und unternehmerische Dynamik. 

Wie reagiert die hiesige Branche – wirtschaftlich vertreten durch das Agrar- und Er-nährungsforum OM – auf diese Herausforderung?

Um auf dem Weltmarkt wettbewerbs- und konkurrenzfähig zu bleiben müssen wir intelligentes qualitatives Wachstum fördern. Der Fokus qualitativen Wachstums muss sein, Nahrungsmittel weiterhin hochwertig, sicherer und noch effizienter herzustellen. Dabei sind Innovationen und die Implementierung technischen und ökonomischen Wissens unerlässlich. Denn in wenigen Jahren werden sonst Länder wie China und Indien unseren technischen Standard erreicht bzw. schon überholt haben. Die Unternehmen des AEF benötigen den technischen Fortschritt innerhalb der Region, um Potenziale für qualitatatives Wachstum aufzuzeigen – mit optimierter Flächennutzung und schonendem Ressourcenverbrauch.

Eine richtungsweisende Entscheidung hat das AEF dabei schon getroffen. Mit der Projektträgerschaft der „Bioenergie-Region Südoldenburg" ist es dem AEF in der ersten Förderphase gelungen, subjektive Wahrnehmungen der Bevölkerung mit wissenschaft-lich fundierten Studien und Pilotprojekten größtenteils zu relativieren. Nun geht das Projekt mit neuen Zielsetzungen in seine zweite Förderphase. Dabei richtet sich das Hauptaugenmerk auf die Ermittlung von Lösungsstrategien bei den Konflikten um Nährstoffüberschüsse und Flächennutzung.

Dieser Spagat zwischen Wachstum und optimaler Flächen- und Ressourcennutzung kann nur in Zusammenspiel mit Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Wissenschaft und letztlich dem Verbraucher gelingen. Unser Appell gilt daher:

  • an die Wirtschaft: Schaffen Sie die Voraussetzungen für Forschung und Entwicklung. Hier liegen die Innovationsfelder der Zukunft. Der technische Fortschritt sichert Arbeitsplätze, Wohlstand und bildet die Grundlage für nachhaltiges Wirtschaften. Haben sie Mut für diese Zukunftsinvestition!

  • an die Politik / Verwaltung: Schaffen Sie die rechtlichen Rahmenbedingungen nicht nur für qualitatives Wachstum, sondern für eine optimale und regionsbezogene Entwicklung quantitativen Wachstums. Diese beiden sind der Garant für eine dynamische Wirtschaftsregion – im Sinne der Bürger unserer Region.

  • an die Wissenschaft: Tragen Sie mit Ihrem fundiert neutralen Wissen zur Aufklärung aktueller Themenaspekte für Wirtschaft, Politik, Verwaltung sowie Verbraucher bei. Und - fordern Sie aktiv Forschungsgelder ein.

  • an die Verbraucher: Tragen Sie mit kritischem Blick – aber auch mit einer realistischen und objektiven Einschätzung der Sachverhältnisse – zur Lösung von vorherrschenden Konflikten bei.